Eckdaten zum heutigen Tag
Originalplanung
Die Originalplanung für unsere heutige Etappe bestand aus drei Etappen:
- Grimentz – Cabane Becs de Bosson
- Distanz: 10 km
- Aufstieg: 1500 m
- Abstieg: 90 m
- Laufzeit: 04.40 h
- Cabane Becs de Bosson – Evolène
- Distanz: 11 km
- Aufstieg: 100 m
- Abstieg: 1700 m
- Laufzeit: 03.35 h
- Evolène – Arolla
- Distanz: 15 km
- Aufstieg: 1500 m
- Abstieg: 880 m
- Laufzeit: 06.15 h
Mit unserer Planung für den gesamten Tag lagen folgende Werte zugrunde:
- Grimentz – Cabane Becs de Bosson – Evolène – Arolla
- Distanz: 36 km
- Aufstieg: 3100 m
- Abstieg: 2670 m
- Laufzeit: 14.30 h
Link zur Übersicht: 2026 – Alpenpässeweg Teil 2 (6 Tage)
Unsere Ergebnisse
Anhand unserer Tracker haben wir folgende Durchschnittswerte erzielt:
- Grimentz – Cabane Becs de Bosson
- Startzeit: 07.30 Uhr
- Ankunftszeit: 10.10 Uhr
- Distanz: 10 km
- Aufstieg: 1430 m
- Abstieg: 60 m
- Laufzeit: 02.40 h
- Anzahl Schritte: 6’000
- Tempo: 16.36 min/km
- Cabane Becs de Bosson – Evolène
- Startzeit: 10.30 Uhr
- Ankunftszeit: 12.45 Uhr
- Distanz: 11 km
- Aufstieg: 60 m
- Abstieg: 1650 m
- Laufzeit: 02.15 h
- Anzahl Schritte: 12’000
- Tempo: 12.29 min/km
- Evolène – Arolla
- Startzeit: 13.00 Uhr
- Ankunftszeit: 17.10 Uhr
- Distanz: 15 km
- Aufstieg: 1400 m
- Abstieg: 750 m
- Laufzeit: 04.10 h
- Anzahl Schritte: 12’000
- Tempo: 16.23 min/km
Komoot Daten
Evolène – Arolla
Tagesbericht
Gestern Abend haben wir nach dem Abendessen noch einen zweiten Whisky getrunken, bevor wir vom Bett aus das Spiel zwischen Spanien und Argentinien verfolgten. Fourchi gab nach dem Pausenpfiff auf und schloss sein Augen. Haude gab sich das ganze Spiel inklusive Verlängerung und verfiel auch beim 1-0 durch Spanien nicht in frenetischen Jubel, um Fourchi nicht aufzuwecken. Dieser bekam aber dank Sascha Rufer doch mit, dass etwas passiert war und nahm dies so halb zur Kenntnis.
Morgens um 06.30 Uhr klingelten dann jedenfalls unsere Wecker und wir wussten, dass heute ein grosser Tag bevorsteht – die Königsetappe. An der Routine änderte sich nichts, Haude erneuerte noch seine Blasenpflaster, Fourchi nahm ein zusätzliches in sein Sortiment an den Füssen auf (eher präventiv) und auch die Einschmiererei mit der Sonnencrème war heute sehr wichtig, da wir den ganzen Tag an der Sonne sein würden.
Wir kamen sehr gut voran und so konnten wir pünktlich um 07.00 Uhr zum Frühstücksbuffet schreiten – das erste richtige Buffet dieses Jahr und es war wirklich schön. Aber wir überluden unsere Teller nicht unnötig, denn die erste Etappe heute kannte ja nur eine Richtung: Aufwärts.

Nach ca. 20 Minuten waren wir dann auch schon fertig, konnten an der Reception noch die Kurtaxen begleichen und Haude schaute sich draussen schon mal nach einem Sitzplatz um (allerdings ist er beim Versuch sich hinzusetzen fast gestürzt).

Und danach konnte es losgehen – mit der heutigen Challenge. Da dies unser letzter Tag ist, entschieden wir uns wieder für eine gemeinsame Challenge: Das Singen der Schweizer Nationalhymne. Wir haben das aufgeteilt und an drei Orten gesungen:
- Zu Beginn der Etappe in Grimentz (Video folgt gleich)
- Vor der Cabane Becs de Bosson (dem höchsten Punkt unserer Tour)
- Am Ende der Etappe in Arolla
Es gab keinen Retake, also wir haben immer die erste Aufnahme gleich gelten lassen. Wir sind aber der Meinung, dass wir unsere Aufgabe souverän gemeistert haben:
Dann ging es los, es war 07.30 Uhr und die erste von drei Etappen sollte uns auf den Becs de Bosson führen. Was meinte Fourchi dazu?
Haude gab bereits beim Frühstück die Anweisung, dass heute Fourchi beim Aufstieg zur Cabane Becs de Bosson die Führungsposition übernehmen wird. Und so war es auch, entsprechend stammen die Foto praktisch ausschliesslich von Haudes Kamera – beim Abstieg würden wir dann aber wechseln und so hat das alles wieder ein gewisses Gleichgewicht.
Wie Fourchi bereits im Video erwähnt, ging es gleich zu Beginn steil bergauf. Zunächst direkt über die Wiesen, welche im Winter jeweils zu einer prächtigen Skipiste werden (Fourchi hat in seiner Kindheit auch schon die Skiferien in Grimentz verbracht). Auch wenn es noch früh war, so bewegten wir uns an der prallen Sonne und nach wenigen Minuten liefen uns die Schweisstropfen nur so herunter.

Die Gondelbahn zur Bendola fuhr übrigens noch nicht – auch noch nicht, als wir oben schon angekommen sind. Jedenfalls verlief der Wanderweg später in den Wald, wo wir mal wieder Serpentine um Serpentine bewältigen durften. Das machte aber durchaus Sinn, denn andernfalls wäre es immer dermassen steil aufwärts gegangen. Trotzdem bot der Aufstieg kaum Luft für Erholungsphasen und so brannten die Beine schon ordentlich. Die Pace kam uns nicht sonderlich schnell, aber sehr regelmässig vor.



Nach gut 45 Minuten erreichten wir dann auch schon die Bergstation Bendola und hatten somit einen steilen Aufstieg erfolgreich zurückgelegt. Da hatten wir dann zwischenzeitlich kurz Probleme, um uns zu orientieren. Dank Fourchi legten wir eine Zusatzschlaufe ein, Haude hingegen brachte uns dann auf eine Abkürzung und in der Summe hat sich das bezüglich Weg wohl in etwa aufgehoben.
Unser nächstes Ziel war dann der Pas de Lona. Es folgte zunächst eine Passage auf eher breiten Schotterstrassen, wo wir unsere Beine etwas erholen konnten, bevor es dann wieder in Bergpfaden weiterging. Das Gelände wurde anspruchsvoller und wieder steiler, bot aber immer auch wieder flachere Passagen zur Erholung.




Eine Pause haben wir bis zu diesem Zeitpunkt nicht gemacht. Auf den Schotterstrassen haben wir uns kurz mit Getränken versorgt, sind dabei aber immer weitergelaufen. Übrigens mussten wir dieses Jahr fast keine breiten Bäche ohne Brücke überqueren. Wenn es das aber gab, war auch das ein Highlight und deshalb hier ein rares Foto von Haude auf dem Weg zum Pas de Lona.

Kurz vor dem Pas de Lona hatten wir noch die Gelegenheit, einen Blick auf den wunderschönen Lac de Lona zu ergattern. Da sahen wir weiter unten eine Wandergruppe, vielleicht war es ja die Wandergruppe „Lueg ins Land“, aber wir wissen es nicht. Ansonsten hatten wir bis zu diesem Zeitpunkt keine Begegnungen mit anderen Wanderern und waren mutterseelenalleine unterwegs.

Nach ungefähr 02.15 Stunden sind wir am Pas de Lona angekommen, und Fourchi posierte stilsicher.

Von hier aus galt es jetzt noch den Weg hinauf zur Cabane Becs de Bosson zu bewältigen. Wir wussten bereits, dass wir dann denselben Weg wieder absteigen müssten, weil es dann eben von dieser Stelle weiter nach Evolène gehen würde. Aber wir machen bekanntlich nur ganze Routen und deshalb nahmen wir diesen Aufstieg in Angriff.
Es gab auch hier wieder teilweise äusserst steile Passagen zu bewältigen, aber wir waren wirklich gut drauf und so zogen wir in ungefähr 30 Minuten bis hinauf zur Hütte durch. Dabei kreuzten wir auch noch ein paar Wanderer, welche vermutlich dort oben übernachtet hatten.



Nach 02.45 Stunden hatten wir die Cabane Becs de Bosson bezwungen und somit unsere erste Etappe des Tages erfolgreich abgeschlossen. Das war eine reife Leistung mit einer tollen Pace und praktisch ohne Pausen. Oben angekommen folgte natürlich zunächst wiederum ein Siegerfoto, diesmal war Haude wieder an der Reihe:

Dann stoppten wir unsere Tracker, klatschten uns ab, holten tief Luft und fuhren fort mit der Aufnahme der Schweizer Nationalhymne:
Es war wieder äusserst windig und wir waren sehr durstig. Deshalb begaben wir uns anschliessend in die Hütte, wo wir uns eine Cola (für wen wohl?) und ein Citro (für wen wohl?) kauften. Fourchi kaufte sich zudem noch ein Mars, während Haude sich an seinen Oviriegeln bediente. In der Hütte bekamen wir noch mit, wie scheinbar zwei junge Burschen Französischunterricht erhielten – da hätten wir uns doch glatt anschliessen können.
Aber wir hatten für heute noch andere Ziele. Also zogen wir unsere Jacken an und starteten mit der zweiten Etappe nach einer 15-minütigen Verschnaufpause um 10.30 Uhr. Was für eine Aussicht:

Wie zu sehen ist, haben wir nun Haude an die Spitze unseres Wanderduos gesetzt und uns standen nun gute 1700 m Abstieg nach Evolène bevor. Den ersten Kilometer der Strecken kannten wir bestens vom Abstieg, aber auch da lassen sich nochmals tolle Fotos schiessen.


Am Pas de Lona angekommen befand es Fourchi für wichtig, gleich nochmals zu posieren, schliesslich haben wir diesen Pass jetzt zweimal in zwei unterschiedlichen Etappen überquert (diesmal im Tenü Langarm).

Zu Beginn des „neuen“ Abstiegs ab dem Pas de Lona nach Evolène ging es steil bergab über Gestein und es war aufgrund der Trockenheit ziemlich rutschig. Also begaben wir uns wieder in den Laufschritt für die ersten paar steilen hundert Meter und fanden uns dann wenig später in angenehmerem Gelände über flachere Wege in Wiesen wieder.


Nach ca. 30 Minuten seit dem Abmarsch bei der Cabance Becs de Bosson wurde es uns dann wieder zu warm, weshalb wir uns rasch unserer Jacken entledigten, ein paar Schlücke tranken und dann gleich wieder den Abstieg fortsetzten.









Wir kamen sehr gut vorwärts und auch für Abwechslung wurde gesorgt. Nach den Wegen über die grossen Wiesen folgten Passagen durch den Wald, über kurze Schotterstrassen und wieder über Wiesen. Eine Pause legten wir erst ein, als wir Evolène bereits im Blick hatten. Wir waren noch keine zwei Stunden unterwegs, aber da wir nun auch teilweise an der prallen Sonne laufen mussten, wollten wir unseren Filter mit Sonnencrème erneuern. Auch diese Pause nutzten wir zudem für einen Schluck aus den Wasserflaschen sowie ein paar lecker Gummibärchen (beide waren bei ihren letzten Packs angelangt, aber es war noch genug da).




Während dieses Abstiegs haben wir vermutlich so viel zusammen geredet wie auf allen bisherigen Etappen zusammen nicht. Das bedeutete, dass die Etappe nicht sonderlich anspruchsvoll war und wir uns auch nicht gross konzentrieren mussten. Unsere Gespräche drehten sich dann hauptsächlich um Fussball: Einerseits haben wir nochmals diverse Punkte der vergangenen WM beleuchtet und anderseits haben wir über unsere eigenen Mannschaften und die anstehende Saison diskutiert.
Kurz vor Evolène mussten wir noch eine Strasse überqueren, und Fourchi gab ein gaaanz schlechtes Vorbild ab. Er bedauert diesen Vorfall zutiefst und würde nie neben einem Fussgängerstreifen die Strasse überqueren. Zum Glück hat Haude diese Szenerie auf einem Foto festgehalten (dieser Verräter).

Wenige Minuten später sind wir nach etwas mehr als 02.15 Stunden und einem langen Abstieg über 11 Kilometer dann auch wirklich im Dorfkern von Evolène angekommen und Fourchi war der Meinung, dass dieser einsame Wegweiser an einem Haus der einzige Wegweiser mit dem Zielort Evolène sein würde. Also posierte er gleich da für das Abschlussfoto der zweiten Etappe am heutigen Tag.

Gemäss unserem Zeitplan waren wir nun deutlich schneller unterwegs und so entschieden wir uns erneut für eine kurze Pause. Gleich von der Bank aus sahen wir einen kleinen Kiosk und wir verspürten beide Lust nach einem Süssgetränk. Haude erklärte sich bereit, diesen zusätzlichen Weg auf sich zu nehmen, während Fourchi sich schon mal hinsetzte. Irgendwie war Haude dann länger weg als erwartet. Aber er kam tatsächlich mit zwei Süssgetränken zurück: Ein Eistee Peach für Fourchi und eine Cola für Haude.

Haude erzählt die Geschichte so, dass der Kiosk aufgrund der Mittagszeit geschlossen war und er deshalb quer durch das ganze Dorf rennen musste, um dort doch noch Getränke aufzutreiben und Fourchi nicht zu enttäuschen. Nach seiner Rückkehr erklärte er zudem, dass es weiter vorne einen grösseren Wegweiser gibt… Und so war es auch.

Zwei von drei Etappen hatten wir also geschafft. Nun mussten wir von Evolène nur noch nach Arolla. Wir fühlten uns immer noch genügend fit und trauten uns die letzte Etappe in einer guten Zeit zu. Wir haben uns gefragt, ob dies wohl am gestrigen Ausflug ins Spa gelegen hat oder weil wir zuvor noch eine Postautofahrt geniessen durften oder weil die letzten beiden Tagesetappen nicht ganz soooo streng waren. Vermutlich war es die Kombination davon und wir konnten uns heute voll auf unsere Körper verlassen.
Also starteten wir um 13.00 Uhr frohen Mutes in das letzte Abenteuer der diesjährigen Wanderung. Die Navigation funktionierte soweit gut und wir erreichten einen herrlichen Sandstrand, nachdem wir uns durch wildes Gestrüpp durchgekämpft hatten – war etwas sonderbar.


Kaum hatten wir den Sandstrand hinter uns gelassen, entdeckte Haude seine wahre Heimat: Nicht Entlebuch, sondern Les Haudères.

Anfänglich lag es sogar auf unserem Weg, aber später verzweigte der Weg und wir hatten somit leider keine Gelegenheit, das Dorf anzuschauen – eventuell wird es ja später mal Haudes Zweitwohnsitz.
Jedenfalls fühlten wir uns wieder an den Anfang des Tages zurückversetzt, als wir mit dem Aufstieg von Grimentz nach Bendola gestartet sind. Zuerst ging es sehr steil Wiesen hinauf, danach folgten Passagen im rettenden Schatten den Wald hinauf, häufig in Form von Serpentinen. Die Bilder ähnelten sich wirklich sehr, aber unsere Körper waren schon nicht mehr ganz so frisch, nachdem wir bereits über 20 Kilometer und über 1700 Höhenmeter in den Beinen hatten.
Aber wiederum übernahm Fourchi die Funktion des Pacemakers und so stiegen wir langsam – aber konstant – immer weiter hinauf. Der Schweiss tropfte uns da natürlich nur so von der Stirn, denn mittlerweile bewegten wir uns wieder unter 1500 m.ü.M. und es war nach der Mittagszeit und die Sonne brannte mit voller Wucht auf unsere Köpfe nieder. Man hätte meinen können, dass wir eine Regenwolke mit uns mitführen, so durchnässt waren wir.
Nach ungefähr 01.30 Stunden seit Evolène brauchten wir dann mal eine Pause. Wir sind konstant aufgestiegen und nun würde das Gelände vermutlich etwas flacher werden. Also legten wir eine Pause ein, gönnten uns wieder mehrere Schlücke unseres mitgetragenen Wassers und stopften ein paar Gummibärchen in unseren Mund.


Fourchi sah nun doch schon etwas mitgenommen aus, aber mit dem Ziel vor Augen liess er sich auch nach dieser Pause wieder motivieren weiterzulaufen. Und tatsächlich wurde das Gelände flacher – über Schotterstrassen und Bergpfade ging es nun weiter.







Schon bald würden wir den höchsten Punkt dieser Etappe auf 2295 m.ü.M. bei der Hälfte der Strecke erreichen. Irgendwie hatten wir uns erhofft, dass es da irgendein Schild geben würde, auf welchem wir nochmals posieren könnten. Aber das war nicht der Fall. Wir mutmassten aufgrund unserer Tracker, dass wir den Punkt nach ca. 02.15 Stunden passiert hatten, denn ab diesem Zeitpunkt ging es dann ein ganzes Stück abwärts.


Also wechselten wir wieder die Leaderposition und von nun an hatte Haude die verantwortungsvolle Aufgabe, uns sicher bis nach Arolla zu führen. Ah und ist euch auch etwas aufgefallen? Bisher gab es noch kein einziges Brückenfoto… Und wisst ihr was? Es werden noch sooooo viele folgen. Beginnen wir mal mit dem Ersten:


Und jetzt befinden wir uns ja eigentlich im Abstieg, welcher soweit sehr schön verläuft und nach unserem Geschmack auch nicht zu steil war. Jedoch gab es vermehrt Passagen, in denen das Gestrüpp störend war, weil der Pfad sehr schmal war, etwas talwärts abfiel und deshalb nochmals eine hohe Konzentration gefordert war.






Nachdem es lange Zeit immer leicht abwärts ging, streuten sich vermehrt wieder Steigungen ein. Diese waren zuerst häufig nur sehr kurz, dann aber wurden sie wieder länger. Und ganz ehrlich, so langsam aber sicher wollten wir einfach nur noch runter und nicht mehr weiter hoch. Höhenmeter hatten wir nach unserem Geschmack am heutigen Tag bereits ausreichend zurückgelegt. Aber naja, mangels Alternativen folgten wir dem Weg und so ging es nun weiter mit einem Auf und Ab.



Neben den vielen Brückenfotos, welche wir euch gleich nachliefern werden, gelang uns (also Haude) auch noch die seltene Aufnahme eines Eichhörnchens (ist schon faszinierend, was so eine Zoomfunktion ausmacht).

Aber nun nochmals zurück zu den Brücken. Wir hatten ja fast schon Angst, dass keine weitere Brücke mehr kommen würde. Aber auf einmal folgte dann die eine auf die andere und um diese auf einmal zu bündeln, stellen wir hier alle restlichen Brücken in eine Galerie.









Jetzt muss aber wieder etwas Struktur her. Nach 03.00 Stunden ab Evolène befanden wir es für eine super Idee, die letzte Pause einzulegen. Dies konnten wir auf einem Wanderweg tiptop machen, da wir nur sehr wenige Wanderer kreuzten oder überholten. Noch einmal füllten wir unsere Energiereserven auf, kippten fast alle verbliebenen Wasservorräte in uns hinein und gingen davon aus, dass jetzt noch ca. 4 Kilometer mehr oder weniger flach folgen werden, bevor wir dann in Arolla ankommen würden. Man beachte auch Haudes Finger auf dem Pausenfoto.

Naja, wir haben uns leider noch selten so verschätzt mit dieser Annahme wie heute. Aber alles der Reihe nach… Zunächst folgte ein kleines weiteres Stück, womit wir beim Lac Bleu landeten. Ein wirklich sehr schöner See.

Kurz den Anblick geniessen und dann ging es auch schon weiter. Es begann mit einer Abzweigung, welche wir leider nicht fotografiert haben. Deshalb halt in Worten:
- Arolla (Wanderweg) nach links unten
- Arolla (Bergwanderweg – chemin difficile) nach oben
Die Route 6 führt natürlich über den schwierigen Weg. Haude liess das noch kurz von Fourchi in der App checken, doch dann hatten wir Gewissheit – es ging nochmals hinauf. Das schien auf den ersten Blick gar nicht so schlimm, aber über die nächsten Kilometer hörte das einfach nicht mehr auf. Ein ständiges Auf und Ab, technisch äusserst anspruchsvoll und teilweise so grosse Tritte, dass wir kaum unser Bein so hoch hätten anheben können. Es war eine Tortur für unsere Köpfe – ganz zu schweigen von unseren Körpern. Diese durften sich aber gar nicht erst melden, es war mal wieder „Leben am Limit“.






Die letzten Kilometer waren also nochmals ein grosses Stück härter, als wir uns dies vorgestellt hätten. Wir waren aber weiterhin sehr fokussiert, obschon das Ziel nahe war und wir uns nichts mehr erhofften, als dass es endlich vor unseren Augen erscheinen würde. Einen Schnappschuss von diesen Passagen können wir noch nachliefern – der sagt eigentlich alles.

Ohne Pause zogen wir immer weiter durch und so langsam aber sicher wussten wir, in den nächsten paar hundert Metern kommt Arolla und wir hätten unser Ziel für dieses Jahr erreicht.



Und tatsächlich, nach etwas mehr als vier Stunden seit Evolène und insgesamt über neun Wanderstunden erreichten wir unser Ziel in Arolla kurz nach 17.00 Uhr. Was für ein unbeschreibliches Gefühl, auch wenn es alle Jahre wieder vorkommt. Lassen wir das Zielbild für sich sprechen und verzichten auf weitere Ausführungen zur Gefühlslage.

Bevor wir aber die Tour offiziell abschliessen konnten, mussten wir noch die Schweizer Nationalhymne zu Ende singen, und hier hat es dann doch nicht mehr zu 100% geklappt – seht selbst.
Danach war Zeit für eine Umarmung und wir waren voller Stolz, diese Königsetappe und auch die gesamte diesjährige Tour erfolgreich absolviert zu haben. Unsere Beine fühlten sich im Gegensatz zu den Vorjahren noch verhältnismässig frisch an, wobei „frisch“ wirklich nicht passende Wort ist. Aber wir liefen noch einigermassen vernünftig zu unserer Unterkunft – das Hotel Le Pigne befand sich direkt nebenan.
Rasch konnten wir einchecken und auch zum Abschluss nochmals ein tolles Zimmer mit riesigem Ausblick beziehen. Nun konnten wir in aller Ruhe duschen, mit dem Blog beginnen, Pokémon trainieren und so langsam aber sicher in den Genussmodus switchen.
Nach 19.00 Uhr sind wir dann zum Abendessen nach unten ins Restaurant gegangen, wo wir ein schönes abgeschiedenes Plätzli erhalten haben und dann ein gebuchtes 3-Gänge-Menü geniessen konnten.
Vorspeise: Salade paysanne (Speckwürfeli und Croutons mit ein paar Blättern Salat)

Hauptspeise: Burger valaisanne (mit Raclettekäse)

Dessert: After-Eight-Glace

In der Summe ein sehr tolles Abendessen, welches wir beide ohne Probleme verdrücken konnten. Es ging alles sehr speditiv und nach einer Stunde war der Spass auch schon wieder vorbei.
Im Zimmer waren wir dann noch bemüht, den übrigen Elite Whisky auszutrinken – heute gab es nicht nur ein Shotglas pro Person, sondern deren drei – danach war Schluss.

Fazit
Wow, was für ein Abschluss unserer diesjährigen Tour auf dem Alpenpässeweg. Heute sind wir drei Originaletappen gelaufen und fühlten uns am Schluss nicht so kaputt wie auch schon. Die Leistung von heute stufen wir sehr hoch ein – die angegebenen Laufzeiten haben wir deutlich unterboten und sind somit früher als angekündigt in Arolla angekommen.
Die erste Etappe mit dem Aufstieg zur Cabanne Becs de Bosson war schon hart, insbesondere der Aufstieg von Grimentz nach Bendola hatte es zu Beginn in sich. Aber es war dann schon herrlich, wenn man oben angekommen ist und das Panorama geniessen konnte. Natürlich war auch das Wetter heute wirklich grossartig und so sind viele wunderbare Aufnahmen entstanden. Danach folgte der Abstieg nach Evolène – der war ziemlich locker und nicht sonderlich anspruchsvoll. Wir können also tiptop eine Zusammenführung dieser beiden Etappen empfehlen. Das ist gut machbar in einem Tag und wenn man sich auf der Cabanne Becs de Bosson noch verpflegen will, ist das absolut kein Problem.
Die Etappe von Evolène nach Arolla ist für uns schwierig einzustufen. Wir waren bis dahin schon lange unterwegs und hatten schwere Beine – unser Ziel war einfach nur Arolla. Insgesamt ist die Etappe auch gut machbar, der „chemin difficile“ zum Schluss hat es aber doch in sich und da sollte man frische Beine haben. Und dann ist auch diese Etappe durchaus empfehlenswert, da sie sehr vielfältig ist. Einziger Mangel: Es gibt keine Passhöhe oder einen markierten höchsten Punkt.
Ausblick
Morgen ist der Tag der Heimreise. Somit werden wir dann morgen auch noch einen Blog mit einem Rückblick auf die letzten sechs Tage sowie einigen Statistiken verfassen. Die Heimreise nimmt etwas Zeit in Anspruch und wir müssen einige Male umsteigen. Wir planen ab Arolla das Postauto um 10.15 Uhr zu besteigen, womit wir beide dann so gegen 15.30 Uhr in unserer jeweiligen Hood ankommen sollten.
Zuvor liegt dann sicher noch ein gemütliches Frühstück drin. Uuuund, wir müssen nicht sonderlich früh aufstehen, den Rucksack nicht vorbereiten – wir können einfach nur einen freien Tag geniessen, an welchem wir eine lange Reise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln vom Wallis in die Zentralschweiz unternehmen.
Wir hören uns morgen noch ein letztes Mal dieses Jahr, bis bald…

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