Eckdaten zum heutigen Tag
Originalplanung
Die Originalplanung für unsere heutige Etappe bestand aus zwei Etappen:
- Gruben – Hotel Weisshorn
- Distanz: 11 km
- Aufstieg: 1150 m
- Abstieg: 640 m
- Laufzeit: 04.40 h
- Hotel Weisshorn – Grimentz
- Distanz: 12 km
- Aufstieg: 500 m
- Abstieg: 1250 m
- Laufzeit: 04.00 h
Mit unserer Planung für den gesamten Tag lagen folgende Werte zugrunde:
- Gruben – Hotel Weisshorn – Grimentz
- Distanz: 23 km
- Aufstieg: 1650 m
- Abstieg: 1890 m
- Laufzeit: 08.40 h
Link zur Übersicht: 2026 – Alpenpässeweg Teil 2 (6 Tage)
Unsere Ergebnisse
Anhand unserer Tracker haben wir folgende Durchschnittswerte erzielt:
- Gruben – Hotel Weisshorn
- Startzeit: 07.35 Uhr
- Ankunftszeit: 10.25 Uhr
- Distanz: 11 km
- Aufstieg: 1100 m
- Abstieg: 600 m
- Laufzeit: 02.50 h
- Anzahl Schritte: 8’000
- Tempo: 15.29 min/km
- Hotel Weisshorn – Grimentz
- Startzeit: 10.30 Uhr
- Ankunftszeit: 12.35 Uhr
- Distanz: 8 km
- Aufstieg: 200 m
- Abstieg: 1100 m
- Laufzeit: 02.05 h
- Anzahl Schritte: 8’000
- Tempo: 15.13 min/km
Komoot Daten
Tagesbericht
Ja, was war das für eine Nacht. Wir sind bereits so ab 21.00 Uhr ins Dösen geraten, hörten dann aber noch lautstark unsere italienischen Zimmergspändli diskutieren und lachen. Wir waren uns nicht ganz sicher, ob sie italienisch oder spanisch kommunizieren. Aber da sowohl Haude als auch Fourchi ihre Spanischkenntnisse am Verbessern sind und wir nichts verstanden haben, so schliessen wir daraus, dass es Italienisch gewesen sein muss. Jedenfalls flachte die Diskussion mit der Zeit dann auch ab und es kehrte Ruhe ein.
Erstaunlicherweise war dies wirklich eine unserer besten Nächste auf der diesjährigen Wanderung, und das in einem Touristenlager. Es blieb ruhig und die Airpods mussten nicht eingesetzt werden. Am Morgen kitzelten die ersten Sonnenstrahlen Fourchis Gesicht direkt durch das Fenster über seiner Matratze und so waren wir beide bereits vor unseren gestellten Weckern um 06.30 Uhr wach. Aber wir blieben wiederum kurz liegen, bis es dann losging und Bewegung im Zimmer aufkam.
Also begannen wir uns auch langsam vorzubereiten, allerdings waren Wartezeiten bei der Toilette nicht zu umgehen. Irgendwie kam uns das alles aber gar nicht so hektisch vor wie befürchtet. Und so konnten wir dann kurz nach 07.00 Uhr bereits mit unseren Rucksäcken zum Frühstück schreiten. Wir bedienten uns am Buffet und waren beide zufrieden mit unserer heutigen Wahl, Haudes Lächeln unterstreicht das.

Und so verliessen wir schon um 07.30 Uhr das Hotel Schwarzhorn nach draussen, wo Haude sich seiner heutigen Challenge stellte. Und zwar stand „Froschhüpfen“ auf dem Programm – er entschied sich das ohne Rucksack und Geräusche zu machen. Bei den Geräuschen sprang deshalb Fourchi in die Bresche und verleiht Haudes Challenge somit noch einen feinen Touch.
Und so konnten wir etwas früher als erwartet in die heutigen zwei Etappen starten. Heute war Haude zum letzten Mal auf der diesjährigen Tour an der Reihe mit dem Morgengruss – er brauchte dafür zwei Anläufe, wie er selber auch im Video noch gesteht (im Blog hätte es aber sowieso gestanden):
Direkt aus dem Hotel ging es ein kurzes Stück abwärts, bevor wir dann auch schon die erste Brücke überqueren mussten… Ihr wisst ja, was das heisst:

Und nach diesem kurzen Spass ging es auch schon direkt rein in den Aufstieg in Richtung Meidpass. Ähnlich wie gestern nach dem Abstieg nach St. Niklaus war dieser Aufstieg von Anfang an ziemlich steil. Haude übernahm heute die Führung und stürmte hinauf, als wenn es kein Morgen gäbe. Okay, war etwas übertrieben – er nahm natürlich Rücksicht auf Fourchi, damit ihm dieser auch schön folgen konnte.
Es war zum Start der Etappe eher kühl, aber mit dem Aufstieg heizten sich unsere Körper sehr rasch auf und somit war das Kurzarm Tenü für heute genau die richtige Wahl. Die Wege führten uns anfänglich durch den Wald, später dann nach Überschreiten der Baumgrenze über Wiesen und dort hatten wir dann auch mal wieder das Vergnügen, eine ganze Kuhherde zu durchwandern.





Nach ungefähr 40 Minuten hatten wir die ersten steilen Höhenmeter hinter uns gebracht und Fourchi machte doch schon einen ziemlich erschöpften Eindruck.

Von jetzt an übernahm Fourchi die Führung und führte uns sogleich in ein Indianerdorf. Wir vergewisserten uns aber nicht, ob da tatsächlich jemand im Tipi untergebracht war – es sah aber schon ziemlich cool aus.

Ab jetzt änderte sich die Landschaft, da wir die Baumgrenze definitiv hinter uns gelassen hatten. Es wurde etwas karger, aber die Wege wurden dafür etwas flacher und die Steigungen waren nicht mehr ganz so zahlreich und hart. Der Himmel war aber ziemlich dunkel und es wehte ein fieser Wind. Deshalb entschieden wir uns dann nach etwas mehr als einer Stunde Laufzeit, unsere Jacken anzuziehen.





Erstmals während unserer Wanderung hatten wir keinen Empfang mehr. Angesichts des laufenden Rigi Schwinget ein denkbar ungünstiger Moment und so waren wir tatsächlich einen Moment lang nicht auf dem aktuellsten Stand. Nein, wir machen natürlich nur Spass – es war völlig okay, dass wir da keinen Empfang hatten. Wir sahen weit und breit keine Menschen, es war einfach zauberhaft.
Wir marschierten weiter, denn der Meidpass war zwar in der Ferne schon erkennbar, aber der Weg dahin war noch ein steiniger. Der Wind wehte weiter und wir waren froh, dass wir unsere Jacken angezogen hatten. Die Finger wurden langsam auch kalt und so fiel das fotografieren auch nicht mehr so leicht. Nach ungefähr 01.30 Stunden erreichten wir dann den Meidsee und das war ein herrlicher Anblick.

Am Ufer des Sees entdeckten wir noch zwei Camper, welche gerade dabei waren, ihre Sachen zusammenzupacken und wohl auch noch weiterzumarschieren. Das hat schon auch seinen Reiz, im Freien zu übernachten – auf unserer Tour wäre das aber absolut fehl am Platz.
Und wie auch schon gestern wurde es dann kurz vor dem Erreichen der Passhöhe nochmals ordentlich steil. Zwar nicht mehr ganz so steil, aber dennoch eine ordentliche Herausforderung für den inneren Schweinehund. Noch eine Serpentine und noch eine Serpentine, und weils so schön war, nochmals eine Serpentine.



Und dann, nach 01.45 Stunden Laufzeit erreichten wir den Meidpass auf 2790 m.ü.M. und das ist halt immer wieder ein tolles Gefühl. Haude posierte stilsicher für das nächste Passfoto mit dem Meidsee im Hintergrund.

Eigentlich sehr schade, aber wir mussten auch hier wieder direkt den Abstieg in Angriff nehmen. Es ging ein heftiger Wind und das war überhaupt nich einladend zum Verbleiben. Das Panorama war aber wieder atemberaubend und wir hätten wirklich gerne da oben einen Snack konsumiert. Naja, es ging also wieder runter.

Anfänglich stiegen wir sehr rasch viele Meter ab und entkamen so auch schon bald dem kräftigen Wind. Danach wurde es schon bald wieder flacher und wir konnten den Abstieg einigermassen geniessen. Haude konnte zwischenzeitlich auch die Ergebnisse vom Rigi Schwinget abrufen und Fourchi entsprechend updaten.



Auf diesen Bildern ist auch bereits schon das Hotel Weisshorn und somit unser erstes Etappenziel zu erkennen. Wir haben es vermutet, waren uns aber nicht ganz sicher. Für uns spielte das ohnehin keine Rolle, denn wir stiegen zügigen Schrittes ab, begegneten dann doch auch noch ein paar wenigen Wanderern und legten nach etwas mehr als 02.15 Stunden noch eine weitere Pause ein, um uns unserer Jacken zu entledigen. Es stand jetzt nämlich nochmals ein Aufstieg zum Hotel Weisshorn bevor.


Auf dieser kurzen Strecke konnten wir dann unser Tempo nochmals ausspielen und diverse Wanderer überholen. Kurz vor dem Ende ging es nochmals steil hinauf und wir näherten uns einer Trailrunnerin, welche am Limit ging. Aber fürs Überholen reichte es nicht mehr, das Terrain wurde flacher und wie wir gestern (Beast Mode) legte sie nochmals einen Zacken zu und wir liessen ihr natürlich diesen Triumph.
Und da war es dann auch schon, das Hotel Weisshorn und somit unser erstes Etappenziel, welches wir früher als erwartet nach 02.45 Stunden Laufzeit bereits erreichten.


Eine Pause erachteten wir noch nicht als nötig und so entschieden wir uns für den Weitermarsch… Aber in welche Richtung? Fourchi und Haude waren sich nicht einig, auch nach Konsultation der App nicht. Nachdem Fourchi ungefähr 5 Minuten hin und her gelaufen ist und sich versuchte zu orientieren, gingen wir letztendlich in die Richtung, welche Haude vorgeschlagen hatte und das war auch richtig.
Die zweite Etappe des Tages sollte und relativ flach mit wenigen Höhenmetern und einem Abstieg nach Ayer (wenn man es ausspricht, dann klingt es nach „Eier“ und das fanden wir schon wieder wahnsinnig lustig), bevor es dann noch hinauf nach Grimentz gehen sollte.
Jedoch ging es gleich zu Beginn nochmals ein gutes Stück aufwärts, bevor wir uns auf einer kurzen ca. 2.5 Kilometer langen Wanderung auf herrlichen Pfaden wiederfanden – das war herrlich.



Nach ca. 30 Minuten verspürten wir einen kleinen Appetit und so entschieden wir uns, eine kurze Pause einzulegen. Dabei haben uns sicher 5-10 Trailrunner passiert – wir befanden und nämlich auf der bekannten Strecke zwischen Sierre und Zinal. Nach der Pause montierten wir wieder unsere Jacken, weil es wieder etwas kühler wurde – ein ständiges On Off.

Die Pause wurde dann etwas länger, also ca. 10-15 Minuten. Wir verpflegten uns mit Riegeln, Süssigkeiten und Flüssigkeiten und fühlten uns dann bereit, die Etappe bis nach Grimentz weiterzuführen. Das Bild änderte sich noch nicht, die Wege waren weiterhin wunderschön zu begehen.



Danach folgte aber eine Verzweigung und unser Abstieg nach Ayer nahm langsam Fahrt auf – sprich es wurde steiler. Und erstmals in diesem Jahr fanden wir von Kühen verwüstete Wege vor, welche mit Wasser geflutet waren. Und so mussten wir uns das eine oder andere Mal eine alternative Route suchen, um nicht einen Schoggistich oder nasse Schuhe zu kassieren. Haude entschied sich im Laufe des Abstiegs nochmals für einen kurzen Boxenstop, um seine Jacke wieder in den Rucksack zu packen. Fourchi seinerseits zog mit der Jacke an weiter durch.




Es folgte auch mal eine kurze Phase über Schotterstrassen, dann ging es jedoch wieder auf Waldwanderwege und wir merkten, dass wir so langsam aber sicher an Höhe einbüssten und unserem Ziel näher kamen. Es kam noch zu einer Situation, wo wir nicht wussten, welcher Weg der richtige wäre. Keine Signalisation, einfach eine Abzweigung und beide Wege waren aus unserer Sicht völlig legitim zu begehen. Also schaute sich Haude einen mal ein paar Meter an, dann aber entdeckte er Wanderer auf dem anderen Weg und für diesen entschieden wir uns dann auch. Noch kurz im App gecheckt – passte alles. Wir setzten unseren Abstieg durch Wälder – relativ steil und unangenehm für die Knie – fort.


Für Abwechslung waren wir selbst besorgt, indem Haude Fourchi zu einem Foto mit einem Baum aufforderte, weil gemäss seinen Aussagen die Fotos des Abstiegs sonst alle gleich aussähen. Kurze Zeit später folgte ein interessantes Kuhgatter, welches wir in dieser Kombination auch noch nie so vorgefunden hatten.


Übrigens möchten wir hier noch einen Einschub machen. Kurz vor Fourchis Foto mit dem Baum entdeckten wir eine Wildkamera an einem Baum. Und zwei solche hatten wir bereits vorgestern auf der Etappe von Saas-Fee nach Grächen entdeckt. Leider ging dies im Blog vergessen. Speziell sind nicht die Wildkameras selber, sondern Haudes Reaktion darauf – er hat ihnen immer einen Kuss zugeworfen. Es wäre also interessant zu wissen, wie die Konsumenten dieser Aufnahmen der Wildkameras den Kuss einordneten.
Zurück zum Wesentlichen: Ayer kam nun definitiv näher und nach einem zähen und anstrengenden Abstieg erreichten wir nach ungefähr 01.45 Stunden Laufzeit ab dem Hotel Weisshorn das Dorf Ayer.

Kaum im Dorf angekommen fühlte sich Haude verpflichtet, in seinem heutigen Schweizer Trikot unter all den Girlanden aus Schweizer Fahnen ein weiteres Foto zu schiessen. Wir stiegen also durch das Dorf weiter in Richtung der möglicherweise gesperrten Passage nach Grimentz ab (das hatten wir im gestrigen Blog mal angetönt).


Wenig später fanden wir die besagte Stelle und waren unschlüssig, was das Ganze zu bedeuten hatte. Es gab offiziell eine Absperrung, welche aber irgendwie „aufgerissen“ wurde. Die Wegweiser nach Grimentz und auch des Alpenpässeweges (Route 6) waren weiterhin durchstrichen. Wir entschieden uns weiterzugehen und zu schauen, was uns da noch erwarten würde.

Nun folgte ein steiler Abstieg über hohes Gras und irgendwie hatten wir kein gutes Gefühl bei der ganzen Sache. Und tatsächlich nach einigen hundert Metern standen wir vor der nächsten Absperrung und konnten beim besten Willen keinen Wanderweg mehr erkennen.

Wir schauten uns kurz um, kamen dann aber rasch zum Schluss, dass wir hier definitiv nicht mehr weiterkommen würden und so marschierten wir den ganzen steilen Abstieg also wieder hinauf zum Dorf Ayer.

Es hätte sicher andere Tage gegeben, an denen uns dieser Umstand masslos geärgert hätte. Aber heute waren wir wirklich gut drauf und wussten, dass es hier schlichtweg keine Alternative gibt. Also schossen wir noch ein Foto beim offiziellen Wegweiser von Ayer und beendeten die heutige Etappe nach gut zwei Stunden Laufzeit rund 4 Kilometer vor dem Ziel in Grimentz.

Da es keine alternative Route gab, mussten wir nach einem Postauto Ausschau halten und tatsächlich würde in wenigen Minuten ein solches bei uns in der Nähe anhalten. Für uns war klar, dass dies für heute der einzig richtige Weg ist und so bewegten wir uns zur Haltestelle und versuchten da die Wartezeit zu überbrücken.


Uns plagte keinesfalls ein schlechtes Gewissen, denn für diese Wegsperre und eine fehlende alternative Route traf uns keinesfalls ein Verschulden. Zudem hätten wir vermutlich noch etwas weniger als eine Stunde Laufzeit mit ein paar Höhenmetern absolvieren müssen – da haben wir schon ganz andere Sachen gemeistert.

Das Postauto sollte uns bis nach Vissoie bringen, wo wir dann in ein anderes Postauto umsteigen müssten, um nach Grimentz zu gelangen. Jedoch scheint da unten wirklich ordentlich was los zu sein und nach 15 Minuten im Postauto wurden wir alle zum Aussteigen gezwungen, damit wir in zwei kleinere Busse umsteigen konnten. Das grosse Postauto wäre auf dieser Umleitung schlichtweg nicht durchgekommen. Auch das war für uns natürlich in der Situation kein Problem – und wir leisteten keinen Widerstand.
In Vissoie angekommen bestiegen wir das nächste Postauto nach Grimentz und staunten auch da wiederum nicht schlecht, wie der Chauffeur dieses Fahrzeug durch die engen Kurven der Bergdörfer manövrierte. Im Gegensatz zu Binn war diese Strecke geprägt von vielen Kehrtwenden und somit nochmals etwas Neues für uns.

Trotz des unfreiwilligen Abbruchs der heutigen Etappe waren wir zufrieden (Haude zumindest), aber Fourchis „Lätsch“ wich wenig später auch wieder einem fetten Lächeln. Bei der Endstation konnten wir dann aussteigen und mussten keine 100 Meter mehr zurücklegen, um zu unserer Unterkunft Alpina zu gelangen.

Jetzt war Haude als gut erholt von der Postautofahrt und konnte seine Künste im „Froschhüpfen“ erneut unter Beweis stellen. Etwas überraschend entschied er sich jetzt für die Variante mit Rucksack, die Geräuschkulisse blieb aber erneut aus und so übernahm Fourchi wieder das Quaken.
Das war wirklich eine reife Leistung von Haude, zumal die Strecke noch eine Steigung aufwies und er somit noch mehr Kräfte mobilisieren musste. Bravo Haude!
Danach begaben wir uns ins Hotel an die Reception für den Check-In. Es war erst kurz vor 14.00 Uhr und unser Zimmer leider noch nicht bezugsfertig. Also setzen wir uns in der Lounge schon mal hin, fanden einen Platz nahe der Steckdose und konnten so unsere Gerätschaften schon mal aufladen (aufgrund der gestrigen Notsituation im Touristenlager waren unsere Geräte akkumässig teilweise schon ziemlich am Limit). Haude besorgte uns noch kalte Getränke (Sinalco für Fourchi und Cola für Haude), während Fourchi schon mal mit den Vorbereitungen für den Blog starten konnte. Parallel dazu folgten wir dem Rigi Schwinget.
Um 15.00 Uhr konnten wir dann nochmals an der Reception antraben und jetzt war unser Zimmer auch bereit. Fourchi lauschte den französischen Instruktionen des Receptionisten und wusste gekonnt mit ein paar stichhaltigen französischen Wörtern zu überzeugen: Oui, d’accord, parfait, merci beaucoup…
Fourchi konnte mit seinen Französisch Kenntnissen immerhin klarmachen, dass wir beide um 16.00 Uhr den Spabereich mit Sauna und Whirlpool aufsuchen können. Dies musste man nämlich reservieren und es waren jeweils maximal acht Gäste zur gleichen Zeit zugelassen.
Danach gingen wir in unser Zimmer – einmal mehr eine tolle Auswahl mit herrlichem Ausblick – gönnten uns eine frische Dusche und verfolgten die Rigi Schwinget am ersten Fernsehen in einem Zimmer dieses Jahr.
Schon bald war es 16.00 Uhr und wir warfen uns in die erhaltenen Bademäntel und begaben uns in den Spabereich, wo einzig ein weiterer Mann zugegen war. Dieser kam uns aber etwas seltsam vor – wir hatten beide diesen Eindruck. Aber unsere gute Laune liessen wir uns davon überhaupt nicht vermiesen.

Nun folgte ein kurzer 10-minütiger Saunagang, bevor wir uns nach draussen in den Whirlpool wagten. Da sind wir dann tatsächlich fast 30 Minuten liegen geblieben und wurden scho fast schrumpelig – Fourchi ist sogar fast eingeschlafen und erst aufgewacht, als Haude den Whirlpool wieder verlassen hat. Wir gönnten unseren Körpern also eine kleine Genugtuung nach all den Strapazen der letzten Tage. Wir hoffen sehr, dass unsere Körper uns dies mit einer Meisterleistung morgen danken werden.

Nach dem Whirlpool lag noch eine kurze zweite Session in der Sauna drin, bevor wir dann wieder geduscht und in unser Zimmer zurückgekehrt sind – tiefenentspannt wie noch selten auf diesen jährlichen Wanderungen.
Genau rechtzeitig zum Schlussgang des Rigi Schwinget waren wir also wieder im Zimmer und konnten den Sieg von Staudenmann mitverfolgen. Natürlich hätten wir uns einen Innerschweizer ganz vorne gewünscht, aber die Berner Fraktion war heute schlichtweg zu stark.

Was für ein gemütlicher Nachmittag, und das mitten während einer jährlichen Elite on Trail Wanderung – daran könnten wir uns wirklich gewöhnen. Es stand jetzt auch noch eine erste Runde Whisky an. Aufgrund der herrlichen Aussicht, konnte Haude auch heute wieder ein wunderbares Bild zaubern.

Das Abendessen stand dann erst um 19.00 Uhr auf dem Plan und so hatten wir noch genügend Zeit, uns weiter auszuruhen und einfach mal etwas mehr zu geniessen als an anderen Tagen. Erstmals war das Abendessen nicht bereits in der Buchung inbegriffen und so waren wir sehr gespannt, was uns heute erwarten würde.
Unten angekommen entschieden wir uns aufgrund des angenehmen Wetters für einen Platz draussen. Es lief gemütliche Musik, das Restaurant war nicht allzu voll und so verspürten wir schon fast ein Ferienfeeling – gefährlich…
Aus der Karte entschieden wir uns dann zunächst beide für einen Salat als Vorspeise und eine Pizza (Fourchi wählte Margherita, Haude entschied sich für Quattro Stagioni).
Bevor aber der Salat serviert wurde, kamen wir noch in den Genuss eines kleinen Amuse Bouches: eine leckere Gemüsecrèmesuppe in kleinen Gläsern. Haude bemerkte sogleich, dass das mega schöne Whisky Gläser wären für unsere Wanderung. Aber wir gaben sie natürlich – wie es sich gehört – zurück.

Gleich danach folgte der Salat – aiaiai, der war vielleicht riesig. Aber wir hatten zum Glück grossen Hunger und so dauerte es gar nicht so lange, bis sich der Salat auf dem Weg in unsere Mägen befand.

Eine kurze Pause kam uns äusserst gelegen, doch dann kamen auch schon unsere Pizzen und unsere Augen strahlten – lecker schmecker Pizza.

Wir entschieden uns dann gegen ein Dessert (vielleicht morgen dann), beglichen wir die Rechnung und gingen wieder hoch in unser Zimmer. Da war noch genügend Zeit um uns auf das grosse Spiel heute Abend zwischen Spanien und Argentinien vorzubereiten.
Haude wird sich sicher das ganze Spiel anschauen – Fourchi wird eventuell wegnicken, versucht aber standhaft zu bleiben… Viva España!
Fazit
Heute sind wir wieder zwei Originaletappen gelaufen, jedoch waren diese in der Summe weniger anspruchsvoll als noch die gestrige Einzeletappe von Grächen nach Gruben. Der Aufstieg zum Meidpass und der darauffolgende Weg hin zum Hotel Weisshorn sind sehr empfehlenswert, auch wenn der Aufstieg hart ist. Wir genossen die Ruhe, die unterschiedlichen Landschaften und den Ausblick.
Wir waren zudem sehr schnell unterwegs, bis wir dann auf der zweiten Etappe in Ayer abrupt gestoppt wurden. Bei dieser zweiten Etappe fanden wir die ersten 2.5 Kilometer ab dem Hotel Weisshorn wirklich auch schön. Der Abstieg nach Ayer ist nichts besonderes und der Aufstieg nach Grimentz wäre wohl auch nicht sonderlich aufregend gewesen. Es ist sehr schade, dass es keine Alternativroute gab, obwohl diese Sperrung schon seit einiger Zeit in der App ersichtlich ist.
Mit unserem Entscheid, in diesem Fall auf das Postauto zurückzugreifen, sind wir weiterhin zufrieden und würden es wieder genauso entscheiden. Das hat auch den süssen Nebeneffekt, dass wir vor der morgigen Abschlussetappe wirklich nochmals alle Reserven auffüllen konnten. Natürlich auch in Ergänzung mit der Sauna und dem Whirlpool.
Wettertechnisch war es heute grösstenteils bewölkt, aber immer trocken und nie gewittrig. Haude meinte zwar, dass er das eine oder andere Mal einen Regentropfen gespürt hatte. Allerdings war der Wind teilweise stark und ziemlich kühl und deshalb trugen wir zwischenzeitlich auch unsere Jacken. Wir wollen uns aber nicht beklagen, insgesamt war es heute für uns so sehr angenehm.
Ausblick
Es ist bald geschafft, nur noch eine einzige Etappe trennt uns vom Abschluss unserer diesjährigen Tour. Also eigentlich sind es ja drei Etappen, aber wir möchten diese alle morgen zurücklegen und dann völlig erschöpft in Arolla eintreffen, um auf unseren Triumph anzustossen.
Bis dahin gilt es aber zuerst den Becs de Bosson auf fast 3000 m.ü.M. zu bezwingen. Danach folgt ein steiler und langer Abstieg über 1700 Meter nach Evolène, bevor wir dann noch die letzte Etappe mit nochmals über 1500 zu bewältigenden Höhenmetern nach Arolla in Angriff nehmen.
Das Beste kommt ja wahrlich immer zum Schluss und wir hoffen, dass wir diese happige Etappe morgen so meistern können. Zeittechnisch haben wir keinen Druck, weil wir dann am Folgetag sowieso ab Arolla heimreisen. Und mit dem Blog müsst ihr euch morgen dann halt sicher gedulden. Hier nochmals kurz die Eckdaten zu Morgen:
- Geplanter Start: 07.30 Uhr
- Distanz: 10km + 11km + 15km = 36km
- Aufstieg: 3100 m
- Abstieg: 2670 m
- Geplante Wanderzeit: 14.30 Stunden
- Gewünschte Ankunftszeit: 18.00 Uhr
Das Wetter für morgen sieht prächtig aus – Sonne pur… Da wir aber hoch in den Bergen unterwegs sind, sollte die Hitze für uns kein Problem darstellen. Eventuell müssen wir dann das eine oder andere Mal Sonnencrème nachschmieren.
Drückt uns die Daumen, und wir melden uns dann morgen ein letztes Mal aus Arolla.

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