Rückblick
Heute war es also soweit – die Rückkehr nach Splügen. Also zurück an den Ort, wo wir letztes Jahr unsere Tour abbrechen mussten. Emotional? Nein. Aber ein bisschen nervös sind wir schon.
Bevor wir uns aber am Nachmittag am Bahnhof in Luzern treffen würden, hatten wir noch etwas Programm an diesem Samstag. Beginnen wir bei Fourchi: Er konnte am Vormittag mit Neo noch die Hundeschule besuchen und zuhause ein paar ruhige Stunden verbringen, bevor er dann den Rucksack auf den Rücken packte und zum Bus losmarschierte.
Bei Haude stand noch die Modulprüfung für sein CAS in Personalpsychologie an. Doch bevor er die Prüfung online absolvierte, stellte er noch fest, dass sein Airpods noch in Hasle waren (er wohnt ja in Nottwil). Und so unternahm er kurzerhand einen Ausflug nach Hasle, um seine Airpods zu holen. Bei unseren letzten Touren kamen die Airpods äusserst selten zum Einsatz, aber für Haude war das wichtig und deshalb freute sich Fourchi für ihn.
Wir hatten auch noch ein kurzes Telefonat, weil Haude berechtigterweise nachgefragt hat, ob wir womöglich noch ein Handtuch mitnehmen sollten für unsere beiden Übernachtungen in SAC-Hütten. Nach einer kurzen Diskussion waren wir der Meinung, dass es wohl sinnvoll wäre und kaum ins Gewicht fallen würde. Fourchi stellte dann gar fest, dass er ja bereits ein Mikrofasertuch mitschleppte, und zwar schon all die Jahre. Vielleicht kommt es jetzt tatsächlich erstmals zum Einsatz.
Jetzt folgt noch eine Korrektur zum gestrigen Beitrag. Haude hat nämlich festgestellt, dass sein Gepäck jetzt insgesamt rund 13.5 kg wog. Noch gestern Abend sprachen wir von 12.5 kg. Was ist passiert? Mehrere Szenarien sind denkbar:
- Das Handtuch wiegt ein sattes Kilo
- Haude hatte ein schlechtes Gewissen, weil Fourchi auf einmal mehr Gepäck zu tragen hatte und hat sich etwas draufgepackt
- Die Kofferwaage heute war schlichtweg präziser als noch die normale Waage von gestern
Entscheidet selber, welches Szenario euch am ehesten anspricht. Aber um das noch kurz zu relativieren: Bei Fourchi zeigte die Kofferwaage heute auch noch die 13 kg von gestern an, welche auch die normale Waage (mit und ohne Rucksack) angezeigt hat.
Wir wollen jetzt an dieser Stelle aber nicht weiter auf Haude rumhacken, sondern möchten auch noch etwas Positives erwähnen. Er hat noch unmittelbar vor seiner Anreise ein wunderbares Foto mit seiner Priska geschossen und das verdient natürlich auch einen Platz in unserem Blog

Treffen in Luzern
Die Anreise nach Luzern gestaltete sich etwas schwieriger, weil noch ein Fanmarsch der walisischen und niederländischen Fans zur fast gleichen Zeit stattfand.

Aber wir hatten beide genügend Zeit eingeplant und so konnten wir uns um 15.45 Uhr beim Gleis 7 begrüssen. Dabei wurde dann auch gleich eine wichtige Frage geklärt: Für welche Schuhe hat sich Fourchi entschieden? Tatsächlich wagt er das Abenteuer mit seinen neuen Schuhen. Und zum Glück konnte auch Haude seine Wahl nachvollziehen. Morgen wissen wir dann alle, ob es die richtige Entscheidung war.
Als wir dann auf die Einfahrt unseres Zuges nach Bellinzona warteten, waren wir ein wenig erstaunt, dass es dermassen viele Leute hatte, die auch auf diesen Zug wollten. Deshalb haben wir uns überlegt, ob wir noch einen Sparklassenwechsel in die 1. Klasse vornehmen wollten. Fourchi hatte schon alles voreingestellt und Haude gezeigt, wie er das auch machen könnte. Doch als dann der Zug einfuhr, waren es plötzlich gar nicht mehr so viele Leute und wir haben tiptop ein passendes Viererabteil gefunden.
Kaum haben wir unseren Platz bezogen, vibrierte Fourchis Handy und er war ein wenig überrascht, als er ein Mail von der SBB erhalten hat, welches den Kauf des Sparklassenwechsels quittierte – Bravo. Aber glücklicherweise kostete der Sparklassenwechsel kein Vermögen und zudem gab es noch die Möglichkeit, dies zu stornieren – also alles halb so wild.
Dann fuhr der Zug auch schon los und wir konnten uns zuerst über die relevanten Themen der Wanderung austauschen, um dann fliessend in andere Themen wie Ferienplanung (also wirklich Ferien), Job, Fussball, Schwingen und alles was sonst noch wichtig ist überzugehen. Es war wirklich eine sehr entspannte, gut zweistündige Zugfahrt bis nach Bellinzona und viel mehr gibt es da nicht zu berichten.


In Bellinzona angekommen, konnten wir dann ein wenig Ferienfeeling geniessen, bevor wir dann Kurs auf unser Postauto bei der Kante A nahmen. Wir hatten keine Eile und fanden uns tiptop am Bahnhof zurecht. Fourchi hatte gar noch die Gelegenheit, die Aussicht zu geniessen. Das wird dann morgen sicher noch besser…

Und dann tauchte auf einmal kurz vor der Postautostation eine Birreria auf. Haude lief voran und Fourchi könnte schwören, dass sich seine Laufrichtung ein wenig nach rechts geändert hat. Aber Haude ist der Überzeugung, dass er sich davon keinesfalls beirren liess. Naja, sein Blick auf die rechte Seite hat Fourchi gekonnt eingefangen und so könnt ihr selber entscheiden, wer hier wohl recht hat.

Unsere Reise ging nun also weiter mit dem Express-Postauto in Richtung Chur über den San Bernardino bis nach Splügen. Da das Postauto praktisch leer war, nahmen wir zwei separate Sitzreihen in Anspruch, um auch unseren Rucksäcken eine angenehme Reise zu ermöglichen. Unterwegs hat dann Fourchi die Region beobachtet und Haude hat sich das Spiel an der Klub-WM zwischen PSG und Bayern München angeschaut.

Ankunft in Splügen
Kurz vor der Ankunft in Splügen klingelte Fourchis Handy und das Hotel Bodenhaus erkundigte sich, wo wir denn bleiben. Normalerweise träfen alle Gäste bis 18.00 Uhr jeweils bei ihnen ein. Fourchi konnte aber eine plausible Erklärung abgeben und 15 Minuten später sind wir dann um ca. 19.15 Uhr auch schon eingetroffen. Zuvor hat uns aber das Postauto bei Splügen Dorf rausgelassen und da kamen sehr rasch wieder Erinnerungen auf. Haude wollte sich nochmals mit dem Klavier an der Bushaltestelle fotografieren lassen – auf ein Stück verzichtete er aber, da wir beide ziemlich hungrig waren.

Nach einem kurzen 5-minütigen Fussmarsch sind wir auch schon beim Hotel Bodenhaus eingetroffen und man muss an dieser Stelle Fourchi einen Kranz binden: Das Hotel ist ideal auf der Route gelegen und so müssen wir keinen Meter zuviel zurücklegen – Bravo.
An der Rezeption haben wir kurz eingecheckt und uns dann sogleich zum Abendessen 5 Minuten später angemeldet. Wir brachten kurz unsere Rucksäcke auf unser Zimmer im zweiten Stock, Fourchi entledigte sich noch seinen Schuhen und schlüpfte stattdessen in die Flip-Flops und dann standen wir auch schon im Restaurant.
Während sich Haude mit Pizokel für eine örtliche Spezialität entschied, hat es Fourchi der Klassiker des panierten Schweineschnitzels mit Pommes Frites angetan. Dazu gab es an diesem ersten Abend eine Flasche Wasser und noch keine Süssgetränke.

So entspannt wie heute werden wir wohl nie mehr beim Abendessen sein – keinerlei Beschwerden, topfit, so sollte es doch immer sein. Während wir auf das Essen warteten, hat Haude noch das Spiel zwischen PSG und Bayern München weiterverfolgt, während Fourchi bereits ein erstes Mal in die Tasten seines iPads haute und den Blog in Form brachte. Glücklicherweise konnten wir dann sogar noch den Führungstreffer von PSG beobachten. Dann stand auch noch ein kleines Dessert auf dem Plan – beide entschieden sich unabhängig für das Bodenhaus Eiskaffee. Und das war die absolut richtige Wahl, wirklich sehr lecker.

Kurz nach 20.00 Uhr sind wir dann auch schon wieder in unser Zimmer zurückgekehrt und haben Haudes (über Nacht auf magische Art und Weise schwerer gewordenes) Gepäck wieder ein wenig erleichtert, indem wir uns einen wirklich kleinen Schluck Elite Whisky gegönnt haben. Wie in den letzten Jahren schmeckte er nicht sonderlich gut, aber es gut uns ja nur ums Ritual.

Körperliche Verfassung
Zur körperlichen Verfassung gibt es gegenüber dem Vorjahr praktisch keine Veränderung. Im letzten Jahr meldete Haude nach dem offiziellen Wiegen zunächst ein Gewicht von 73 kg, revidierte dies jedoch wenige Minuten später auf 72 kg (irgendwie hat es Haude nicht so mit dem Gewicht, oder?). Jedenfalls sind es dieses Jahr wirklich 73 kg – gemäss Angabe von Haude selber.
Und bei Fourchi? Letztes Jahr mit einem stolzen Kampfgewicht von 76 kg angetreten (und leider verloren) – dieses Jahr sind es wieder genau dieselben 76 kg (und hoffentlich mit einem anderen Ausgang).
Körperlich sind wir beide absolut beschwerdefrei und haben vorgängig jeweils eine „Belastungsprobe“ absolviert. Haude bezwang mit „Houz“ (nicht im Gepäck, sondern als Wanderkumpel) den Hohgant im Emmental. Ein wunderbarer Rundweg mit 26 km und ca. 1800 Höhenmetern und sehr zu empfehlen.
Fourchi hat sich ab Gfellen die Pilatuskette gegeben und ist nach der Ankunft auf dem Pilatus auch noch abgestiegen bis nach Kriens. Diese Route hat er mit seiner neuen Smartwatch von Garmin aufgezeichnet und ins Komoot synchronisiert. Wieso um Himmels Willen erklärt uns Fourchi das? Es handelt sich um eine Neuerung bei den kommenden Blogs und hier soll ein erster Testlauf erfolgen. Und zwar möchten wir euch ebendiese Routen teilen. So habt ihr einerseits die Bestätigung, dass wir das auch wirklich gelaufen sind und anderseits die Möglichkeit, dieselbe Route auch ganz einfach nachzulaufen.
Natürlich waren wir bei unseren Testwanderungen mit leichterem Gepäck unterwegs. Aber trotzdem gibt es schon mal ein gutes Gefühl für die anstehenden Tage.
Ausblick und Abschluss
Die morgige Etappe wird happig. Uns stehen 42 km und über 2500 Höhenmeter bevor. Wir rechnen mit einer Wanderzeit von 10 – 11 Stunden und deshalb möchten wir morgens frühzeitig starten. Das Frühstück wird im Hotel ab 07.00 Uhr serviert und dies ist auch unsere angestrebte Uhrzeit. Entsprechend werden wir unsere Wecker auf 06.30 Uhr stellen und mit dem Gepäck zum Frühstück gehen, damit wir dann sogleich starten können.
Das Wetter sieht einigermassen gut aus, es könnte wirklich schlimmer sein. Es kann schon sein, dass wir den einen oder anderen Regenschauer erleben. Aber wenigstens ist es nicht gewittrig und bis am Abend sollte es grösstenteils trocken bleiben. Auch für die kommenden Tage sieht das Wetter weniger schlimm aus, als wir befürchtet hatten – aber wir nehmen einen Tag nach dem anderen und schauen immer schön brav Meteo.
Morgen werden wir eine erste lockere Etappe über den Safierberg nach Turra laufen (14 km und ca. 1000 Höhenmeter). Da wollen wir sicher vor dem Mittag ankommen, um dann noch die zweite Tagesetappe über Güner Lückli bis nach Vella zurückzulegen (28 km und ca. 1500 Höhenmeter). Wenn alles aufgeht, wie wir uns das vorstellen, müssten wir gegen 18.00 Uhr in Vella eintreffen. So hätten wir dann am Abend auch genügend Zeit, um den Blog zu schreiben und uns ausreichend zu erholen von dieser Etappe.
Wir wollen aber nicht zu weit in die Zukunft denken. Die Etappe morgen ist die heftigste unserer diesjährigen Tour, aber die Vorzeichen stehen gut, dass wir da erfolgreich durchkommen und dann mit einem guten Gefühl in die folgenden fünf Tage starten können.
Gewöhnt euch nicht daran, dass der Blog so früh schon online ist. Aber heute hatten wir es wirklich gemütlich und es gab ehrlich gesagt auch nicht sonderlich viel Aufregendes zu berichten. Morgen wartet dann noch eine weitere Überraschung auf euch. Bis bald ihr Lieben…


Hinterlasse eine Antwort zu gabler17 Antwort abbrechen