Idee
Jaja, was für eine riesige Überraschung… Natürlich können wir es nicht lassen… Und so überrascht es kaum, dass die Elite Haude und Fourchi schon bald wieder on trail ist. Die jährlichen Wanderabenteuer gehen tatsächlich schon in die 5. Runde. Am 14. Juli reisen wir zurück ins Wallis nach Binn und nehmen von da aus die nächsten paar Etappen des Alpenpässeweges in Angriff. Aber alles schön der Reihe nach…
Terminfindung
Wenn ihr euch noch an unsere Wanderung des letzten Jahres erinnern könnt, dann kommt euch garantiert „Pokémon“ als Schlagwort in den Sinn. Und so überrascht es kaum, dass sich unsere nächsten Kontakte im Whatsapp auch noch um dieses Thema drehten – äusserst spannende Diskussionen. Aber wir schreiben ja hier einen Wanderblog und fokussieren uns deshalb nach diesem kurzen Exkurs wieder auf das Wesentliche.
Ende Oktober hat sich Haude zwei passende Wochen für die Wanderung 2026 rausgesucht und Fourchi kurzerhand mitgeteilt:
- 14. bis 20. Juli
- 27. bis 31. Juli
Fourchi war – um es nett auszudrücken – etwas überrascht. Und wenn wir ehrlich sind: Fourchi war entsetzt. Die Dauer des zweiten Zeitfensters erschien im etwas gar kurz. Haude hat dies aber relativiert und erklärt, dass er hierfür Ferientage einreichen würde. Es war also der Zeitraum vom 25. Juli – 2. August gemeint. Was für eine Erleichterung für Fourchi – er dachte schon, dass Haude jetzt mit Alterserscheinungen zu kämpfen hat und schwächelt…
Nachdem wir uns auf die Periode Ende Juli geeinigt hatten, änderte Haude seine Meinung aber nochmals und bat um eine Verschiebung auf die andere Periode im Juli. Nach kurzen Verhandlungen bezüglich Hin- und Rückreise konnten wir dann einen Kompromiss finden und unsere Wandertage fixieren:
- Dienstag, 14. Juli – Anreise nach Binn
- Mittwoch, 15. Juli – erster Wandertag
- Montag, 20. Juli – letzter Wandertag
- Dienstag, 21. Juli – Rückreise von Arolla
Im Vergleich zu den Vorjahren steigen wir also eher spät ein und mitten in den Sommerferien. Da wir ohnehin auf eher abgelegenen Wanderwegen unterwegs sind, werden wir die Sommerferien bezüglich erhöhtem Personenaufkommen aber kaum bemerken. Hingegen könnten die Temperaturen zu dieser Zeit noch etwas höher sein – das ist aber sowieso nicht planbar und wir nehmen es so, wie es Petrus will (im letzten Jahr hat er sich auch schon den einen oder anderen Spass mit uns erlaubt, beispielsweise mit Schnee auf der Greina Hochebene).
Planung
Wie immer wollten wir uns dann aber doch auch nochmals ganz gesittet und direkt über die anstehende Wanderung unterhalten. Und auch wenn die Route mehr oder weniger klar war (Fortsetzung ab Binn, 6 Tage Wanderzeit), so gab es doch noch die eine oder andere Frage zu klären.
Am 27. März kam es zur schon beinahe traditionellen Zusammenkunft in Fourchis Heim. Natürlich hat sich Fourchi wie schon in den Vorjahren intensiv mit möglichen Varianten auseinandergesetzt, um die perfekte Mischung zwischen „anspruchsvoll“ und „realistisch“ zu finden. Letztendlich spielte dieses Jahr auch noch ein weiterer Faktor eine Rolle, aber dazu in Kürze mehr.
Bei der Planung der Route prüft Fourchi jeweils, welche Etappen zusammengelegt werden können, ohne dabei zu übersäuern. Und in der Summe soll ungefähr ein Durchschnittswert bezüglich Distanz und Höhenmeter erreicht werden, welchen wir in den vergangen Jahren meistern konnten. Denn da wissen wir, dass wir an unsere Grenzen gehen müssen, ohne diese zu stark zu überschreiten (hin und wieder ist das halt unumgänglich und es soll auch etwas abenteuerlich sein).
Aus diesen Überlegungen resultierte dann eine Planung, welche bezüglich Distanz zwar etwas leichter wirkt, als noch in den Vorjahren. Betrachtet man aber die Höhenmeter, dann stehen uns dieses Jahr ein paar mehr bevor…
| Trail | Distanz | Aufstieg |
|---|---|---|
| Via Alpina | 28.5 km | 1700 m |
| Tell Trail | 29 km | 1900 m |
| Alpenpässeweg (Teil 1) | 34 km | 2200 m |
| Alpenpässeweg (Teil 1.2) | 32 km | 2000 m |
| Alpenpässeweg (Teil 2) | 30 km | 2100 m |
Haude hat Fourchis Vorschlag ohne Einwände akzeptiert. Er konnte auch nachvollziehen, dass Fourchi die letzte Etappe von Evolène nach Arolla aufgenommen hat, weil ansonsten die Durchschnittswerte nicht ausreichend hoch gewesen wären.
Es gab einzig die Verteilung der Etappen auf die letzten beiden Tage zu diskutieren. Hierfür müssen wir uns kurz die Originalplanung anschauen:
| Etappe | Start | Ziel | Wanderzeit | Strecke | Aufstieg | Abstieg |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Etappe 16 | Binn | Rosswald | 06.20 h | 17 km | 1350 m | 900 m |
| Etappe 17 | Rosswald | Simplon Hospiz | 06.25 h | 19 km | 1150 m | 950 m |
| Etappe 18 | Simplon Hospiz | Gspon | 07.10 h | 23 km | 1000 m | 1100 m |
| Etappe 19 | Gspon | Saas Fee | 05.35 h | 17 km | 900 m | 1000 m |
| Etappe 20 | Saas Fee | Grächen | 07.10 h | 20 km | 1250 m | 1450 m |
| Etappe 21 | Grächen | Gruben | 09.10 h | 22 km | 2000 m | 1750 m |
| Etappe 22 | Gruben | Hotel Weisshorn | 04.40 h | 11 km | 1150 m | 640 m |
| Etappe 23 | Hotel Weisshorn | Grimentz | 04.00 h | 12 km | 500 m | 1250 m |
| Etappe 24 | Grimentz | Cabane des Becs de Bosson | 04.40 h | 10 km | 1500 m | 190 m |
| Etappe 25 | Cabane des Becs de Bosson | Evolène | 03.35 h | 11 km | 100 m | 1700 m |
| Etappe 26 | Evolène | Arolla | 06.15 h | 15 km | 1500 m | 880 m |
Es geht um die letzten 5 Etappen von Gruben nach Arolla, welche wir irgendwie auf die letzten zwei Tage verteilen mussten. Das war notwendig, um die gesetzten Durchschnittswerte zu erreichen.
Variante 1 sah vor, dass wir von Gruben nach Grimentz und dann am Folgetag nach Arolla laufen würden:
- Gruben – Grimentz: 23 km / 1650 Höhenmeter
- Grimentz – Arolla: 36 km / 3100 Höhenmeter
Variante 2 sah vor, dass wir von Gruben Cabane des Becs de Bosson laufen würden und am Folgetag dann noch nach Arolla:
- Gruben – Cabane des Becs de Bosson: 33 km / 3150 Höhenmeter
- Cabane des Becs de Bosson – Arolla: 26 km / 1600 Höhenmeter
Wir haben uns überlegt, welche Variante der Leserschaft mehr Spannung und womöglich etwas mehr Drama bietet… Aber auch vernünftige Abwägungen fanden Platz in unserer Diskussion: Wollen wir lieber am Ende eines Tages noch einen zünftigen Anstieg zurücklegen, oder am nächsten Tag gleich zu Beginn. Zudem sähe Variante 2 eine Übernachtung in einer SAC-Hütte vor, was womöglich etwas weniger komfortabel sein könnte.
Und so fiel unsere Entscheidung auf Variante 1 und somit gibt es am letzten Tag unserer 6-tägigen Wanderung ein angemessenes Finale mit einer relativ anspruchsvollen Etappe – bestehend aus immerhin 3 Originaletappen. Um es zu verdeutlichen: Schweizmobil sieht vor, unseren letzten Tag auf drei Tage aufzuteilen…
Routenplanung
| Reisedatum | Reisetag | Start | Ziel | Strecke | Aufstieg | Abstieg | Wanderzeit |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Mittwoch, 15. Juli 2026 | Tag 1 | Binn | Simplon Hospiz | 36 km | 2500 m | 1850 m | 12.45 h |
| Donnerstag, 16. Juli 2026 | Tag 2 | Simplon Hospiz | Gspon | 23 km | 1000 m | 1100 m | 07.10 h |
| Freitag, 17. Juli 2026 | Tag 3 | Gspon | Grächen | 37 km | 2150 m | 2450 m | 12.45 h |
| Samstag, 18. Juli 2026 | Tag 4 | Grächen | Gruben | 22 km | 2000 m | 1750 m | 09.10 h |
| Sonntag, 19. Juli 2026 | Tag 5 | Gruben | Grimentz | 23 km | 1650 m | 1890 m | 08.40 h |
| Montag, 20. Juli 2026 | Tag 6 | Grimentz | Arolla | 36 km | 3100 m | 2670 m | 14.30 h |
Nach unserem Geschmack sieht die Wanderung auf dem Papier tiptop aus und birgt die eine oder andere Herausforderung. Aber auch die Erholung wird nicht zu kurz kommen, so werden wir am 2. und am 4. Tag jeweils nur die Originaletappe laufen. Auch der 5. Tag sieht gut machbar aus, wohingegen die Tage 1, 3, und 6 wirklich streng zu werden drohen. Aber hey: Das ist ja unsere eigene Planung und wir wissen, dass wir es schaffen können (wie auch Bob der Baumeister: Yo – wir schaffen das!).
Unterkünfte
Unmittelbar nachdem die Wanderroute offiziell definiert war, machte sich Fourchi auf die Suche nach passenden Unterkünften. Wenig überraschend ist die Auswahl an den meisten Zielorten eher überschaubar mit Ausnahme von Grächen und Grimentz. Bei der Buchung hat soweit alles gut geklappt, mit zwei Ausnahmen:
Das Hotel Alpenblick in Gspon hatte einen Pächterwechsel. Entsprechend war die Mailadresse auf der Webseite nicht mehr aktuell und lange Zeit blieb eine Antwort aus. Auf der Suche nach Alternativen stiess Fourchi einzig auf ein paar Ferienwohnungen – er geduldete sich aber noch ein wenig, und das war die richtige Entscheidung. Es kam eine Rückmeldung von den neuen Pächtern und nach zwei Mails war auch diese Unterkunft gebucht.
Die zweite Ausnahme betrifft das Hotel Schwarzhorn in Gruben. Die Unterkunft bietet einige Doppelzimmer, aber auch ein Touristenlager. Natürlich hat Fourchi sich für ein Doppelzimmer beworben – darauf folgte dann aber eine automatisierte Mail, dass alle Doppelzimmer ausgebucht seien und wir eine andere Zimmerkategorie auswählen müssten. Eine kurze Rückfrage endete damit, dass Fourchi nochmals exakt dasselbe Mail erhielt (vollautomatisiert) – das war etwas enttäuschend.
Da es nahe der Route aber keine anderen Unterkünfte gibt, setzte Fourchi nochmals ein Formular für zwei Betten im Touristenlager ab und dann kam die Bestätigung, dass die Unterkunft gebucht ist. Wir hoffen nun, dass das Touristenlager nicht komplett ausgebucht ist und wir da dann doch erholsamen Schlaf finden – aber wir werden sehen.
Ebenfalls zu beachten ist, dass wir im Hotel Schwarzhorn explizit nur mit Bargeld die Rechnung begleichen können – also werden wir dieses Jahr zum ersten Mal wirklich Bargeld brauchen.
| Ort | Unterkunft | Preis |
|---|---|---|
| Binn | Hotel Ofenhorn | CHF 321.00 (inkl. Abendessen) |
| Simplon Hospiz | Simplon Hospiz | CHF 140.00 (inkl. Abendessen) |
| Gspon | Hotel Alpenblick | CHF 246.00 (inkl. Abendessen) |
| Grächen | Chez BeNi | CHF 236.00 (inkl. Abendessen) |
| Gruben | Hotel Schwarzhorn | CHF 166.00 (inkl. Abendessen) |
| Grimentz | Hotel Alpina | CHF 195.00 (inkl. Abendessen) |
| Arolla | Hotel du Pigne | CHF 285.00 (inkl. Abendessen) |
| Total | CHF 1’268.00 |
Alle Unterkünfte sind mit Halbpension, also mit Abendessen und Frühstück gebucht. So müssen wir uns nie nach einem Restaurant umschauen und können nach der Ankunft in der Unterkunft sachte herunterfahren. Kostenmässig bewegen wir uns auf dem gleichen Niveau wie noch im Vorjahr.
Im Gegensatz zum Vorjahr kommen wir also dieses Jahr um SAC-Hütten herum und das macht uns nicht wirklich traurig. Wir hatten sowohl ein sehr positives als auch ein eher negatives Erlebnis – man weiss also nie, was einen da erwartet. Und wenn es jetzt ein Jahr ohne SAC-Hütten ist, passt das für uns auch.
Nichtsdestotrotz bleibt auch dieses Jahr unklar, ob wir überall ausreichend Internetempfang haben, um den Blog zu verfassen. Aber wir sind vorsichtig optimistisch, dass es ohne grössere Umstände funktionieren wird und euch abendlich zu vernünftigen Zeiten unseren Tagesbericht präsentieren können.
Ausblick
Ja, nun wisst ihr bereits alles Wichtige zur bevorstehenden 5. Auflage unserer Wanderung. Wir nennen diesen Teil offiziell „Alpenpässeweg Teil 2“, auch wenn wir schon zum dritten Mal auf dieser Route unterwegs sein werden. Im letzten Jahr hatten wir deshalb die Bezeichnung 1.2 gewählt, um für klare Verhältnisse zu sorgen.
Im letzten Jahr hatten wir 6 Tage voller Erlebnisse und Abenteuer. Wir durchliefen viele Hochs, und mussten auch ein paar Tiefs überstehen. Aber insgesamt waren wir während dieser Zeit sehr zufrieden und glücklich und genau mit diesen Gefühlen nehmen wir schon bald Kurs auf Binn und legen weitere Etappen des Alpenpässeweges im Wallis zurück. Die Vorfreude steigt bei uns, und hoffentlich auch bei euch.
Erstmals in der Geschichte unseres Wanderblogs Elite on Trail ist letztes Jahr jemand mit uns eine Etappe gelaufen. Fourchis Bruder Stef hat keine Mühe gescheut und hat uns auf der Capanna Cadagno abgefangen und bis nach Airolo begleitet. Es wäre für uns wiederum ein grosses Highlight, falls jemand den Weg ins Wallis finden würde, um mit uns mizuwandern oder ein Abendessen zu geniessen.
Übrigens sind wir beide aktuell gesund und in bester körperlicher Verfassung. Diese werden wir eventuell auf individuellen Wanderungen in den nächsten Wochen noch unter Beweis stellen – ein bisschen Einlaufen hat ja noch nie geschadet.
Es bleibt noch eine letzte kleine Geschichte zu erzählen – es geht um den Elite Whisky… In den letzten Jahren hat Fourchi völlig uneigennützig Haude jeweils zu Weihnachten einen Whisky geschenkt, welchen er dann transportieren musste. Jeden Abend haben wir uns einen guten Schluck gegönnt und so hat sich ein Ritual entwickelt. Leider gibt es den Fusel-Whisky mit der individuellen Etikette nicht mehr zu bestellen und so musste Fourchi nach Alternativen Ausschau halten.
Als Erstes suchte Fourchi einen Whisky Laden auf, um eine ähnliche Flasche zu finden, welche dann auch ins Palmares passen würde. Der Verkäufer war sichtlich verwirrt, als Fourchi sagte, dass er nach einem Whisky in einer bestimmten Flaschenform suchte… Aber trotzdem wurde Fourchi fündig und diesmal wandern wir mit einem sehr leckeren Whisky – und einer etwas grösseren Flasche…
Anstelle von 0.5 Liter Fusel-Whisky sind wir dieses Jahr mit 0.7 Liter Glenallachie 7 years Single Malt Whisky unterwegs. Und auch eine individuelle Etikette mit grosser Ähnlichkeit zu den Vorjahren konnte Fourchi dank seiner Arbeitskollegin anfertigen lassen – echt cool.

Sieht das nicht süss aus? Die drei Kinder haben jetzt einen vollen Vater bekommen – klingt komisch, schon klar…
Zum Schluss bleibt noch die obligate Auflistung unserer Grundsätze, welche jedoch unverändert sind – auch für uns ist es eine Auffrischung, diese nochmals zu lesen:
- Wir versuchen jeden einzelnen Meter selbständig zu laufen
- Morgens starten wir wegen sehr langen Laufzeiten lieber früh als spät, um die Erholungsphase frühzeitig einleiten zu können und auch geeignetes Netz für den Blog aufzuspüren
- Auch Schlechtwetter hält uns nicht davon ab, die gewünschte Tagesroute in Angriff zu nehmen, ausser es wird lebensgefährlich (dieses Risiko gehen wir nicht ein)
- In einem solchen Szenario versuchen wir um das Gewitter herum zu planen und falls die Route effektiv nicht belaufen werden kann, nehmen wir den ÖV, um zum nächsten Zielort zu gelangen (dürfte allerdings bei diesen Zielorten auch fast eine Tageschallenge sein)
- Auf viele Pausen möchten wir verzichten; stattdessen eine kurze Mittagspause zur Verpflegung (mit Süssigkeiten) und Erholung
- Wir werden während der Wanderung nicht die ganze Zeit miteinander sprechen – beide haben Kopfhörer dabei und können sich auf sich selber konzentrieren
- Wir schauen aufeinander und versuchen uns immer zu motivieren, auch wenn es schwierige Momente zu überstehen geben wird
Seid ihr auch etwas aufgeregt? Bei uns beginnt langsam, wirklich langsam, ein leichtes Kribbeln einzusetzen. Wir freuen uns jetzt schon sehr auf eine spannende Woche in den Walliser Alpen und wünschen euch bis dahin noch eine gute Zeit. Bleibt gesund…

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