Tag 1: Binn – Rosswald – Simplon Hospiz


Eckdaten zum heutigen Tag

Originalplanung

Die Originalplanung für unsere heutige Etappe bestand aus zwei Etappen:

  • Binn – Rosswald
  • Distanz: 17 km
  • Aufstieg: 1350 m
  • Abstieg: 900 m
  • Laufzeit: 06.20 h
  • Rosswald – Simplon Hospiz
  • Distanz: 19 km
  • Aufstieg: 1150 m
  • Abstieg: 950 m
  • Laufzeit: 06.25 h

Mit unserer Planung für den gesamten Tag lagen folgende Werte zugrunde:

  • Binn – Rosswald – Simplon Hospiz
  • Distanz: 36 km
  • Aufstieg: 2500 m
  • Abstieg: 1850 m
  • Laufzeit: 12.45 h

Link zur Übersicht: 2026 – Alpenpässeweg Teil 2 (6  Tage)

Unsere Ergebnisse

Anhand unserer Tracker haben wir folgende Durchschnittswerte erzielt:

  • Binn – Rosswald
  • Startzeit: 06.40 Uhr
  • Ankunftszeit: 10.40 Uhr
  • Distanz: 18 km
  • Aufstieg: 1400 m
  • Abstieg: 900 m
  • Laufzeit: 04.00 h
  • Anzahl Schritte: 17’000
  • Tempo: 13.46 min/km
  • Rosswald – Simplon Hospiz
  • Startzeit: 10.40 Uhr
  • Ankunftszeit: 15.30 Uhr
  • Distanz: 19 km
  • Aufstieg: 1050 m
  • Abstieg: 980 m
  • Laufzeit: 04.50 h
  • Anzahl Schritte: 18’000
  • Tempo: 15.17 min/km
Komoot Daten

Leider können wir vorerst keine Route ins Komoot synchronisieren. Wir kriegen es aktuell nicht hin, das hier vernünftig anzuzeigen. Vielleicht können wir das Problem dann morgen lösen, so sorry.

Tagesbericht

Bevor wir mit dem Tagesbericht starten, beantworten wir kurz eure brennendsten Fragen:

  • Ja, wir sind gut im Simplon Hospiz angekommen, ohne Stürze und ohne Verletzungen
  • Ja, wir wurden ordentlich von Regen, Gewitter und Hagel heimgesucht, aber wir haben es überstanden
  • Ja, es waren grundsätzlich zwei wunderschöne Etappen, welche sich allemal zu laufen lohnen

Nun denn: Wie gestern angekündigt klingelten unsere Wecker um 05.55 Uhr, sodass wir frühzeitig loslegen können. Vielleicht blicken wir zuerst noch kurz auf die Nacht zurück: Haude hat sich den ganzen Match zwischen Frankreich und Spanien gegeben, Fourchi hingegen hatte nach der Halbzeit genug und döste von da an vor sich hin. Mit dem Ergebnis am Morgen danach war Fourchi sehr zufrieden, Haude eher weniger.

Wir bereiteten uns also auf unsere erste diesjährige Etappe vor. Dazu gehörte neben Zähneputzen und Sonnencrème einschmieren auch das finale Packen des Rucksacks und das Vorbereiten der Getränke. Dann schlüpften wir noch in unsere Schuhe, warfen uns die Rucksäcke auf den Rücken und gingen runter, um unser vorbereitetes Frühstück aus dem Kühlschrank zu holen. Leider haben wir es komplett verpasst, davon ein Foto zu schiessen, deshalb hier eine kurze Auflistung des Inhalts:

  • 0.3l Fläschli Rivella rot
  • Aprikose
  • Apfel
  • Schinkensandwich
  • Käsesandwich

Wir haben uns beide jeweils das Schinkensandwich gegönnt, danach noch den Apfel und die Aprikose. Das Rivella und das Käsesandwich haben wir dann zurückgelassen, weil uns das so gereicht hat. Um 06.30 Uhr standen wir dann vor dem Hotel und jetzt gibt es eine Neuerung in diesem Jahr. Fourchi hatte die glorreiche Idee, dass einer von uns jeweils am Anfang und am Ende einer Etappe eine kleine Einlage macht. Für die erste Session entschied er sich für 5 Burpees. Und so sah das Ganze also um 06.30 Uhr aus:

Ihr habt jetzt natürlich alle die Möglichkeit, uns eure Ideen mitzuteilen. Macht das gerne über Whatsapp, Insta oder über einen Kommentar im Blog und dann können wir morgen früh entscheiden, was genau Haude vorzeigen muss. Es müssen nicht zwingend solche Übungen wie Burpees sein, es kann eigentlich alles sein. Aber es soll Sinn machen, um dann einen Vorher-Nachher-Vergleich anzustellen. Das Video von Fourchis Burpees am Ende der heutigen Etappe findet ihr natürlich dann auch erst am Ende des Blogs.

Wir konnten also nach dieser Aufnahme losmarschieren und wie bereits im letzten Jahr starten wir mit einer kleinen Videobotschaft. Heute gebührt diese Ehre Haude und ihr könnt ihm gerne zuhören, was der gute Mann zu berichten hat:

Ja, wir hatten vor dem Losmarschieren natürlich nochmals das Radar von Meteo konsultiert und wie es so ist, hat sich die Situation über Nacht nochmals komplett verändert und nun drohten die ersten Gewitter nicht erst um 16.00 Uhr sondern bereits um 14.00 Uhr. Naja, wir wollten trotzdem mal loslaufen und wie ihr sehen werdet, war auch diese Angabe nicht korrekt…

Gleich zum Start überquerten wir die Binna über eine ganz hübsche Brücke. Ihr könnt diese im Video von Haude erkennen, und Fourchi hat Haude bei seiner Videoaufnahme noch fotografisch festgehalten. Leider sieht man nicht die ganze Brücke, aber sie war ja gestern auf dem Titelbild des Blogbeitrags zur Anreise.

Natürlich fühlten wir uns super und waren sehr gespannt, was der heutige Tag für uns bereithalten würde. Zu Beginn ging es praktisch nur abwärts bis nach Ze Binne und wir hatten noch genügend Zeit und Puste, den dunklen Himmel zu beobachten und bereits das eine oder andere Foto zu schiessen.

Gleich danach begann aber schon ein erster schweisstreibender Aufstieg und dabei setzte auch zum ersten Mal leichter Regen ein. Da wir uns aber grossmehrheitlich auf Waldwegen empor kämpften, störte uns dieser leichte Regen gar nicht. Ganz im Gegenteil, er kühlte super ab und täuschte darüber hinweg, dass wir bereits völlig schweissgebadet waren. Haude ging vorneweg und Fourchi hatte grösste Mühe ihm irgendwie zu folgen. Da kam in Fourchi rasch mal die Frage auf: Scheisse, wenn ich jetzt beim ersten Anstieg schon schlapp mache, wie soll ich das in den nächsten 6 Tagen bloss durchhalten? Haude bekam von Fourchis Gedanken nichts mit, sondern stieg solid weiter und zog Fourchi – rein psychologisch und nicht physisch – mit.

Nach ungefähr einer Stunde war das Gröbste des steilen Aufstiegs geschafft und ab da wurde die Steigung viel angenehmer, obwohl wir weiterhin fleissig Höhenmeter zurücklegten. Das war auch nötig, weil schlussendlich mussten wir auf über 2500 Meter kommen, um den Saflischpass letztendlich zu überqueren. Aber wir konnten auf diesen leicht ansteigenden Schotterstrassen eine super Pace hinlegen, sodass wir uns in grossen Schritten unserem ersten Pass näherten.

Da kam dann aber doch noch mal etwas dazwischen. Und zwar kamen wir vor eine Verzweigung mit folgender Konstellation:

Wärt ihr hier links runtergelaufen? Wir waren da auch schon auf dem Weg, aber dann hat Fourchi seine schlaue App (schweizmobil) gezückt und konnte mit Sicherheit sagen, dass wir rechts weitergehen müssen. Im Nachhinein wurde uns dann auch klar, dass die Markierung rot-weiss-rot ja gar nichts mit Wanderwegen zu tun hat. Bergwanderwege sind weiss-rot-weiss markiert und so konnten wir auch dieses Rätsel für uns lösen.

Allgemein hatten wir am heutigen Tag hin und wieder Schwierigkeiten, den Signalisationen zu folgen, weil diese schlichtweg fehlten. Also benötigen wir etwas häufiger die Unterstützung von der App, welche sich aber teilweise mit anderen Signalisationen nicht ganz einig war. Naja, wir mussten dann den einen oder anderen zusätzlichen Meter zurücklegen, aber wirklich schlimm, war das nicht.

Weiter im Text. Wir waren ja auf dem Weg in Richtung Saflischpass und da begann es dann erneut zu regnen. Nachdem wir zunächst weitergelaufen waren, entschieden wir uns dann doch dazu, die Regenjacken anzuziehen und den Rucksack einzupacken. Der Rucksack blieb ab diesem Zeitpunkt dann immer eingepackt. Bei der Regenjacke hingegen ergab sich ein On-Off-Spiel. Nach wenigen Minuten liess der Regen nach und weil dann auch gleich die Sonne schon wieder mächtig aufheizte, entledigten wir uns der Regenjacke auch schon bald wieder.

Auf diesem Weg sind wir übrigens auch einigen Murmelis begegnet, welche teilweise nicht mal mit ihren Pfiffen Alarm geschlagen haben. Zudem durften wir zwei Kuhherden durchqueren – das verlief alles ohne Probleme.

Und dann kurz vor der Passhöhe haben wir auf einem Stein eine Gruppe von vier Personen erkannt, welche sich gerade verpflegten und sich einen Weisswein genehmigten. Wir tauschten uns kurz mit ihnen aus und berichteten von unserer Route – sie wussten besser, wo wir noch überall vorbeikommen würden, uns sagten diese Hütten oder Alpen teilweise gar nichts. Jedenfalls hörte man gut ihren Walliser-Dialekt heraus. Wir haben uns dann auch kurz gefragt, ob wir nicht auch lieber zu solchen Genusswanderern werden wollten – es sah schon sehr gemütlich aus.

Aber wir verwarfen den Gedanken rasch wieder und widmeten uns den letzten Metern zum Saflischpass auf 2563 m.ü.M., welchen wir dann nach 02.45 Stunden Wanderzeit auch tatsächlich erreichten. Es war zwar sonnig, aber äusserst windig und so gingen wir direkt in den Abstieg nach Rosswald über.

Aber zunächst eröffnete sich uns ein unglaublich wunderbares Panorama auf die Walliser Viertausender. Auch wenn wir diese nicht benennen konnten, war es doch auch für uns ein eindrücklicher Anblick. Der Abstieg begann äusserst sanft und wir konnten weiterhin aufs Tempo drücken. Wir haben dann beim Abstieg auch noch den einen oder anderen weiteren Wanderer gekreuzt, aber wirklich vielbelaufen war die Route am heutigen Tag definitiv nicht.

Wer auf dem letzten Bild der Galerie ganz genau hinschaut, sieht ein Walliser Schwarznasenschaf, welches sich von seiner Herde entfernt und uns genähert hat. Leider hat es sich nur genähert und deshalb hat Haude dann dieses Foto aus dieser Distanz geschossen (ja er hätte auch zoomen können, diese Funktion ist ihm sicher bekannt).

Übrigens waren wir davon überzeugt, dass wir in diesem Jahr keine Schneefelder durchqueren werden müssen. Aber das war eine klassische Fehlannahme, denn beim Abstieg vom Saflischpass mussten wir dann prompt ein kleines Schneefeld traversieren. Aber das bereitete uns keinerlei Probleme und gekonnt souverän haben wir das gemeistert.

Bevor der Abstieg steiler wurde, entdeckten wir noch ein kleines Bänkli und legten da die erste kleine Pause ein. Ansonsten haben wir jeweils nur angehalten, um das Regenzeugs anzuziehen oder kurz einen Schluck zu trinken. Jetzt gaben wir uns doch ganze 5 Minuten, um mal einen Riegel zu verdrücken und Fourchi nutzte diese Gelegenheit für ein Medical Timeout.

An seiner linken Ferse zeichnete sich eine Druckstelle ab und war auch schon leicht gerötet. Gekonnt klebte Fourchi das erste Blasenpflaster hin – leider zu hoch… Also folgte sogleich ein zweites darunter und dann passte es wieder.

Wir näherten uns also unserem ersten Etappenziel Rosswald und wir bewanderten einmal mehr ein kleines Skigebiet. Der Abstieg wurde steiler und verlagerte sich von weichem Untergrund auf harten Stein. Das war etwas unangenehmer zum Runterlaufen, aber die Wanderungen sind ja kein Wunschkonzert.

Als wir dann unten vermeintlich in Rosswald angekommen waren, konsultierten wir erneut unsere App, weil eben einmal mehr kein Wegweiser mit der Route 6 ersichtlich war. Und wie es der Zufall will, sind wir eine ordentlich grosse Schlaufe gelaufen, und zwar sehr steil bergab. Und um wieder an den richtigen Ort zurückzukehren, mussten wir auf der anderen Seite wieder alles genau so steil bergauf… Wir sind aber überzeugt, dass wir keinen Wegweiser verpasst haben – und ihr treuen Leserinnen und Leser teilt diese Meinung garantiert…

Jedenfalls hatten wir also nun nach vier Stunden unser erstes Etappenziel erreicht und mit dieser Zeit waren wir ziemlich zufrieden. Einmal mehr schauten wir auf das Niederschlagsradar und das so nun natürlich nochmals anders aus und uns drohte bereits am 13.00 Uhr ein heftiges Gewitter. Trotzdem entschieden wir uns dafür, loszumarschieren und bei Bedarf unterwegs dann entsprechende Massnahmen zu treffen. Es gab immer noch Möglichkeiten, zu einer Postautostation abzusteigen.

Der zweite Teil unserer heutigen Etappe führte uns zum Simplon Hospiz. Und der Einstieg in die Etappe war wirklich goldig. Ein wunderschöner schmaler Weg durch den Wald und links davon ein kleines Bächli, welches liebevoll vor sich hin plätscherte. Da hätte man glatt einschlafen können, ein solch beruhigendes Gefühl.

Doch da hörte man doch plötzlich aus der Ferne einen Donner… Wir liessen uns davon aber nicht beirren, da wir keine Blitze sehen konnten. Also nahmen wir weiter Kurs auf das Simplon Hospiz, wobei uns noch mindestens drei Aufstiege sowie einige besonders exponierte Passagen bevorstehen sollten.

Den Start machte aber ein erstes Gewitter, welches heftigen Regen und auch erste Blitze in unserer Nähe mit sich brachte. Wie wir es gelernt haben, zählten wir die Sekunden zwischen Blitz und Donner und wussten dann, wie weit das Gewitter entfernt ist. Meistens war diese Dauer zwischen 3-6 Sekunden und somit das Gewitter 1-2 Kilometer entfernt. Für uns reichte das aus und wir fühlten uns sicher.

Trotzdem legten wir an einem etwas geschützten Platz mal wieder kurz eine Pause ein, um unsere Regenjacken anzuziehen. Diese Gelegenheit nutzten wir auch gleich, um unserem Elite-Kollegen Schaggi eine Geburtstagsbotschaft aufzuzeichnen. An dieser Stelle wünschen wir ihm und allen anderen Geburtstagskindern von heute alles Gute und viel Erfolg für das nächste Lebensjahr.

Bitte entschuldigt, dass wir während dieser Starkregenphasen keine Fotos gemacht haben. Aber es war eh schon unangenehm und Regentropfen auf dem Handy, das macht alles mit dem Fotografieren auch nicht einfacher. Zudem konzentrierten wir uns auf unsere Schritte, weil es nun natürlich auch immer rutschiger wurde. Das kleine Gewitter war ziemlich bald ausgestanden und so konnten wir nochmals Sonnenschein empfangen.

Und schon bald standen wir den exponierten Passagen gegenüber, welche bereits bei der Etappenbeschreibung erwähnt wurden. Haude ist da bekanntlich wegen seiner Höhenangst etwas vorsichtig unterwegs und zeigte entsprechend Respekt. Aber er hat diese langandauernden Passagen (ca. 0.5 km) souverän gemeistert und zurückgelegt. Ihr müsst natürlich auch noch berücksichtigen, dass wir da immer mit einem grossen und schweren Rucksack unterwegs sind, was das Ganze nicht unbedingt einfacher macht. Auf den Fotos sieht es ein bisschen weniger furchteinflössend aus.

Und weiter ging es bei temporär trockenen Bedingungen, bis wir auf eine hübsche Brücke stiessen, auf welcher wir uns zu einem Foto hinreissen liessen, um uns danach unserer Regenjacken zu entledigen. Es stand nämlich ein weiterer Aufstieg bevor.

Dieser Aufstieg war wieder saumässig steil und so langsam aber sicher gingen uns die Körner aus. Unser nächstes Ziel war dann die Bortelhütte, welche wir nach insgesamt 01.30 Stunden letztendlich auch noch im Trockenen erreichten.

Wir setzten uns draussen kurz hin, holten uns in der Hütte eine Apfelschorle (Haude) und einen Zitronensirup (Fourchi). Dieses Getränk war dann sehr schnell leergetrunken und danach machten wir uns auch schon wieder auf den weiteren Weg. Es stand uns jetzt ein weiterer Abstieg bevor, und dieser war leider genauso steil wie der vorherige Aufstieg. Zudem ist auf dem letzten Foto zu sehen, dass eine dunkle Front aufzieht und diese sollte uns wenige Minuten nach Abmarsch tatsächlich erwischen.

Erst kam der Regen, dann hörten wir die ersten Donner, dann kamen auch noch Blitze dazu und so langsam aber sicher war es uns dann doch etwas nah… Leider konnten wir aber nirgends unterstehen und so marschierten wir weiter über die rutschigen Felsen hinab. Wir waren sehr fokussiert und haben praktisch nicht miteinander gesprochen. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass wir am heutigen Tag trotz diesen schwierigen Bedingungen und anspruchsvollen Abstiegen keinen Sturz zu verzeichnen hatten.

Aber etwas Neues haben wir heute doch noch erlebt: Hagel. Es begann nach dem Gewitter zu hageln und obwohl die Hagelkörner glücklicherweise sehr klein waren, prasselten sie mit voller Wucht auf unsere Köpfe, Beine und Arme und es wurde in Kombination mit einem fiesen Wind wirklich langsam kalt. Naja, auch das haben wir offensichtlich überstanden, auch wenn jetzt die Füsse wirklich auch so richtig nass waren. Diese Regenschauer waren heftiger als die bisherigen.

Nach dem Abstieg ging es auf der anderen Seite sogleich hinein in den nächsten Aufstieg. Relativ am Anfang des Aufstiegs meldete sich Fourchi zu Wort, dass er jetzt eine Pause braucht und etwas essen muss. Also setzten wir uns kurz hin, Fourchi schaufelte sich zahlreiche Gummibärli in den Mund und auch Haude nutzte die Gelegenheit für ein paar Pfirsichringe.

Wie zu sehen ist, regnete es mal wieder eine Zeit lang nicht und so begaben wir uns also mit frischen Kräften auf den zweitletzten Anstieg. Dieser war wiederum extrem steil, aber nicht allzu lange und so konnten wir uns super durchbeissen. Direkt im Anschluss gab es nochmals einen kleinen Abstieg, bevor dann endlich der letzte Anstieg bevorstand.

Wir müssen an dieser Stelle noch festhalten, dass die Wanderwege auf dieser Etappe wirklich sehr schön angelegt waren und auch die Aussicht keine Wünsche offen liess. Aber wir waren am kämpfen, sahen schon das nächste Gewitter und hatten doch noch einige Kilometer zurückzulegen.

Bevor wir den letzten Aufstieg in Angriff nahmen, setzte nochmals heftiger Regen ein. Wir sahen einen kleinen Unterstand bei einem Haus und stellten uns kurz darunter, um die gröbsten Regenschauer und Gewitter passieren zu lassen. Zunächst funktionierte das super, aber dann kam der Wind dazu und der Regen traf uns mit voller Wucht. Uns wurde kalt und wir wollten losmarschieren, als ein sehr lauter Donner praktisch gleichzeitig mit einem grellen Blitz uns erstarren liess. Phuu, wir warten doch noch kurz…

Die Situation entspannte sich und wir nahmen den letzten Aufstieg durch Heidelbeersträucher in Angriff. Diesen meisterten wir ebenfalls in einem regelmässigen Tempo und ohne weiter nass zu werden. Danach stand uns der letzte steile Abstieg nach Schallbrett bevor, wo wir wiederum aufgrund der nassen Bedingungen grosse Vorsicht walten lassen mussten.

Es war zu diesem Zeitpunkt schon absehbar, dass wir nochmals von einem Gewitter erfasst werden würden, wenn wir dann zum Simplon Hospiz laufen würden, und so war es dann natürlich auch. Unsere Route führte über die Tunnel der Simplonstrasse und diese letzten 3 Kilometer waren echt nochmals hart zu ertragen. Es setzte starker Regen ein, begleitet von einem kalten Wind und Gewittern…

Wir träumten schon von der warmen Dusche im Hospiz, aber dafür mussten wir eben noch die restlichen Kilometer zurücklegen. Ihr musstet schon viel lesen, deshalb machen wir den Abschluss jetzt kurz: Wir haben uns durchgekämpft und kaum sind wir in Richtung Simplon Hospiz abgebogen, strahlte uns die Sonne wieder ins Gesicht. Nach etwas weniger als insgesamt 9 Stunden Laufzeit hatten wir unsere 37 km zurückgelegt, völlig zerstört, aber zufrieden.

Ach ja, da war doch noch was… Fourchi hatte zu Beginn der Etappe 5 saubere Burpees gezeigt. Er kam seiner Pflicht nach und direkt nach der Ankunft vor dem Hospiz wiederholte er das, und offensichtlich war ihm immer noch zum Lachen zumute.

Also nochmals der Aufruf an euch alle: Meldet euch mit weiteren Ideen, welche wir an den nächsten 5 Tagen gerne umsetzen werden.

Wir verweilten nach der Ankunft noch kurz draussen an der Sonne und liessen unsere Regenjacken und Rucksackhüllen trocknen, danach gingen wir aber rein und mussten an der Reception plötzlich unser Französisch auspacken. Auf unser Grüezi kam ein Bonjour zurück, aber Fourchi fand rasch den Faden und konnte das Check-In meistern. Wir haben ein Zimmer mit sechs Betten und einer eigenen Dusche mit WC erhalten. Das ist mal ein Luxus.

Danach folgte die Dusche – ooooh wooooooow, was für ein grossartiges Gefühl, einfach unter der warmen Dusche zu stehen und das Wasser über sich plätschern zu lassen. Das entschädigte sogleich für alle Strapazen der letzten 9 Stunden, welche wir über uns ergehen lassen mussten.

Haude liess Fourchi den Vortritt, damit sich dieser anschliessend um den Blog kümmern konnte. Leider kamen technische Probleme dazwischen und deshalb war alles sehr mühsam und dauerte lange, so sorry…

Danach begab sich Haude mit den Schuhen nochmals nach draussen, um diese an der Sonne trocknen zu lassen. Zusätzlich hat er diese auch mehrfach mit Zeitung ausgestopft, damit wir morgen im Idealfall mit trockenen Füssen starten können – Vielen Dank Haude, Ehrenmann.

Um 19.00 Uhr durften wir dann zum Abendessen im Esssaal antreten und kamen an einem Tisch mit vielen anderen Leuten zusammen. Zuerst zum Menü, welches wirklich tiptop war:

  • Pilzcrèmesuppe (Fourchi mag keine Pilze)
  • Schnipo mit Broccoli
  • Waldbeerencrème

Für uns passte das tiptop, zumal Fourchi vor dem Abendessen noch den Rest seiner 350g-Packung Gummibären verdrückt hatte.

Am Tisch kamen wir dann mit den anderen Personen wiederum ins Gespräch und konnten von unserem Vorhaben berichten. Und direkt neben uns sassen Vater und Sohn, welche vor 2 Jahren von Zürich ins Entlebuch gezogen sind – ihr könnt euch das Strahlen auf Haudes Gesicht sicherlich vorstellen.

Nach dem Abendessen haben wir noch die Rechnung beglichen und uns dann wieder auf unser Zimmer zurückgezogen, wo wir uns an unserem Elite Whisky bedienten.

Fazit

Wir haben den Start in unsere diesjährige Wanderung erfolgreich gemeistert, trotz allen widrigen Umständen. Die Wanderung von Binn über Rosswald nach Simplon Hospiz ist wirklich herrlich und allemal zu empfehlen. Für uns bedeutete dies gut 37 Kilometer mit über 2500 Höhenmetern in insgesamt 9 Stunden Laufzeit. Auf diese Leistung sind wir stolz.

Das Wetter spielte heute nicht ganz wunschgemäss mit. Die Vorhersage hat uns leider nicht viel gebracht, aber wir konnten uns unterwegs immer wieder ein neues Bild machen und haben entsprechend geplant. Wir sind froh, dass wir die gesamte Route zu Ende laufen konnten, ohne ausweichen zu müssen. Regen ist eigentlich kein Problem, aber in Kombination mit Gewittern stellt es für uns schon ein gewisses Risiko dar, welches wir kalkulieren müssen.

Körperlich verpflegte sich Fourchi vorsorglich an seiner rechten Ferse mit Blasenpflastern. Nachdem die Muskeln abgekühlt sind, verspürt er zusätzliche auch leichte Schmerzen in den Knien und den Waden. Haudes Achillessehne bereitete heute keine Probleme, jedoch verspürt er auch ein Ziehen in den Waden. Von Blasen blieb er heute trotz den nassen Socken und Schuhen im Gegensatz zum Vorjahr verschont.

Ausblick

Wir hoffen, dass wir beide morgen wieder mit vollen Kräften aufwachen und die bevorstehende Etappe erfolgreich zurücklegen können. Im Gegensatz zu unseren sonstigen Etappen scheint die Tour nach Gspon mit einer Distanz von 23 Kilometern und rund 1000 Höhenmetern gut machbar zu sein.

Auch das Wetter sieht für morgen Vormittag sicherlich freundlicher aus. Gegen Nachmittag und Abend können wohl wieder Gewitter aufziehen.

Das Frühstück werden wir um 07.30 Uhr konsumieren und uns danach nochmals ins Zimmer zurückziehen für die letzten Vorbereitungen. Abmarsch wird vermutlich gegen 08.15 Uhr sein und wir rechnen mit einer Laufzeit von gegen 5 Stunden, womit wir im Idealfall nach dem Mittag schon in Gspon ankommen sollten.

Somit hätten wir auch genügend Erholungszeit für die nächste strenge Etappe, welche dann am Folgetag ansteht. Aber darüber sprechen wir dann morgen. Gute Nacht ihr Lieben…


2 Antworten zu „Tag 1: Binn – Rosswald – Simplon Hospiz“

  1. Avatar von Werner
    Werner

    Tolle Leistung, weiterhin viel Kraft und Ausdauer. Gruss Werner

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    1. Avatar von gabler17
      gabler17

      Vielen Dank, lieber Werner

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