Tag 1: Splügen – Turra – Vella


Eckdaten zum heutigen Tag

Originalplanung

Die Originalplanung für unsere heutige Etappe bestand aus zwei Etappen:

  • Splügen – Turra
  • Distanz: 14 km
  • Aufstieg: 1050 m
  • Abstieg: 860 m
  • Laufzeit: 05.10 h
  • Turra – Vella
  • Distanz: 28 km
  • Aufstieg: 1450 m
  • Abstieg: 1950 m
  • Laufzeit: 09.15 h

Mit unserer Planung für den gesamten Tag lagen folgende Werte zugrunde:

  • Splügen – Turra – Vella
  • Distanz: 42 km
  • Aufstieg: 2500 m
  • Abstieg: 2810 m
  • Laufzeit: 14.25 h

Link zur Übersicht: 2025 – Alpenpässeweg Teil 1.2 (6 Tage)

Unsere Ergebnisse

Anhand unserer Tracker haben wir folgende Durchschnittswerte erzielt:

  • Splügen – Turra
  • Startzeit: 07.25 Uhr
  • Ankunftszeit: 10.30 Uhr
  • Distanz: 14 km
  • Aufstieg: 1020 m
  • Abstieg: 800 m
  • Laufzeit: 03.05 h
  • Anzahl Schritte: 12’000
  • Tempo: 13.03 min/km
  • Turra – Vella
  • Startzeit: 10.40 Uhr
  • Ankunftszeit: 17.40 Uhr
  • Distanz: 29 km
  • Aufstieg: 1400 m
  • Abstieg: 1830 m
  • Laufzeit: 07.00 h
  • Anzahl Schritte: 28’000
  • Tempo: 14.28 min/km
Komoot Daten

In diesem Jahr können wir dank Fourchis neuer Smartwatch die Routen ins Komoot synchronisieren und euch somit die tatsächlich zurückgelegten Wege offenlegen (vielleicht möchte sie ja auch jemand mal nachlaufen):

Splügen – Turra

Turra – Vella

Tagesbericht

Um es für die eiligen Leserinnen und Leser mal kurz zu beschreiben: Wir sind um 07.25 Uhr in Splügen losgelaufen, um 17.40 Uhr in Vella angekommen, beide total zerstört, aber das Ziel haben wir erreicht. Im Hotel Gravas haben wir ein leckeres Abendessen bekommen.

Jetzt wisst ihr eigentlich alles Wichtige, aber wie gewohnt möchten wir mit euch unsere heutigen Erlebnisse und Gefühle teilen und euch einen Eindruck von unseren harten Stunden vermitteln.

Wie gestern vereinbart sind wir um 06.30 Uhr aufgestanden und haben uns auf die heutige „Killeretappe“ vorbereitet. Beide haben nicht ausserordentlich gut geschlafen. Fourchi konnte lange nicht einschlafen (vielleicht wegen der Nervosität), Haude hat komische Sachen geträumt. Aber Haude hat gestern Abend auch noch den Match von der Klub-WM zwischen Real Madrid und Borussia Dortmund (der begann um 22.00 Uhr) bis zum Ende verfolgt. Es war aus seiner Sicht unnötig spannend, aber mit dem richtigen Sieger – Fourchi verzog keine Miene.

Es ging um 07.00 Uhr runter zum Frühstück und wir nahmen gleich unsere Rucksäcke mit, damit wir frühzeitig starten konnten. Wir waren die Ersten und hatten freie Auswahl bei einem kleinen aber feinen Buffet. Fourchi kredenzte Haude sogar noch einen Cappuccino, ohne etwas zu verschütten – Haude war sichtlich stolz.

Nach gut 15 Minuten hatten wir unser Frühstück verdrückt und begaben uns zur Rezeption, um unsere Rechnung zu begleichen. Die freundliche Dame vom Empfang erkundigte sich noch nach unserer Route und erwähnte dann, dass das Wetter heute deutlich besser sei. Gestern seien diverse Wanderer wieder kurze Zeit nach dem Start wieder zurückgekehrt. Das ist ja für uns nie ein Thema und innerlich hatten wir wirklich den bösen Gedanken von „Weichbechern“ – sorry dafür, aber wir sind halt ehrlich.

Also dann, Rechnung beglichen, Rucksack auf den Rücken geladen und es konnte um 07.25 Uhr losgehen in die erste Etappe von Splügen über den Safier Berg nach Turra. Und jetzt lüften wir das Geheimnis der gestern erwähnten Überraschung. Wir werden in diesem Jahr immer anfangs Etappe ein kurzes Video zeigen, wo einer von uns beiden (abwechselnd natürlich) etwas erzählt – das kann wirklich irgendwas sein. Euch kann es helfen, unsere Gefühlslage anfangs einer Etappe besser nachzuvollziehen. Heute machte Fourchi den Start:

Sichtlich gut gelaunt nahmen wir die ersten Meter in Angriff und es ging gleich bergauf. Anfangs noch kurz durch Splügen, doch schon bald landeten wir im Wald und es wurde noch deutlich steiler. Also der ultimative Kaltstart auf dem ersten Kilometer. Fourchi beklagte sich schon nach 10 Minuten über schwere Waden, und Haude stimmte ihm zu seinem Erstaunen zu. Aber natürlich zogen wir weiter durch und legten den ersten Kilometer in 18 Minuten zurück – da musste echt noch eine Steigerung her. Haude hatte derweil nichts besseres zu tun, als lautstark darauf hinzuweisen, dass wir bereits 1/42 der Route zurückgelegt hatten…

Es ging auch nachher ziemlich steil bergauf, aber die Steigung wurde etwas angenehmer und so konnten wir unsere Pace tatsächlich senken. Es ging nach dem Waldstück zu Beginn über offene Weiden immer weiter in Richtung Safier Berg hinauf, teilweise gab es kurze Strecken auf Asphaltstrassen zurückzulegen, was aber nicht weiter störend war.

Das Wetter war übrigens ideal. Manchmal schien die Sonne, aber wir waren jeweils auch nicht ganz traurig, als sie von Wolken bedeckt wurde. Als wir dann eine Grundhöhe erreicht hatten, ging es immer weiter ins Tal hinein auf herrlichen Wanderwegen. Es flachte etwas ab und wir hatten Gelegenheit, die Natur zu geniessen – ein echter Augenschmaus.

Wir fühlten uns gut, erkundigten uns jeweils beim Anderen nach dessen Wohlbefinden und es passte einfach alles. Haude hatte sogar noch Zeit, jeweils im Live Ticker des ISAF (Innerschweizer Schwing- und Älplerfest) nach dem aktuellen Stand zu schauen. Und unser gemeinsamer Favorit Wicki Joel würde noch gegen Schlegel Werner auftreten. Zudem berichtete Haude unterwegs aus dem Nichts, dass er einen Pizokel-Furz (er hatte gestern zum Abendessen Pizokel) hat ziehen lassen. Auf Fourchis Nachfrage, wie er wirkt, entgegnete Haude trocken: „Sei froh, dass du vor mir läufst“.

Wir kamen also sehr gut voran und so erreichten wir nach ca. 1.5 Stunden um 09.00 Uhr schon den Safier Berg auf 2482 m. ü. M. und somit unseren ersten Gipfel. Haude hat diesen Gipfelsturm (inkl. Wegtafeln-Abklopfer) auf Video festgehalten, bevor dann Fourchi auch noch das Panorama aufgezeichnet hat:

Ohne eine Pause einzulegen begaben wir uns gleich auf Aufstieg, weil wir uns gut fühlten und noch eine weite Strecke zurückzulegen hatten. Der Abstieg war anfangs etwas steil, wurde dann aber rasch flacher und so konnten wir wiederum grossen Schrittes voranschreiten. Die Natur begeisterte uns weiterhin, wir entdeckten auch zahlreiche Murmeli und den einen oder anderen Bergsalamander.

Kurz nachdem wir mit dem Abstieg starteten, jubelte Haude hinter Fourchi und das konnte nur bedeuten, dass Wicki Schlegel ins Sägemehl gelegt hatte. Und so war es – ein Boost für uns beide und der richtige Moment für die Jubelpose von Haude.

Wir arbeiteten uns weiter gut voran, doch dann begegneten wir tatsächlich den ersten Menschen am heutigen Tag. Ein älteres Ehepaar warnte uns noch vor einer Kuhherde weiter unten. Wirklich viel konnten wir uns darunter nicht vorstellen. Aber als wir dann näher kamen, verstanden wir den Hinweis. Ca. 5-6 Kühe standen wirklich mitten auf dem Wanderweg und knapp nebenan. Es gab nicht wirklich schlaue Ausweichmöglichkeiten. Haude entschied sich für einen Weg relativ nahe an den Kühen vorbei, während Fourchi ein paar Meter ins Gestrüpp aufstieg und sich ja keine Kuh zum Feind zu machen. Es lief glücklicherweise alles tiptop ab.

Etwas später hatten wir schon bald Turra im Blick, welches das Ende unserer ersten Etappe bedeutete. Haude tickerte weiter die Ergebnisse vom ISAF, ansonsten verlief es ziemlich ereignisarm und deshalb schreiten wir gleich zu einer kleinen Galerie mit Eindrücken voran.

Nach gut drei Stunden Wanderzeit, etwas mehr als 14 km und etwas über 1000 Höhenmetern trafen wir also in Turra ein, wo sich Haude eine Pinkelpause gönnte und dann den Wegweiser genaustens studierte. Fourchi setzte sich hin und klebte präventiv ein Blasenpflaster an seine linke Ferse, weil er da einen kleinen Druck verspürte. Ansonsten war die Schuhwahl von Fourchi wirklich ideal und so blieb es auch bis zum Ende der Etappe in Vella.

Nach einer kurzen Pause von 10 Minuten uns ersten kleinen Verpflegungen (hauptsächlich Süssigkeiten und teilweise Riegel) starteten wir also die zweite Etappe am heutigen Tag, welche doppelt so lang war und auch fast doppelt so viele Höhenmeter zu verzeichnen hatte. Wir sprachen noch darüber, dass wir jetzt die Tour auf den Hohgant oder die Pilatuskette inkl. Abstieg nach Kriens noch zurücklegen mussten. Klang nicht wirklich motivierend, aber was blieb uns anderes übrig als einfach loszulaufen.

Es ging anfangs noch ein wenig abwärts, dann ein Stück geradeaus, aber schon bald fanden wir uns in einem weiteren Aufstieg wieder, welcher zunächst noch nicht sonderlich steil war. Während dieser Phase zählte Fourchi Haude unzählige Zahlen zur anstehenden Etappe auf. Aber Haude war noch auf das Schwingen fokussiert und so ging es bei ihm wieder unter. Fourchi erklärte ihm aber, dass ihm solche Spielereien helfen, die nächsten Ziele vor Augen zu haben und somit motiviert zu bleiben. Kleine Zwischenerfolge feiern. Und der nächste würde bei etwas mehr als 12 km warten, wenn der Gipfel Güner Lückli auf 2470 m. ü. M. passiert würde.

Die Aussicht war übrigens auch hier weiter atemberaubend und auch die Wanderwege waren zu unserer vollsten Zufriedenheit angelegt.

Eine spezielle Szene möchten wir hier auch noch hervorheben. Fourchi lief in diesem Moment voraus und stiess an einen etwas grösseren Bach. Er suchte verzweifelt nach einem passenden Weg und dann meldet sich Haude und weist auf die unmittelbar daneben gelegene Brücke hin… Hat Fourchi also auch schon besser gemacht…

Weiterhin waren wir sehr zweisam unterwegs und begegneten kaum Leuten. Bei einer der mittlerweile zahlreicheren kleinen Pausen begegneten wir sogar Personen mit Rollkoffern, das fanden wir dann doch etwas komisch. Wenig später gelangten wir an einen Wegweiser, welcher uns verwirrte. Die Route 6 (auf dieser befinden wir uns) zeigte in eine andere Richtung als Güner Lückli. Fourchi hat eingebracht, dass die alte Route 6 über Safien Platz geführt hatte und so liess sich Haude überreden, dem Weg in Richtung Güner Lückli zu folgen.

Ab hier fingen sich die negativen Ereignisse an zu überschlagen. Die Signalisation mit Markierungen des Wanderweges waren kaum ersichtlich und ein Weg schon gar nicht. So kletterten wir etwas ungestüm vom einen Pfosten zum nächsten und waren zu dieser Zeit teilweise sicher nicht auf dem Wanderweg unterwegs. Haude hatte aber in diesem schwierigen Gelände ein ausgezeichnetes Auge und führte uns sicher durch das mittlerweile sehr steile Gelände. Aber es war auch noch unangenehm, weil wir wirklich mehrere Kilometer mit stark rechts abfälligem Gelände zurücklegen mussten. Die Wege führten über Wiesen und waren kaum erkennbar. Das war leider auch noch nicht alles. Es begann zum zweiten Mal zu nieseln (beim ersten Mal sind wir einfach weitergelaufen und es hat kurz später wieder aufgehört) und wir entschieden uns, die Regenjacke anzuziehen und unseren Rucksack einzupacken. Kaum hatten wir das geschafft und sind ein paar Meter gelaufen, zeigte sich wieder die Sonne. Dadurch sind auch die folgenden lustigen Bilder entstanden (Fourchi mit einer Gummischlange im Mund, als er die Pause gleich zur Verpflegung nutzen wollte oder Haude beim besten Sonnenschein mit Regenschutz).

Derselbe mühsame Weg zog sich über weitere Kilometer und als diese Passage geschafft war, wurden die Signalisationen wieder besser und so durfte auch Fourchi mal wieder vorne laufen. Es folgte dann zum Schluss noch ein hartnäckiger Schlussaufstieg, wo wir beide schon ziemlich gelitten haben und nicht mehr ganz so dynamisch wie sonst unterwegs waren. Aber wir bissen uns durch und erreichten nach einer Wanderzeit von etwas mehr als 03.15 Stunden den Gipfel Güner Lückli.

Wir befanden uns also super im Zeitplan. Aber wir wussten, dass uns noch ein langer Abstieg bevorstand und ganz zum Ende nochmals ein letzter Aufstieg nach Vella – also Zurücklehnen lag definitiv nicht drin. Ganz im Gegenteil: Wir waren beim Abstieg äusserst konzentriert, weil unsere Beine langsam schon müde wurden. Mittlerweile hatten wir 2/3 der Etappe zurückgelegt und waren schon über 6 Stunden unterwegs. Entsprechend weniger haben wir uns um Fotos gesorgt, aber am Schwingfest blieben wir dank Haude top informiert. Es war mittlerweile übrigens etwas kühler und so schlüpften wir in unsere Jacken.

Die Stimmung war bei uns weiterhin gut, wir legten regelmässig kurze Pausen ein, um uns zu verpflegen. Wenn ihr aufmerksam seid, wisst ihr, dass wir in den vorherigen Jahren immer eine Mittagspause von 30 Minuten eingelegt und da unsere Tracker gestoppt. Wir haben unterwegs entschieden, dass wir künftig darauf verzichten und stattdessen mehr kleinere Pausen einlegen, sobald wir Bedarf dafür sehen. So verpflegen wir uns regelmässiger und können uns immer auch wieder ein wenig erholen.

Wir kamen beim Abstieg gut voran, weil die Steigung sehr regelmässig und nich allzu steil war. Aber der Himmel verdunkelte sich langsam. Und als wir dann auf flacheres Gelände und Schotterstrassen stiessen, hörten wir in den Bergen die ersten Donner. Es ging nicht mehr lange und um 16.00 Uhr, als wir in Duvin angelangt waren, setzte stärkerer Regen ein. Also schlüpften wir erneut in unsere Regenjacken, packten den Rucksack in seinen Schutz und liefen weiter. Leider in die falsche Richtung… Wir bemerkten den Fehler aber frühzeitig und konnten noch kehren.

Bisher verlief der Tag ziemlich gut. Wir waren schon bald 8 Stunden unterwegs und mussten noch einen weiteren Abstieg und nochmals einen Aufstieg nach Vella zurücklegen. Die Energiereserven wurden immer kleiner. Und der Regen immer stärker. Und der Weg immer schlimmer. Mittlerweile liefen wir auf einer Hauptstrasse, welche zwar nicht vielbefahren ist. Aber es ist aus unserer Sicht ein viel zu langes Stück direkt auf den Strassen. Bis nach Vella waren es sicher 6 km.

Wir kamen unverhofft nochmals in den Genuss eines steilen Abstiegs über Wiesen und durch den Wald – bei vollem Regen. Immerhin waren wir da von der Hauptstrasse weg, aber der Weg war echt steil und nass. Mit grosser Vorsicht nahmen wir auch dieses Stück noch in Angriff.

Der Körper wollte zu diesem Zeitpunkt stoppen und sich hinlegen. Aber unser Kopf hielt uns auf Trab und so marschierten wir immer weiter, obwohl es äusserst unangenehm war. Es schüttete wirklich wie aus Eimern und zwar durchgängig während unseren letzten 01.40 Stunden Laufzeit.

Als wir den steilen Abstieg hinter uns gebracht haben, folgte wieder die Rückkehr auf die Hauptstrasse und dann nochmals hinauf in Richtung Vella. Auch hier schlenderten wir direkt auf den Strassen, wurden von diversen Fahrzeugen überholt und durften dem leckeren Abgasgeruch jeweils ein paar 100 Meter folgen.

Wir hatten keine Ahnung, welches Dorf Vella sein würde. Aber wir hofften immer, dass es das nächste ist. Logisch, es war anfänglich nicht das nächste. Zuerst kam nämlich noch Peiden und dann auch noch Cumbel, bevor wir nochmals im Wald verschwanden und einen letzten steilen Aufstieg hinter uns bringen mussten. Die Schritte waren schwer, der Schlussgang im ISAF im Gange und Haude hat sein bestes getan, um bei diesem Regen irgendwie am Smartphone etwas einschalten zu können.

Leider gab es beim Einmarsch nach Vella kein Ortsschild, wo wir hätten posieren können. Deshalb steuerten wir um 17.30 Uhr gezielt auf eine Postauto-Haltestelle zu, um noch die letzten Minuten des Schlussganges verfolgen zu können. Von da aus mussten wir dann noch fünf weitere Minuten zu unserer Unterkunft Hotel Gravas zurücklegen. Fourchi schaute sich den Weg noch an, lief aber tatsächlich nochmals falsch. Die Luft war definitiv draussen, aber um 17.40 Uhr konnte Haude endlich für das Zielfoto posieren und wir stürmten ins Hotel ans Trockene.

Im Hotel angekommen wurden wir sogleich sehr freundlich von der Dame an der Rezeption empfangen. Sie fragte uns gleich zuerst, ob wir unsere Wäsche gerne in den Tumbler zum trocken geben wollen und organisierte und eine Wäschezeine. Fourchi kam noch den Pflichten nach und füllte mehr schlecht als recht die Anmeldung aus, welche danach ordentlich durchnässt war.

Wenig später fanden wir uns auch schon in unserem Zimmer wieder und sind direkt auf den Balkon rausgegangen, um uns unseren pflotschnassen Kleidern zu entledigen. Haude erklärte sich bereit, die Wäsche danach runterzubringen und die Schuhe mit Zeitungspapier auszustopfen. Fourchi durfte also zuerst unter die Dusche. Er zog sich auf dem Balkon nackig aus und hüpfte wieder rein ins Zimmer und wollte durch die Tür auf den Gang rausgehen, anstatt unter die Dusche. Das war der wortwörtliche „füdliblutte Wahnsinn“. Haude stand verwirrt auf dem Balkon, aber auch ihm stand noch ein Missgeschick bevor.

Die Dusche war göttlich. Endlich nicht mehr weiterlaufen und stattdessen auf dem Bett liegen. Aber wir mussten uns ja nochmals fürs Abendessen aufraffen und das taten wir auch. Haude kam sichtlich erfreut seinem Versprechen nach, die Wäsche runterzubringen, fand aber leider nicht den richtigen Raum. Stattdessen fand er sich im Vorratsraum, in der Heizung und im Keller wieder – nur leider nicht im Trockenraum.

Es hat sich dann alles zum Guten gewendet und die Dame von der Rezeption hat uns beim Abendessen nochmals angehauen. Wir beide haben uns beide ein leckeres Abendessen inkl. Vorspeise und einem halben Liter Süssgetränk gegönnt:

  • Haude: Kürbissuppe – Pizza (mit Zwiebeln und Knoblauch) – Cola
  • Fourchi: Caprese Cocktail – Canelloni della Nonna – Fanta

Wir waren wirklich erleichtert, hungrig und durstig. Das Abendessen hat uns tiptop gefallen und war sehr lecker. Ohne weitere Zeit zu verlieren, sind wir gegen 20.00 Uhr wieder ins Zimmer zurückgekehrt, um den Blog über den heutigen Tag zu verfassen. Wie ihr seht, braucht auch das immer wieder seine Zeit.

Zum Abschluss haben wir einen weiteren kleinen Schluck des Elite-Whiskys getrunken und dann das Spiel der Schweizer Nationalmannschaft der Frauen verfolgt.

Fazit

Aiaiai, was für ein Tag. Wir wussten, dass der heutige Tag äusserst hart werden würde und waren gut eingestellt. Lange Zeit waren wir sehr gut unterwegs, mussten dann aber aufgrund der schwierigen Wege etwas zurückstecken. Unsere Körper sind ziemlich geschunden, aber glücklicherweise wartet morgen eine Etappe mit der Hälfte der Distanz und sollte somit ausreichend Erholungszeit bieten.

Die letzten 01.30 Stunden waren eine echte Tortur. Bei solch starkem Regen nach einem solch anstrengenden Tag den letzten Aufstieg auf Asphalt zu absolvieren machte uns schlichtweg keinen Spass. Aber wie man so schön sagt, ist das Leben kein Ponyhof. Und unsere Köpfe haben heute Grosses geleistet und uns bis zum Ziel geführt. Und zwar innerhalb der angekündigten Ankunftszeit von 18.00 Uhr.

Ansonsten ist heute sehr vieles positiv verlaufen, wir hatten eine wunderbare Tour, konnten eine eindrucksvolle Landschaft geniessen und haben keine grösseren Beschwerden. So kann es also durchaus weitergehen.

Und also hey, wir haben heute 43 Kilometer und zahlreiche Höhenmeter zurückgelegt mit einem gut beladenen Rucksack. Der härteste Teil unserer diesjährigen Tour ist absolviert – und uns geht es gut. Was wollen wir noch mehr.

Ausblick

Morgen steht die Etappe nach Vrin an: 21 km mit knapp 1500 Höhenmetern hinauf und hinunter. Das Wetter sieht nicht mehr ganz so schlecht aus wie auch schon und so hoffen wir, dass wir nicht die gesamte Wanderzeit von schätzungsweise 05.00 Stunden im Regen verbringen müssen.

Das Frühstück startet um 08.00 Uhr und wir haben keinen Gebrauch von einem früheren Frühstück gemacht. Also stellen wir unsere Wecker auf 07.30 Uhr und treffen wie heute die Vorbereitungen. Nach dem Frühstück werden wir bald mal starten und dann hoffentlich am frühen Nachmittag in Vrin eintreffen, wo wir uns dann erholen können.

Zunächst müssen wir aber noch unsere kleinen Blessuren pflegen, einsalben, kleben – alles Mögliche. Aber es ist wirklich nichts Gröberes und so schauen wir dem morgigen Tag vorsichtig optimistisch entgegen.

Wir freuen uns, euch dann morgen wieder von unseren Erlebnissen zu berichten. Bis dahin, bleibt gesund…


Eine Antwort zu „Tag 1: Splügen – Turra – Vella”.

  1. Avatar von Broumi
    Broumi

    mol weder öpis los bi de balcony boys.. 🤣

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