Tag 2: Vella – Vrin


Eckdaten zum heutigen Tag

Originalplanung

Heute sind wir von der Originalplanung nicht abgewichen und haben nur eine einzige Etappe zurückgelegt:

  • Vella – Vrin
  • Distanz: 21 km
  • Aufstieg: 1500 m
  • Abstieg: 1300 m
  • Laufzeit: 07.35 h

Link zur Übersicht: 2025 – Alpenpässeweg Teil 1.2 (6 Tage)

Unsere Ergebnisse

Anhand unserer Tracker haben wir folgende Durchschnittswerte erzielt:

  • Vella – Vrin
  • Startzeit: 08.55 Uhr
  • Ankunftszeit: 14.10 Uhr
  • Distanz: 21 km
  • Aufstieg: 1320 m
  • Abstieg: 1130 m
  • Laufzeit: 05.15 h
  • Anzahl Schritte: 20’000
  • Tempo: 14.54 min/km
Komoot Daten

Tagesbericht

Auch heute im Angebot: Eine Kurzversion unseres heutigen Tagesberichts. Etwas später als sonst, kurz vor 09.00 Uhr sind wir bei bewölktem Wetter in Vella gestartet, haben eine Gratwanderung zwischen Stein und Piz Sezner zurückgelegt und sind um 14.15 Uhr in Vrin an unserem Zielort angekommen.

Blicken wir nochmals etwas zurück: Bereits vor dem Wecker um 07.30 Uhr waren beide wach. Die Nacht war aus unbekannten Gründen nicht sonderlich erholsam, vermutlich war unser Körper aber mit den gestrigen Strapazen nicht ganz so glücklich. Aber so konnten wir schon mal ganz gemütlich ein paar Sachen vorbereiten, medizinische Pflege betreiben (betraf aber nur Haude) und noch ein wenig weiter im Bett hängen.

An dieser Stelle ein kurzes medizinisches Update: Fourchi klagte am Morgen einzig über sehr schwere Beine und etwas verspannte Schultern. Ansonsten aber alles gut. Bei Haude hingegen sah es etwas anders aus. An den Oberschenkel Innenseiten hatten sich bei der gestrigen Wanderung Wunden gebildet, welche er mit Blasenpflastern versorgte. Zudem musste er auch an seinen Füssen zwei weitere Blasenpflaster anbringen. Sein Problem waren also hauptsächlich seine Füsse, ansonsten erfreut auch er sich nach der strengen Etappe guter Gesundheit.

Beim Frühstück angekommen waren wir wiederum die ersten Gäste. Wir bestellten uns beide einen Cappuccino und stellten unsere Teller ähnlich wie Splügen zusammen. Haude entdeckte dabei noch das Finnenbrot, welches ihm durch den heutigen Tag helfen sollte. Zudem bediente er sich beim Müsli, was nicht ganz so erfolgreich verlief. Stellt euch Ketchup vor: Ihr haut wie wild auf die Flasche, weil nichts rauskommt – aber auf einmal macht es „Pflätsch“ und die Sauerei ist passiert. Haudes Müsli lag ziemlich weit verstreut auf dem Buffet und auf dem Boden. Fourchi war äusserst amüsiert, während Haude seine Sauerei selbständig aufputzte und eine grössere Portion Müsli, als ihm lieb war, an seinen Platz trug.

Etwas später wurde uns dann auch noch ein Frühstücksei offeriert, welches wir ebenfalls dankend annahmen. Das war wirklich ausgezeichnet. Es wurde sogar ein kleines abgefülltes Aromat serviert. Als Fourchi danach Griff, war Haude etwas verwirrt und meinte, dass man doch sein Frühstücksei nicht mit Aromat isst, sondern mit Salz. Fourchi wurde aber so erzogen und ist der Meinung, dass man in der Schweiz sein Frühstücksei vorzugsweise mit Aromat geniesst. Danach liessen wir es aber auch gut sein.

Nachdem wir alles verdrückt hatten, schauten wir auf dem Rückweg ins Zimmer noch bei der Rezeption vorbei und erkundigten uns nach den getumblerten Kleidern. Diese konnten wir unten im Wäscheraum wunderbar trocken abholen und nahmen gleichzeitig die im Heizungsraum gelagerten Schuhe mit nach oben. Fourchi beglich derweil schon mal die Rechnung, damit wir dann anschliessend starten konnten. Im Zimmer mussten wir dann doch noch einiges vorbereiten: Fourchi entschied sich dafür, nochmals dieselben getrockneten Kleider zu tragen, während sich Haude in ein frisches Tenü stürzte. Beide waren aber bei diesem Wetter und kühlen Temperaturen langärmlig unterwegs.

Kurz vor 09.00 Uhr konnten wir uns dann an der Rezeption verabschieden. Die gute Dame meinte noch, dass es auch ein Postauto nach Vrin gäbe… Aber das war natürlich nicht unser Anspruch und so verabschiedeten wir uns mit einem freundlichen Lächeln. Haude hat dann heute die Aufgabe übernommen und das Startvideo gedreht – definitiv seeeeehr gut gelaunt.

Es ging also wieder los: Aber heute wussten wir, dass wir nur die halbe Strecke vom Vortag zurücklegen mussten. Und diese Gewissheit fühlte sich grossartig an. Der erste Aufstieg erinnerte stark an den gestrigen ab Splügen. Ohne Aufwärmphase folgte ein steiler Aufstieg, zunächst über Wiesen und danach über Waldwege. Den ersten Kilometer legten wir aber heute in 15 Minuten (und nicht mehr in 18 Minuten) zurück. Die Beine fühlten sich zwar nicht mehr ganz so frisch an, aber wir kamen gut voran. Leider waren unsere Füsse nach nur 30 Minuten wieder gut durchnässt (natürlich ein Risiko für Blasenbildung oder Verschlimmerung).

Wie ihr auf den Bildern sehen könnt, war das Wetter sehr neblig und so konnten wir heute kein Panorama geniessen. Wenigstens nieselte es nur teilweise und war ansonsten trocken. Nach gut 40 Minuten Aufstieg hatten wir den ersten Meilenstein erreicht und kamen zu einem wunderschönen Weiher. Wenn das Wetter besser gewesen wäre, hätte man herrliche Spiegelungen bestaunen können. Aber so bleibt es halt bei einem Erinnerungsfoto.

Danach waren wir beide kurzzeitig etwas durch den Wind, wir fanden den Weg nicht mehr. Und so irrten wir wie zwei blinde Hühner durch den Wald, bis wir dann nach fünf Minuten wieder den Weg zurück auf den signalisierten Weg gefunden hatten. Danach ging es auf einer Skipiste immer noch weiter hinauf. Und wisst ihr, was es in einem Skigebiet meistens gibt? Natürlich, Sessellifte… Solche sahen wir auch, aber wir waren ja zu Fuss auf einer Mission und deshalb wendeten wir unsere Blicke rasch wieder davon ab.

Stattdessen hatten wir wieder eine Konfrontation mit einer Kuhherde. Aber diesmal bewegten sie sich vom Wanderweg weg und so konnten wir problemlos passieren. Ansonsten flachte der Aufstieg immer wieder etwas ab, bevor auf einmal wieder steile Rampen vor uns standen. Aber insgesamt waren es schöne Wanderwege, wenn auch zwischendurch echt schlammig. Fourchi musste gar einen „Schoggistich“ erleiden, weil er einen Schritt in eine grosse Schlammpfütze machte. Sein ganzer Fuss sinkte ein und war herrlich braun. Im Verlauf der Wanderung hat sich das dann aber von alleine gelöst, weil eben auch die Gräser sehr nass waren und dieses Wasser in die Schuhe abgaben.

Der weitere Verlauf war ziemlich ereignislos, bis Haude auf einmal feststellte, dass es sehr viele Weinbergschnecken auf den Wanderwegen hatte. Da stellte er sich und Fourchi die Frage, wie sie sich wohl fortpflanzen würden. Seine Hypothese: Sie hätten wohl mit jeder anderen Weinbergschnecke, welche sie irgendwann antreffen würden, Geschlechtsverkehr. Ansonsten wäre die Fortpflanzung ja quasi gar nicht möglich. Fourchi fehlten die Worte – euch vermutlich auch.

Egal, nach ungefähr 01.30 Stunden haben wir eine erste Anhöhe erreicht, wo wir dann eine kurze Trinkpause einlegten. Da begann es auch gleich etwas kräftiger zu nieseln und so packten wir unsere Regenjacken aus und unseren Rucksack in seine Hülle ein. Wir zogen weiter in Richtung Stein, aber auch da hatten wir immer wieder knackige steile Aufstiege zu bewältigen, bis wir letztendlich Stein erreichten. Fourchi posierte für das Foto und einige von euch werden sich denken, das passt wie die Faust aufs Auge. Fourchi gilt im Rahmen der Elitestudenten nämlich als „Stein“, weil er eben hin und wieder nicht mit den Entscheiden der anderen einverstanden ist und dann etwas rumzickt. Aber es hat sich in den letzten Jahren gebessert – sagt Fourchi.

Nun stand uns eine ca. 3 Kilometer lange Gratwanderung zum Piz Sezner bevor. Bei schönem Wetter wäre da sicherlich eine herrliche Aussicht zu geniessen. Aber so konnten wir uns auf unseren Weg konzentrieren und hatten auch da immer wieder einige steile Auf- und Abstiege zu meistern.

Mittlerweile waren wir seit ca. 02.30 Stunden unterwegs und da meldete sich Haude, dass seine Ergebnisse der CAS-Prüfung bereits vorliegen würden. Und so legten wir eine kurze Pause ein. Während sich Fourchi fleissig verpflegte, versuchte Haude irgendwie an sein Ergebnis zu gelangen. Aber nach fünf Minuten zog ein unangenehmer Wind auf, und da wir bereits beide gut durchnässt waren und es weiterhin nieselte, packten wir rasch unsere Sachen und liefen weiter.

Kurze Zeit später erreichten wir dann auch schon den Piz Sezner auf 2’309 m. ü. M., nach einer Laufzeit von gut 3 Stunden. Somit hatten wir einen sehr grossen Teil der heutigen Höhenmeter aufwärts zurückgelegt und darüber war wir auch einigermassen erfreut. Haude posierte zunächst fürs Gipfelfoto, um sich anschliessend auch noch ins Gipfelbuch einzutragen. Es bleibt ein Geheimnis, was er genau reingeschrieben hat – nicht einmal Fourchi weiss es.

Danach begann sogleich der Abstieg in Richtung Vrin. Zunächst war es ziemlich steil, dann wurde es flacher und wir durchquerten viele schöne Wiesen. Und langsam aber sicher wurde auch das Wetter besser. Später folgten dann breite Schotterstrassen, auf welchen wir auch sehr zügig vorankamen.

Bisher waren wir noch keinen anderen Wanderern begegnet, und das blieb auch so. Aber auf einmal rannte uns ein Hund mit seinem Spielzeug entgegen und forderte uns dazu auf, ihm sein Spielzeug zu werfen, damit er dieses apportieren konnte. Haude liess sich nicht zweimal bitten und warf das Spielzeug mehrmals, um es dann apportieren zu lassen. Das war echt süss.

Wir liefen noch ein Stück auf der Schotterstrasse weiter, bevor wir uns nach 03.30 Stunden nochmals eine kleine Pause mitten auf dem Schotterweg gönnten. Haude nutzte diese, um seine Blasen nochmals zu versorgen. Fourchi gönnte sich derweil ein kleines Nickerchen. Mittlerweile war das Wetter wirklich sonnig und so konnten wir uns unserer Regenjacken entledigen.

Danach nahmen wir die letzten ca. 8 Kilometer in Angriff. Zunächst ging es weiter auf Schotterstrassen, später nochmals teilweise über schöne Bergwanderwege und dann auch nochmals durch den Wald. Dabei ist uns tatsächlich noch ein Biker entgegengekommen – es waren also wirklich Menschen unterwegs. Haude kündigte derweil an, dass bei ihm eine Blase geplatzt sei, er jedoch unter Schmerzen weiterlaufen würde. Er wollte es einfach mal anmelden. So läuft es bei uns: Wenn einer etwas merkt, wird das umgehen gemeldet, sodass dieser bei Bedarf reagieren kann. Und sobald einer Stopp sagt, wird das gar nicht diskutiert. Es läuft immer sehr harmonisch und die Gesundheit steht für uns an erster Stelle.

So langsam aber sicher kam Vrin näher, aber wir müssen euch da noch etwas gestehen. Bevor wir auf den letzten Kilometer kamen, haben wir uns noch ein zweites Mal verlaufen. Und zwar sind wir der Schotterstrasse gefolgt und ein ganzes Stück weiter runtergelaufen. An der Hauptstrasse angekommen, fanden wir keine weiteren Signalisationen und deshalb konsultierten wir wie so häufig SchweizMobil. Und da entdeckten wir unseren Fehler. Also nochmals zurück – und das Missgeschick festhalten. Ihr wärt garantiert an dieser Stelle alle rechts auf die Wiese abgebogen, weil es da ja Signalisationen hat, richtig? Wir leider nicht…

Also passierten wir danach noch eine Wiese (diesmal war sie links abfällig – also ein idealer Belastungsausgleich zur gestrigen Etappe) und landeten kurze Zeit später auf der Hauptstrasse, welche uns bis nach Vrin hineinführte. Glücklicherweise gab es hier ein Ortsschild und so konnte Fourchi glücklich eine Siegerpose einnehmen. Wir waren also kurz nach 14.00 Uhr im letzten Dorf des Val Lumnezia angekommen.

Danach liefen wir noch einige hundert Meter durch das Dorf bis ans andere Ende, wo unsere Unterkunft lag – natürlich exakt auf unserer Route. Da angekommen mussten wir aber feststellen, dass das Cafe Casa Leon am Montag geschlossen hatte. Fourchi hat dann mal an der Türklingel geklingelt, leider ohne Erfolg. Auch die Telefonnummer auf der Webseite konnte er nicht erreichen. Also schrieb er ein Mail an das Casa Leon, dass die Elite on Trail vor dem Casa Leon wäre.

Wir rechneten derweil nicht mit einer umgehenden Reaktion und setzten uns auf die Loungemöbel vor dem Casa Leon. Fourchi schlüpfte schon aus seinen nassen Schuhen und Socken, um auf die Flip-Flops zu wechseln. Zuvor posierte er noch kurz für das letzte Siegerfoto.

Heute machte es uns nichts aus, vor der Unterkunft zu warten. Gestern wären wir in diesem Fall vermutlich nicht mehr ganz so gelassen geblieben. Kurze Zeit später schaute jemand aus dem oberen Fenster des Hauses und so nahm das Ganze dann rasch eine gute Wendung. Sascha kam runter und erklärte, dass sie jeweils am Nachmittag an diesen Tagen den kompletten Strom abschalten würden. Deshalb brachte auch das Klingeln nicht, das Festnetz funktionierte nicht, aber das Mail hat ihn glücklicherweise erreicht.

Wir haben uns noch artig für die spontane Absage im letzten Jahr entschuldigt, als wir wegen Fourchis Verletzung abbrechen mussten. Sascha hat uns für den Storno am Vortag keine Kosten verrechnet und das war nicht selbstverständlich. Als wir ihm davon erzählten, erinnerte er sich und dachte, dass Haude wohl derjenige war mit der Verletzung – was ihn wohl zum Verdächtigen machte? Wir stellten natürlich klar, dass Fourchi der Schuldige war und gingen dann mit ihm in die Unterkunft rein.

Sascha zeigte uns die Küche und erklärte, dass es wie in einer SAC-Hütte abläuft. Also wir können uns im Cafe befinden, Getränke selbständig beziehen und aufschreiben und uns ganz wie zuhause fühlen. Zudem gäbe es einen anderen Eingang, der 24 Stunden geöffnet sei. Wir fixierten die Uhrzeit fürs Frühstück auf 07.00 Uhr und fürs Abendessen auf 18.30 Uhr – da gibt es für uns Capuns und einen Tomaten-Mozzarella Salat. Danach zeigte er uns im zweiten Stock noch unser Zimmer und die Dusche. Da es keinen Strom bis ca. 17.00 Uhr geben würde, war es halt dunkel.

Danach zogen wir uns gleich auf unser Zimmer zurück. Fourchi gönnte sich eine Dusche im Dunkeln (die Taschenlampe am Smartphone eingeschaltet), und vergass das Handtuch… Haude konnte es ihm aber nachreichen, da die Dusche so nahe von unseren Zimmer war. Derweil kümmerte sich Haude um seine kaputten Füsse und schnitt sich seine Blasen auf (das ist definitiv nicht jedermanns Sache, Fourchi könnte das beispielsweise nie). Danach gönnte sich Haude auch noch die wohlverdiente Dusche und wir gingen über in den Chill-Modus. Fourchi konnte schon am Blog arbeiten, um diesen heute nicht allzu spät publizieren zu müssen.

Natürlich haben wir auch heute wieder eine Möglichkeit gesucht, um unsere nassen Schuhe, Socken und Kleider aufzuhängen. Da mussten wir etwas improvisieren, aber das kleine Fenster erfüllt wunderbar seinen Zweck, während der Rest sonst im Zimmer irgendwo rumhängt.

Übrigens begann es dann so gegen 15.30 Uhr zu regnen. Zwar nicht sonderlich lange, aber immer weiter und teils schon noch heftig. Da waren wir wirklich glücklich, nicht mehr unterwegs sein zu müssen.

Um 18.30 Uhr sind wir dann zum Abendessen angetreten – das Menü kannten wir ja schon und wir hatten richtig Lust auf diese Capuns. Sascha war bereits ready und hat uns auch gleich den versprochenen Tomaten-Mozzarella Salat aufgetischt.

Dazu genehmigten wir uns jeweils ein Coca Cola. Und dann stellte sich Sascha neben uns an den Tisch und wir kamen in ein tolles Gespräch, welches uns die ersten 15 Minuten sicher vom Essen abhielt. Aber seine Geschichten und Hintergründe zur Unterkunft, aber auch zu seiner Karriere als Fussballer waren äusserst interessant. Irgendwann begannen wir dann auch nebenbei zu essen und lauschten gespannt seinen Ausführungen. Sobald wir unsere Salate verdrückt hatten, brachte uns Sascha sogleich die Capuns frisch aus dem Backofen. Leider waren wir dermassen ins Gespräch vertieft, dass wir doch prompt vergessen haben ein Foto davon zu schiessen.

Jedenfalls schmeckten auch die Capuns ausgezeichnet und wir führten das Gespräch mit Sascha weiter. Nach einer guten Stunde waren auch die Capuns auf dem Weg in unsere Mägen und Haude erkundigte sich noch bei Sascha, ob wir ein Foto vom ihm machen dürften für unseren Blog, weil wir dieses Gespräch garantiert noch erwähnen würden. Und dank seiner Zustimmung folgt hier das Foto: Tadaaaa…

Danach gingen wir wieder hoch in unser Zimmer, um den Blog zu finalisieren und die Schlussphase des Spiels an der Frauen Fussball-EM zwischen Spanien und Belgien zu verfolgen. Wir genehmigten uns wie gewohnt noch einen kleinen Whisky und liessen den Abend ausklingen.

Etwas müssen wir aber jetzt noch erwähnen: Während einer kurzen Pause beim Gespräch mit Sascha hat Haude Fourchi gestanden, dass er noch nicht wisse, ob er morgen überhaupt weiterlaufen könne. Seine aufgeplatzte Blase am linken Fuss ist äusserst schmerzhaft und wird natürlich bei jedem Schritt belastet. Bei der Anzahl bevorstehender Schritte kann man schon nachvollziehen, dass Haude diesen Schmerz am nächsten Tag nicht ca. 20’000 Mal erleiden möchte. Wir müssen das also morgen früh dann nochmals neu beurteilen.

Und Fourchi hat also ein Foto von Haudes Fussunterseite gesehen – sieht wirklich nicht gut aus. Und so ist Haudes vorsichtige Haltung durchaus nachvollziehbar.

Fazit

Wir hatten heute leider nicht das beste Wetter, aber gegen Ende hat sich doch noch die Sonne gezeigt. Es war etwas schade, dass wir bei der Gratwanderung zwischen Stein und Piz Sezner nicht mehr Panorama bewundern konnten. Aber ansonsten dürfen wir uns nicht beklagen, denn es blieb grossmehrheitlich trocken. Aufgrund der gestrigen Regenfälle war natürlich auch die Route durchnässt, aber die Wege waren grossmehrheitlich tiptop begehbar.

Die heutige Strecke von Vella nach Vrin war nur halb so lange wie noch gestern von Splügen nach Vella. Als wir in Vrin angekommen sind, waren wir unglaublich froh, dass wir jetzt nicht nochmals dieselbe Distanz in den nächsten 5 Stunden zurücklegen mussten. Die Etappe ist insgesamt für einen Tag schon ausreichend anspruchsvoll und wir würden das jetzt nicht gerade als Erholungsetappe oder gar Ruhetag bezeichnen.

Aber dank der „kurzen“ Laufzeit konnten wir eine längere Erholungsphase einlegen und das hatten wir beide definitiv nötig. Haude aufgrund seiner Blessuren und Fourchi aufgrund der schweren Beine.

Wir haben den heutigen Tag wirklich in vollen Zügen genossen. Am Morgen mussten wir nicht allzu früh aufstehen, hatten generell keine Eile und auch beim Laufen war der Zeitdruck im Gegensatz zu anderen Etappen deutlich geringer. Und so legten wir auch deutlich mehr Pausen ein, woraus letztendlich eine relativ langsame Pace von knapp unter 15 Minuten resultierte. Aber für heute hat es so absolut gepasst.

Ausblick

Morgen steht wieder eine deutlich strengere Etappe auf dem Programm, weil wir zwei Originaletappen zusammengelegt haben. Wir werden zunächst von Vrin aus die Capanna Scaletta avisieren, bevor es dann noch weiter geht zur Capanna Bovarina. Da werden wir auch unsere erste Übernachtung in einer SAC-Hütte erleben.

Es steht uns also zuerst wieder ein ähnlicher Aufstieg wie heute bevor, dann eine längere Passage in der Greina Hochebene, bevor wir von der Capanna Scaletta nach 19 Kilometern in die zweite Tagesetappe starten. Zuerst runter und dann wieder hoch zur Capanna Bovarina, verteilt auf knapp 15 Kilometer. Immerhin sind da die Höhenmeter nicht mehr ganz so zahlreich.

Das Wetter für morgen ist etwas durchzogen. Es kann immer wieder leichten Regen oder in unseren Höhen gar Schneefall geben. Vermutlich ist es grossmehrheitlich bewölkt, aber wir hoffen doch auf etwas Sonnenschein, um die Greina Hochebene in vollen Zügen geniessen zu können.

Zudem hoffen wir, dass bis morgen die Blessuren noch etwas abklingen bzw. das Vorhaben nicht verunmöglichen und wir dann nach dem Frühstück um 07.00 Uhr gestärkt und möglichst beschwerdefrei in den langen Tag starten können. Im Idealfall erreichen wir die Capanna Bovarina morgen so gegen 16.00 Uhr.

Bis bald ihr Lieben…


Eine Antwort zu „Tag 2: Vella – Vrin“

  1. Avatar von lisamartin74
    lisamartin74

    Hoi zäme, ihr seid zwei Wahnsinnige. Ich bewundere Euren Durchaltewillen und natürlich die Geschwindigkeit, mit der ihr vorangeht. Heute hätte ich beim Lesen Eures Blogs fast vergessen in Buchrain auszusteigen. Freue mich schon auf weitere Berichte von Euch. Wünsche Euch morgen einen besseren Tag (Wetter technisch) als heute. Liebe Grüsse Lisa

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