Tag 12: L’Etivaz – Montreux


Eckdaten zum heutigen Tag

Originalplanung

Die Originalplanung für unsere heutige Etappe bestand aus drei Etappen:

  • L’Etivaz – Rossinière
  • Distanz: 14 km
  • Aufstieg: 340 m
  • Abstieg: 580 m
  • Laufzeit: 03.40 h
  • Rossinière – Rochers de Naye
  • Distanz: 19 km
  • Aufstieg: 1900 m
  • Abstieg: 820 m
  • Laufzeit: 07.35 h
  • Rochers de Naye – Montreux
  • Distanz: 13 km
  • Aufstieg: 100 m
  • Abstieg: 1650 m
  • Laufzeit: 03.50 h
Unsere Ergebnisse

Anhand unserer Tracker haben wir folgende Durchschnittswerte erzielt (während der grossen Pause haben wir den Tracker gestoppt):

  • Rossinière – Rochers de Naye
  • Startzeit: 08.15 Uhr
  • Ankunftszeit: 13.45 Uhr
  • Distanz: 20 km
  • Aufstieg: 1800 m
  • Abstieg: 800 m
  • Laufzeit: 05.30 h
  • Anzahl Schritte: 23’600
  • Tempo: 17.13 min/km
  • Rochers de Naye – Montreux
  • Startzeit: 14.45 Uhr
  • Ankunftszeit: 18.00 Uhr
  • Distanz: 14 km
  • Aufstieg: 100 m
  • Abstieg: 1600 m
  • Laufzeit: 03.15 h
  • Anzahl Schritte: 20’400
  • Tempo: 15.08 min/km

Tagesbericht

Bevor wir mit dem Bericht zum letzten Tag starten, möchten wir uns nochmals ganz herzlich für eure lieben und aufmunternden Worte vor der letzten Etappe bedanken. Ihr seid echt wahnsinnig, wie ihr uns da verwöhnt habt und das hat uns heute wirklich auch noch den nötigen Pfupf verleiht.

Heute war es also endlich so weit… Der letzte Tag stand vor der Tür und wir hatten nochmals gut geschlafen. Zwar waren die Schmerzen immer noch ungefähr gleich intensiv, aber das spielte heute wirklich keine Rolle mehr, vorerst… Wir hatten also unsere Rucksäcke rechtzeitig gepackt und begaben uns um 07.30 Uhr zum gemeinsamen Frühstück nach unten. Da konnten wir dann auch gleich noch den Check-Out erledigen und so hatten wir dann noch genügend Zeit für das Frühstück. Wir trafen auch hier im Hotel de Ville ein kleines aber feines Buffet an, mit allem was wir benötigten, um Kräfte zu tanken. Gerade als wir aufbrechen wollten, trafen wir noch einen Herren an der Rezeption und er fragte uns, ob wir nach Montreux wollten. Wir bejahten und er erzählte uns, dass er mit seiner Frau gestern von da aus gestartet sei und jetzt bis nach Altdorf die weiteren Etappen absolvieren möchte. Von der gestrigen Etappe über den Rochers de Naye erzählte er uns, dass der letzte Abstieg (und somit unser erster Aufstieg) nach Rossinière ziemlich mühsam war und nicht mehr enden wollte. Das nahmen wir mal so zur Kenntnis und bewegten und langsam Richtung Bahnhof, nachdem wir uns ordentlich verabschiedet haben (Danke Fourchi!).

Wir waren dann auch rechtzeitig am Bahnhof und hatten auch das richtige Gleis im Visier. Um 08.00 Uhr fuhr dann pünktlich unser Zug vor, und was für einer. Wir fühlten uns ein wenig wie im Hogwarts-Express (ja, wir sind beides grosse Harry Potter Fans) und so genossen wir die sehr kurze Fahrt von knapp 5 Minuten in vollen Zügen (und das war dann übrigens die 2. Klasse…).

In Rossinière angekommen stiegen wir aus dem Zug aus und konnten uns kurz mit einem weiteren Via Alpina Wanderer austauschen. Zwar mal wieder auf Französisch, aber wir haben uns schon etwa verstanden und für ihn war es heute auch der letzte Tag. Aber ihn haben wir dann heute nicht mehr gesehen und wir hoffen natürlich, dass er auch wohlauf in Montreux angekommen ist. Das Wetter war prächtig und so waren wir froh, als wir nach den ersten Schritten durch die nasse Wiese in den schützenden Wald eintauchen konnten.

Aber halt, da war doch was… Beim Gespräch mit dem Herren an der Rezeption hat dieser uns ja vor diesem Aufstieg gewarnt… und er hatte recht. Im Wald war es immer noch ziemlich nass und rutschig und in sehr – wirklich sehr – breitem Zick-Zack ging es langsam immer etwas höher, aber auch immer wieder runter. Dabei gab es zahlreiche knifflige Stellen zu überwinden, welche bei noch mehr Nässe erheblich gefährlicher ausgefallen wären. Aber auch so hatten wir schon unsere liebe Mühe und so gingen wir während dieses Aufstiegs von über einer Stunde sehr vorsichtig ans Werk. Wer hier nicht trittsicher ist, sollte sich diese Etappe zweimal überlegen. Die Wege waren äusserst eng, leicht schräg abfallend und auf der anderen Seite ging es sehr steil den Berg runter. Auf den Bildern sieht man da leider nicht so toll, da wir bei den exponierten Stellen natürlich auf Zwischenstopps verzichtet haben. Aber Eindrücke über diesen Aufstieg liefern die Fotos allemal. Und wer findet Haude im Grünzeug? Das kam da noch erschwerend hinzu, dieses Grünzeug wucherte die kompletten Wege zu…

Wir waren jedenfalls sehr erleichtert, als sich der Waldweg langsam lichtete und wir wieder auf Wiesen gelangten. Für uns war dies auf unserer gesamten Via Alpina sicher die heikelste Passage. Das soll aber nicht heissen, dass es kein schöner Weg war. Man muss einfach konzentriert bleiben und jeden Tritt sauber platzieren. Und dann läufts…

Jedenfalls wurde es danach auch etwas flacher und wir erreichten mit dem Col de Sonlomont ein erstes Zwischenziel unserer Etappe. Es eröffnete sich uns erstmals die Aussicht auf die fernen Berge, aber es lag immer noch ein weiter Weg vor uns. Und einmal mehr hatten wir keine Ahnung, ob wir von da aus auch den Rochers de Naye sehen könnten. Vielleicht besser so, weil da würde ja noch einiges passieren…

Weiter gings jetzt auf asphaltierten Strassen, zunächst ein Stück geradeaus, bis dann wieder eine steile Steigung anstand. Auch diese verlief über asphaltierte Strassen und so konnten wir ziemlich regelmässigen Schrittes voranschreiten, auch wenn heute das Tempo sicher etwas gemässigt war. Dies hatte sicher damit zu tun, dass wir die Erschöpfung der letzten Tage merkten, aber auch damit, dass wir noch einen langen Weg vor uns haben würden. Unsere Energie war aber dann doch noch ausreichend, um querstehende Kühe von der Strasse zu vertreiben und vorbeizumarschieren.

Es kam nochmals ein kurzer, aber heftiger Aufstieg über tolle Wanderwege und auf der Anhöhe angekommen, trafen wir auf zwei Franzosen aus der Bretagne (vermutlich Vater und Sohn). Auch mit ihnen versuchten wir uns auszutauschen und das war dann letztendlich ein toller Mix aus Französisch und Englisch. Sie befanden sich jedenfalls schon am 19. Tag auf der Via Alpina und trugen ein Zelt bei sich, in welchem sie jeweils nächtigten. Nach diesem kurzen Gespräch verabschiedeten wir uns wieder, und zwar begaben wir uns auf den Abstieg. Das hätten wir uns aber etwas einfacher vorgestellt, denn irgendwie landeten wir irgendwo auf einer Wiese, wo dann kein Weg mehr weiterführte. Die beiden Franzosen sind uns zuerst noch gefolgt, haben dann aber bereits früher wieder umgekehrt. Und uns blieb dann auch nichts anderes mehr übrig, als nochmals über die grossen Wiesen zurückzulaufen und nach der Wandermarkierung zu suchen. Und tatsächlich fanden wir dann (auch dank der Hilfe der beiden Franzosen) den Weg wieder. Also liefen wir den beiden noch ein Stück hinterher, weil auch sie hatten Mühe, den richtigen Weg zu finden. Die Markierungen waren wirklich schlecht und so kamen wir in einen Modus, wo wir quasi Weiss-Rot-Weiss-Markierungen suchen mussten. Als wir das verstanden hatten, überholten wir die beiden wieder und schritten weiter talwärts. Und glücklicherweise haben wir auch immer wieder eine nächste Weiss-Rot-Weiss-Markierung finden können.

Auch hier waren wir froh, als wir dann wieder am Ende der Wiese angekommen sind und eine asphaltierte Strasse vorfanden, welche uns nun weiterführen sollte. Die heutige Etappe hatte also bis zu diesem Zeitpunkt schon ordentlich Energie gekostet und wir waren auch schon seit über 3 Stunden unterwegs. Aber es fehlte natürlich noch ein ganzes Stück bis zum Rochers de Naye und aufgrund des zwischenzeitlichen Abstiegs (das sieht die Via Alpina wirklich so vor) mussten wir danach nochmals Höhenmeter absolvieren – sogar noch ein paar 100 m mehr als noch beim ersten Mal. Wir genehmigten uns dann also bald mal wieder eine Pause, um die Batterien aufzuladen. Haude nutzte diese Pause auch, um sich in der Wiese zu positionieren und die Aussicht zu geniessen (man achte auf seine Pose…). Die wahrscheinlich schönste Aussicht beim Verrichten der Geschäfte.

Hier möchten wir mal noch einen kleinen Einschub machen zur Verpflegung während der Etappen. Ursprünglich hatten wir mal die Idee, dass wir an jedem Zielort jeweils Tagesproviant für den Folgetag kaufen würden. Letztendlich waren wir nur in Linthal und in Kandersteg kurz mal in einem Volg, aber auch mehr um den Heisshunger zu stillen und den Durst zu löschen. Von zuhause hatten wir noch einiges an Verpflegung mitgenommen. So schleppte Haude seit Beginn 8 Stück Landjäger mit sich mit. Ergänzt hat er dies mit einer Packung Nüssen, Süssigkeiten und einigen Riegeln. Hin und wieder gab es noch einen frischen Apfel. Bei Fourchi war der Rucksack zu Beginn noch mit Trockenfleisch, einer Packung getrockneter Äpfeln, einer Nussmischung und ebenfalls Süssigkeiten und einigen Riegeln gefüllt. Stand jetzt haben wir immer noch jede Menge dieser Verpflegung im Rucksack und wenn wir mal etwas gegessen haben, dann häufig im Zimmer und nicht während der Wanderung.

Am heutigen Tag haben wir nach dem Frühstück in dieser Pause erstmals etwas Kleines gegessen. Haude einen Ovomaltineriegel und ein paar Dextro Energy Traubenzucker, Fourchi zwei Apfelringe und ebenfalls ein paar Dextro Energy Traubenzucker. Da kommt dann jeweils nicht mehr viel dazu bis zum Abendessen, aber das war für uns so total okay und wir verspürten auch nie ein Hungergefühl. Vielmehr tranken wir extrem viel Wasser und waren sehr heiss auf Süssgetränke (wie ihr ja sicher jeweils bemerkt habt). Aber die wachsen leider nicht auf Bäumen und so mussten wir uns diese immer hart erarbeiten.

Jetzt aber zurück zum heutigen Tag. Frisch gestärkt von der tollen Verpflegung begaben wir uns auf den letzten Aufstieg zum Rochers de Naye. Aber irgendwie war heute der Wurm drin. Bei einem Marsch über eine leicht schräge und feuchte Holzbrücke rutschte Fourchi schon wieder aus und lag auf dem Boden. Und da musste er erst mal fluchen… Es war ihm anzumerken, dass es nicht mehr viel braucht, bis er endgültig explodiert. Mit den Kräften am Limit raffte er sich mit Haudes Unterstützung nochmals auf und folgte ihm auf Schritt und Tritt. Es ging heute alles etwas langsamer als noch die vorherigen Tage. Es war wirklich heiss und die Beine waren schwer. Hinzu kamen die altbekannten Schmerzen, welche einfach nicht verschwinden wollten.

Es musste aber weitergehen, denn wir hatten ein klares Ziel vor Augen und das verloren wir nie aus den Augen. Also liefen wir über Stock & Stein, asphaltierte Strassen und dann auch noch über Höhenwege. Diese Etappe bietet bezüglich des Panoramas auch extrem viel und so konnten wir einen Blick auf den Mont Blanc erhaschen, eine grosse Staumauer bestaunen und einmal mehr die ländliche Ruhe geniessen.

Und nach all diesen Strapazen, die wir an diesem Tag über viele Stunden ertragen mussten, konnten wir endlich einen ersten Blick auf den Zipfel des Genfersees erhaschen. Phu, das war auch mal wieder ein schöner Moment, aber darauf konnten wir uns natürlich nichts einbilden. Seit vier Stunden waren wir mittlerweile unterwegs und vom Rochers de Naye weiterhin keine Spur…

Hierfür mussten wir zunächst noch viele kleine Auf- und Abstiege in Kauf nehmen, aber auf wunderschönen Wegen und mit einer prächtigen Aussicht. Bis auf einmal Haudes Oberschenkel zwickte… Ohne irgendwelche Anstalten zu machen lief er weiter und als er Fourchi dann irgendwann mal wieder überholte, erkannte dieser einen leicht humpelnden Laufstil. Haude erzählte von den Geschehnissen und fügte trocken dazu: „Es wäre ja sonst zu einfach gewesen“. Aber Haude biss auf die Zähne und lief immer weiter, bis sich uns dann tatsächlich der Rochers de Naye offenbarte und wir langsam abschätzen konnten, welchen Weg wir noch zurückzulegen hatten.

Mit diesem zusätzlichen Motivationsschub kämpften wir uns immer weiter durch, bis wir letztendlich ziemlich entkräftet unseren letzten Alpenpass, den Rochers de Naye, erreichten und uns ein letztes Mal abklatschten. Phu, das war ein Kampf, welchen wir so nicht erwartet hätten. Über 05.30 Stunden hat es gebraucht, um dieses Ziel zu erreichen, aber da fiel uns dann schon erstmals ein grosser Stein vom Herzen und hey, wir freuten uns unterwegs schon die ganze Zeit auf unsere Süssgetränke im Restaurant. So schossen wir zuerst mal ein paar Fotos auf der Passhöhe und dann ging es ab ins Restaurant.

Die Stimmung war nun zum ersten Mal seit Beginn der Etappe wieder eher positiv und als wir dann unsere Süssgetränke erhielten (3x Cola und 1x Sinalco), war unsere Welt wieder in Ordnung. Zudem gab es noch einen kleinen Snack in Form eines Tobleronemousses (Haude) bzw. eines Apfeltörtchens (Fourchi). Qualitativ hätte man das sicher besser machen können, aber hey, wir stellten keine riesigen Ansprüche und waren froh über die Nahrungszufuhr.

So, jetzt stand uns also nur noch der Abstieg nach Montreux bevor. Dies wäre eine einzelne Etappe auf der originalen Via Alpina, aber wir wollten uns das jetzt auch noch geben. Übrigens hätte es da auch noch eine Zahnradbahn gegeben, welche bis nach Montreux fährt. Aber das konnten wir nicht, der Zieleinlauf musste für uns wirklich ordentlich ablaufen und deshalb nahmen wir den Abstieg in Angriff. Da trafen wir dann nach wenigen Metern schon Mal auf die ersten interessanten Leute. Klassische Touristen… Steiler Hang mit viel Geröll… Quasi auf allen Vieren… Wunderbar anzuschauen und vorbeizulaufen, ein bisschen Schadenfreude muss sein. Wir hoffen wirklich, dass diese lieben Leute auch noch vor Einbruch der Dunkelheit den Abstieg nach Montreux geschafft haben, aber weiter unten war es dann nicht mehr so steil.

So schritten wir also immer weiter voran nach Montreux, auch wenn Fourchis Laufstil nicht mehr wirklich schön anzuschauen war. Das Schienbein war beim Abstieg deutlich mehr exponiert und so sah das etwas komisch aus und wenn er mal einen falschen Tritt platzierte, kam ein kurzer Aufschrei wegen den zusätzlichen Schmerzen. Aber auch Haude musste mit seinen Oberschenkelbeschwerden kämpfen und biss sich wacker durch. Sinnvollerweise hatte er sich in der Mittagspause noch mit einer Schmerztablette beglückt. Trotz diesen erschwerenden Umständen liessen wir es uns nicht nehmen, die prächtige Aussicht auf den Genfersee immer und immer wieder zu geniessen und auch auf Fotos festzuhalten… Phänomenal…

Der Abstieg nach Montreux ist wirklich wunderbar und sehr empfehlenswert. Er zieht sich zwar letztendlich auf fast 14 km und da muss man doch noch einiges leisten (wenn man sich vorher schon den 20 km Aufstieg mit Umweg auf den Rocher de Naye gegeben hat), aber es lohnt sich wirklich. Zu Beginn sind die Wege noch nahe an den Felsen, danach geht es in den Wald und dann später auf Strassen mit Kies und später dann auch noch auf den Asphalt. Der Abstieg ist nach den ersten Metern wirklich nicht mehr steil und man kann wunderbar sein Tempo laufen.

Ja die Anzahl zurückgelegter Kilometer steigt in regelmässigen Schritten an, Montreux kommt näher, aber bei uns noch keine Spur von Freude, denn es bleibt weiterhin ein Kampf. Aber wir sehen dann beim Abstieg doch noch den einen oder anderen Wanderer mit sehr schwerem Rucksack und da denken wir uns, uiuiui, da hast du noch ein paar strenge Etappen vor dir… Wir mussten ja keinen Aufstieg mehr bewältigen, sondern nur noch runter nach Montreux und es war zum Greifen nah. Aber dann…

Das kann doch nicht wahr sein, dass die uns nach über 8 Stunden Wanderzeit am heutigen Tag noch einen Umweg aufzwingen wollen… Naja, was sollten wir machen, ausser Augen zu und durch. Und so liefen wir den Umleitungsschildern nach (aber so klar war das auch wieder nicht signalisiert) und dann mussten wir tatsächlich nochmals einen Aufstieg zurücklegen, nur um danach – ihr wisst es schon – wieder abzusteigen. Aber das Wasser vom Genfersee kam näher, wir konnten es riechen…

Danach passierte nichts mehr… Wir marschierten durch Montreux, suchten uns den Weg durch den Bahnhof zur Seepromenade und unten angekommen standen wir also bei diesem ominösen Schild und der Start- oder in unserem Fall Ziellinie der Via Alpina Vaduz-Montreux. Wir hatten es geschafft und dann gab es inmitten der vielen Leute, welche an der Seepromenade flanierten, eine dicke innige Umarmung. Wir hatten soeben die Via Alpina in 12 Tagen komplett abgelaufen und konnten unser Glück kaum fassen. Kurz noch ein Siegerfoto geschossen, um unsere Liebsten über die Ankunft um 18.00 Uhr in Montreux zu informieren und dann liessen wir uns in die Wiese daneben sacken. Wow…

Wir gaben uns ein paar Minuten Zeit, bevor wir uns ins wenige Meter entfernte Hotel La Rouvenaz begaben. Da konnten wir ein wunderbares Zimmer beziehen, unsere schmutzigen Sachen ein letztes Mal ausziehen und dann gehörig duschen. Es duscht sich nochmals angenehmer im Wissen, dass man morgen nicht wieder so saumässig schwitzen wird.

Danach entschieden wir uns, das Restaurant bei unserem Hotel aufzusuchen. Natürlich traten wir mit unseren Badeschlappen an und stellten uns ordentlich in die Reihe vor dem Eingang. Einige Asiaten (sorry, waren sie wirklich) hatten scheinbar VIP-Pässe und liefen in einer Selbstverständlichkeit an uns vorbei, um sich einen Tisch für 7 Personen zu ergattern… Natürlich reagierten sie nicht auf unseren englischen Ausrufe, aber wir liessen es dann auch gut sein, weil wir so kaputt waren. Wir bekamen danach dann auch noch unseren Tisch in einem sehr schönen Restaurant und gönnten uns ein ordentliches Drei-Gänge-Menü mit 2x Cola, 2x Fanta und einem alkoholfreien Bier. Hierfür werden wir auch die grosszügigen Spenden von Fourchis Götti Heini und Fourchis Bruder verwenden. Vielen lieben Dank nochmals an euch beide, ganz grosses Kino!

Total zufrieden begaben wir uns dann wieder auf unser Zimmer, wo nur noch der Blog des heutigen Tages geschrieben werden musste… und das war er…

Fazit

Dieses Fazit bezieht sich auf den heutigen letzten Tag. Morgen werden wir dann im Rahmen der Heimreise auch noch ein Gesamtfazit über unsere Via Alpina ziehen und euch damit gerne beglücken.

Die heutige Etappe hatte es wirklich nochmals so richtig in sich und wir sind dann letztendlich knapp 9 Stunden gewandert. Dabei mussten wir viele Höhenmeter zurücklegen und mit unseren Beschwerden klarkommen. Das war heute schwieriger als noch bei den vorherigen Etappen. Vermutlich ist jetzt bei uns beiden auch wirklich der Tank leer.

Wir sind wahnsinnig stolz, dass wir die heutige Etappe nochmals richtig durchziehen konnten und an unserem Ziel in Montreux mehr oder weniger gesund angekommen sind. Es ist nichts Schlimmes passiert, wir hatten ungemeines Wetterglück und können auf eine sehr harte aber auch tolle Zeit zurückblicken.

Übrigens hatten wir ja ursprünglich beabsichtigt, diese Etappe in L’Etivaz zu starten. Das wäre einfach nur dumm gewesen… Nochmals 14 zusätzliche Kilometer zurückzulegen… Dafür gibt es keine Worte. Deshalb war es genau richtig, dass wir nach der gestrigen Busfahrt nach Château-d’Oex auch noch den Zug nach Rossinière beizogen. Und mit diesem Zug muss man wirklich mal gefahren sein, das war unabhängig von den Umständen ein sehr tolles Erlebnis.

Ausblick

Weit ausblicken müssen wir ja Gott sei dank nicht mehr. Morgen werden wir uns das Frühstück genehmigen, sobald wir aufwachen. Und dann um 10.17 Uhr müssen wir unseren Zug erwischen, welcher uns dann sicher nach Luzern bringt. Um 13.01 Uhr werden wir in Luzern ankommen und da werden sich dann auch wieder die Wege von Haude und Fourchi trennen, nachdem wir gut zwei Wochen durch dick und dünn gegangen sind.

Aber es gibt dann morgen nach der Heimreise noch einen letzten Blogbeitrag mit der Zusammenfassung unserer Ergebnisse, natürlich mit einigen Lessons Learned (da gab es wirklich welche) und was uns sonst noch so beschäftigt während der Zugfahrt.


Eine Antwort zu „Tag 12: L’Etivaz – Montreux”.

  1. Avatar von Beat Gabler
    Beat Gabler

    Hallo Fourchi & Haude
    Ech gratuliere euch zo dere grossartige Leischtig 👍 be tüüf beidruckt vo euch, dass et das Projekt so erfolgrich dore zoge hend 😀 ich be sehr stolz of euch beide. G’niessed euchi stressfrei Heifahrt ond erholed euch guet.
    Lg vo Papa- Fourchi

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