Dankeschön
Wir möchten uns gleich zu Beginn unserer täglichen Berichterstattung bei allen Lesenden sehr herzlich für eure Zeit, Gedanken und Unterstützung bedanken. Es ist nicht selbstverständlich, dass ihr euch die Zeit nehmt, unsere Beiträge zu lesen und mit uns so mitzuleiden. Und wir wissen das wahnsinnig zu schätzen und freuen uns natürlich auch in diesem Jahr über jegliche Art von Reaktion.
Und ein spezielles Dankeschön möchten wir an dieser Stelle auch Alexa für den Zustupf aussprechen. Das ist sicher nicht nötig, aber wir werden uns definitiv ein vernünftiges Getränk dafür genehmigen. Dankeschön!
Rückblick
Im Gegensatz zum Vorjahr waren die Ereignisse unmittelbar vor der heutigen Anreise nur halb so interessant. Im letzten Jahr konnten wir an dieser Stelle noch von einer Hochzeit berichten (Fourchis Bruder hat in Raron seine bessere Hälfte zur Frau genommen und ausgiebig gefeiert). An dieser Stelle gratulieren wir natürlich sehr herzlich zum 1-jährigen Jubiläum, auch, wenn wir damit einige Tage zu spät sind.
Dieses Jahr haben Haude und Fourchi stinknormal bis gestern Abend hart gearbeitet, um dann am Freitag Morgen endlich die Rucksäcke zu packen und letzte Arbeiten zu erledigen. Klingt etwas zu kitschig, nicht?
Ja, in der Tat war die letzte Woche entgegen obigen Schilderungen sehr ereignisreich und liest sich wohl wie ein Krimi. Aber beginnen wir mal von vorne. Vor genau einer Woche am Freitag kurz nach 17.00 Uhr schickt Fourchi Haude eine Whatsapp Nachricht mit diesem Screenshot:

Diese Info stammt von der Jenatschhütte und somit dem Zielort der ersten Originaletappe, von wo aus wir dann in die Alp Flix gelangen wollen an unseren ersten Zielort. Ihr seht das Problem: Wir müssen auf dem Hinweg zur Jenatschhütte über die Fuorcla Suvretta und auf dem Weg zur Alp Flix über die Fuorcla D’Agnel. Wenn da aber alles schneebedeckt ist, setzen wir uns sicher einem grösseren Risiko aus, als uns recht ist.
Haude reagiert darauf gewohnt souverän und beruhigt den etwas aufgebrachten Fourchi. Im Laufe des Chats sind dann Themen wie „Schneeschuhe“, „Alternativrouten“ und „Abklärungen vor Ort“ gefallen. Also hat Haude dann am Samstag mal beim SAC Graubünden per Mail nachgefragt, wie sie das einschätzen. Die Antwort vom Montag Morgen verwies dann im Wesentlichen auf die Angaben der Jenatschhütte und dass die Route ab St. Moritz aktuell wirklich keine gute Idee ist. Daraufhin fiel ein weiteres Thema (Haude war’s): „Steigeisen“. Wir einigten uns darauf, abends um 19.00 Uhr eine Krisensitzung einzuberufen und uns zu beraten. Haude rief in der Zwischenzeit noch direkt in der Jenatschhütte an, um dann diese Informationen mit Fourchi zu teilen.
Haude hat aber schon wenige Stunden später gespoilert und von einer alternativen Route berichtet, welche ab Spinas durch das Val Bever zur Jenatschhütte führen würde. Und es wurde uns auch zu einer Übernachtung in der Jenatschhütte geraten. Fourchi hat sich in der Zwischenzeit auch noch etwas mit Alternativrouten auseinandergesetzt und war dann für das Telefonat um 19.00 Uhr gut vorbereitet.
Beim Telefonat freuten wir uns zuerst natürlich sehr darüber, die Stimme des anderen zu hören und nachdem wir die persönlichen Sachen geklärt hatten, widmeten wir uns der Problematik mit den Schneemassen. Wir waren uns schnell über die Risiken einig:
- Wir kennen das Gebiet nicht
- Die Wanderwege sind vermutlich nicht erkennbar
- Wandern im Schnee ist sicher riskant ohne Schneeschuhe, Steigeisen oder anderes Equipment
Und da wir diese Risiken nicht eingehen wollen, setzten wir unseren Fokus relativ rasch auf die Alternativrouten. Die vorgeschlagene Alternativroute von der Jenatschhütte würde bedeuten, dass wir von St. Moritz nicht via Standseilbahn nach Corviglia gingen, sondern runter ins Dorf und von da aus mit dem Bus nach Spinas, um von da aus durch das fast schneefreie Val Bever zur Jenatschhütte zu gelangen. Hinsichtlich Distanz und Höhenmeter wäre diese Route fast identisch zur Originalroute, aber vermutlich einiges weniger spektakulär, da keine Pässe überquert werden.
Was noch bleibt, wäre dann der weitere Weg nach Alp Flix, welcher über die immer noch schneebedeckte Fuorcla d’Agnel führen würde. Hierzu haben wir uns zu diesem Zeitpunkt noch keine Gedanken gemacht. Fourchi hatte noch gelesen, dass sich in der Nähe der Alp Flix am Donnerstagabend ein Murgang ereignet hat. Zwischenzeitlich hiess es, dass der Weg, über welchen wir kommen sollten, deshalb gesperrt wäre (über Salategnas). Aber glücklicherweise kam genau an diesem Abend des Telefonats diese Entwarnung:

Am Ende des ungefähr 30 Minuten dauernden Telefonats einigten wir uns darauf, dass wir am Mittwoch noch mit der Alp Flix telefonieren und die weitere Entwicklung beobachten würden. Das Wetter deutete nämlich langsam auf eine Besserung hin und vielleicht würde sich die Lage mit den Schneemassen ja tatsächlich noch deutlich verbessern.
Am Mittwoch dann also hat Fourchi in der Alp Flix angerufen und die Situation erklärt. Er erhielt die Rückmeldung, dass sicherlich die Hüttenwarte der Jenatschhütte am besten Bescheid wissen. Aber sie hätten vor einer Woche einen sehr erfahrenen Alpinisten bei sich gehabt, welcher auch auf dem Alpenpässeweg unterwegs ist (wohl über einen Monat und er absolviert die gesamte Route am Stück). Dieser wäre über die Fuorcla d’Agnel zu ihnen gekommen – mit Schneeschuhen. Und er hat dann gesagt, dass er das auf keinen Fall wieder machen würde…
Fourchi teilte diese Neuigkeiten natürlich umgehend Haude mit und wir entschieden uns, das nochmals sacken zu lassen und dann am Donnerstag nochmals mit der Jenatschhütte zu telefonieren. Dies hat Haude dann auch übernommen und am Nachmittag erneut mit Fourchi Kontakt aufgenommen, um über die Erkenntnisse zu berichten: Haude hatte dieses Mal eine andere Person am Telefon als noch das erste Mal und diese klang optimistischer. Das heisst, der Weg „wäre gut machbar“, „man könnte ca. hüfttief in den Schnee einsinken“ oder „mit Schneeschuhen ist es mühsamer“. Zudem würde sich aber die Laufzeit von ca. 4.30h auf 6h erhöhen und das sei schon sportlich.
Und wir erhielten eine weitere Alternative, bei welcher wir zuerst einen kleinen Pass (Fourcla Schlattain auf 2872 m. ü. M.) passieren sollten, um ein Gefühl für den Schnee zu erhalten. Von da aus könnten wir immer noch abzweigen vor der Fuorcla Suvretta, um dann in die Jenatschhütte zu gelangen. Aber auch hier wird uns zur Übernachtung in der Jenatschhütte geraten.
Wir einigten uns darauf, dass wir uns alle Möglichkeiten offen halten und wirklich spontan entscheiden, welchen Weg wir gehen wollen. Aber wir wussten jetzt zumindest, dass wir den ersten Tag irgendwie doch absolvieren können – halt einfach auf eine andere Art und Weise. Für den weiteren Verlauf der Route machen wir uns übrigens nicht so grosse Sorgen, weil wir danach nur noch selten die Grenze von 2500 m. ü. M. überschreiten werden. Die aktuell möglichen Wege haben wir hier mal eingezeichnet:

Die blaue Route wäre die Originalroute ab Corviglia über den Pass Suvretta zur Jenatschhütte. Die pinke Route war die erste vorgeschlagene Alternative, wo wir in Spinas starten und dann durch das Val Bever zur Jenatschhütte gelangen. Die gelbe Route starten ebenfalls bei Corviglia und würde dann vor dem Pass Suvretta abzweigen und dann auch durch das Val Bever zur Jenatschhütte führen.
| Route | Distanz | Aufstieg | Abstieg | Laufzeit |
| Blau | 11.1 km | 930 m | 771 m | 4.30 h |
| Pink | 12.4 km | 915 m | 104 m | 4.00 h |
| Gelb | 18.2 km | 1051 m | 900 m | 6.00 h |
Diese Routen zeigen aber nur den ersten Teil unserer eigentlichen Etappe. Ob wir den zweiten Teil, den Weg über die Fuorcla d’Agnel zur Alp Flix wirklich laufen können und wollen, ist noch offen.
Das wäre soweit der Stand der Dinge. Für uns war also die letzte Woche schon sehr turbulent und wir haben viele Abklärungen getroffen, miteinander geredet und auf Wetterbesserung gehofft. So konnten wir zumindest Alternativen ausarbeiten und wissen, dass wir da irgendetwas machen können am ersten Tag. Und damit waren wir vorerst auch beide zufrieden.
Treffen in Luzern
Dann war es endlich soweit, um 12.30 Uhr trafen wir am Bahnhof Luzern bei prächtigem Wetter aufeinander und die Freude war beidseitig in den Gesichtern zu sehen. Sichtlich gut gelaunt holten wir uns einen Snack in der Bäckerei Bachmann und genehmigten uns diesen am See vor dem KKL. Es war alles sehr entspannt und gegen 13.00 Uhr nahmen wir Kurs auf unseren ersten Zug nach Zürich. Wir hatten uns vorgängig bereits ein Sparbillett für die 1. Klasse gekauft.
Diese erste Fahrt dauerte nur knapp 40 Minuten. Unsere Gespräche drehten sich im Wesentlichen um Fussball – Analysen über unsere eigene vergangene Saison, Ausblicke auf die neue Saison, Diskussionen über die laufende Europameisterschaft und auch noch über die Geschehnisse in den anderen grossen Ligen Europas. Grundsätzlich sind wir durch unsere Sympathie für Barcelona (Fourchi) bzw. Real Madrid (Haude) nicht oft selber Meinung – aber wir beide gönnen Bayer Leverkusen den Meistertitel und freuen uns noch mehr darüber, dass es einfach nicht Bayern München geworden ist. Währenddessen konnten wir uns an einem leckeren Calanda Radler erfreuen, welches Haude noch am Bahnhof gekauft hatte, zusammen mit Fishermans, welche Fourchi bei ihm noch bestellt hatte.

In Zürich mussten wir dann ein erstes Mal umsteigen und nahmen Kurs in Richtung Landquart. Diese Fahrt sollte dann ungefähr eine Stunde dauern. Beim Warten auf den Zug ist uns dann aufgefallen, dass es extrem viele Wanderer mit grossen Rucksäcken unterwegs hatte, welche ebenfalls Richtung Landquart unterwegs waren. Das hat uns doch einigermassen überrascht – später dazu mehr. Auch hier konnten wir einen super Platz in der 1. Klasse geniessen und man sieht Haude die Freude sichtlich an.

Auch hier führten wir zu Beginn rege Gespräche über Gott und die Welt, doch dann bemerkte Haude ein Schild, dass wir hier gefälligst ruhig sein sollten (Ruhezone). Der ältere Herr auf der anderen Seite des Ganges war von Haudes Entdeckung begeistert und sichtlich froh, dass wir endlich still waren. Fourchi fand das nur mässig lässig und versank in seinem Smartphone, was Haude natürlich festhalten musste.

Im Verlauf der weiteren Fahrt nickte Fourchi hin und wieder weg, wir durften ja eh nicht miteinander reden. Dann hielt der Zug noch in Sargans an und da hatten wir einen Flashback: Vor ziemlich genau zwei Jahren war dies das Ende unserer allerersten gemeinsamen Etappe auf der Via Alpina. Und von da aus liefen wir dann gleichentags noch weiter bis nach Weisstannen – da haben wir ordentlich gelitten mit schwerem Rucksack, Blasen an den Füssen und dem Gedanken, dass wir von da an noch 11 Tage weiterwandern mussten. Eine schöne Geschichte.
Wir kamen wenig später in Landquart an, waren schon zwei Stunden unterwegs und mussten nun ein letztes Mal umsteigen. Das war hier schon ein wenig anspruchsvoller, weil der Zug in Klosters aufgeteilt wurde und man im richtigen Wagen sitzen muss, um nach St. Moritz zu gelangen. Aber auch das kriegten wir hin – hingegen waren wir nicht in der Lage, den Wagen für die 1. Klasse zu finden und so nahmen wir unsere Plätze halt in der 2. Klasse ein. Als die Kondukteurin dann unsere Sparbillette kontrollierte, wies sie uns freundlicherweise darauf hin, dass wir eigentlich in die 1. Klasse gehen könnten und sie erklärte uns auch, dass sie ganz am Ende des Zuges zu finden wäre… Wir verzichteten aber auf einen Wechsel, es war auch da bequem und Haude konnte aufmerksam anderen Zuggesprächen über Palmöl folgen. Es wurde dann doch immer lauter im Verlaufe der Fahrt und wir fragten uns, wo wohl all diese Leute aussteigen würden. Und dann kurz vor Zernez wurde das Geheimnis gelüftet: Wir entdeckten ein riesiges Festivalgelände mit Hunderten von Autos und Zelten. Die Recherche zeigte dann, dass es sich hierbei um das Burning Mountain Festival handelt und jetzt machten die vielen Wanderer am Bahnhof auch Sinn – sie alle waren in Wirklichkeit Festivalbesucher.
Ankunft in St. Moritz
Unsere Fahrt ging noch ein weniger weiter bis St. Moritz. Von da aus mussten wir noch zu unserer Unterkunft in Salastrains gelangen und gemäss Google Maps war dies eine Strecke von 2.5 km mit 300 Höhenmetern in einer Zeit von 52 Minuten. Bevor ihr euch jetzt fragt, wieso Fourchi eine Unterkunft dermassen abseits gebucht hat: Diese Unterkunft liegt direkt bei der Mittelstation Chantarella in Richtung Corviglia, von wo aus die erste Etappe starten sollte, also eigentlich ideal gelegen.
Wir mussten uns zuerst durch St. Moritz und zahlreiche Touristen kämpfen, nutzten diese Gelegenheit aber natürlich auch für den einen oder anderen Schnappschuss inmitten dieses von Luxus angehauchten Dorfes.


Danach gewannen wir sehr schnell an Höhe, weil wir zahlreiche Treppen zu bewältigen hatten. Dies taten wir in zackigem und regelmässigem Schritt und so eröffnete sich uns auch schon bald eine ziemlich schöne Aussicht.


Der Rest der Strecke führte direkt einer Strasse entlang. Das war nicht wunderschön, aber zweckmässig und so kamen wir nach nur 29 Minuten schon beim Hotel Salastrains auf über 2000 m. ü. M. an. Ins Schwitzen kamen wir trotzdem und so fühlte sich die Ankunft fast genauso an wie am Ende einer richtig anstrengenden Etappe.

Danach wurden wir sogleich freundlich begrüsst, in Englisch anstatt Deutsch aber dessen sind wir ja auch mächtig. Das Frühstück wäre eigentlich erst ab 07.30 Uhr vorgesehen und wir planen, morgen um diese Zeit loszulaufen. Die nette Dame nahm sich diesem Wunsch an und erklärte, dass wir ab 07.00 Uhr einen separaten Tisch mit ein paar Kleinigkeiten einnehmen können – vorausgesetzt wir haben das richtig verstanden. Ansonsten hatten wir dann einen guten Check-In, beglichen gleich die Rechnung, damit wir morgen ohne Weiteres abreisen können und suchten unser Zimmer auf. Klein aber fein mit einem prächtigen Ausblick.

Mittlerweile hatten wir eine 4-stündige Zugfahrt und einen 30 Minuten Marsch absolviert und es war 18.00 Uhr. Nach einer kurzen Dusche gingen wir auch schon runter für das Abendessen, welches bereits im Preis inkludiert war. Die Menükarte war etwas gar garnelenlastig und Fourchi fand das wieder nur mässig lässig. Aber der Kellner regelte das äusserst gekonnt und so durfte Fourchi anstelle von Garnelen im ersten Gang ein Pesto und im dritten Gang Rindsstreifen geniessen.


Nach etwas mehr als einer Stunde war der Spass dann auch schon vorbei und wir erklommen nochmals die Treppen in unser Zimmer, wo dann noch das Whisky-Ritual bevorstand. Also das Ritual besteht darin, die Flasche zu öffnen, die Shot Gläser zu füllen, anzustossen und dann zu geniessen. Haude hat dies perfekt inszeniert und auf einem Foto festgehalten (die Schokoladenherzen waren schon da).

Körperliche Verfassung
Haude hat Fourchi ein Kampfgewicht von 73 kg übermittelt – wenige Minuten später waren es dann doch nur noch 72 kg!?? Davon träumt sicherlich so mancher unter uns, aber Haude verrät sein Geheimnis nicht. Dei 72 kg bedeuten jedenfalls, dass er mit 2.5 kg weniger als noch im Vorjahr diese Tour in Angriff nimmt. Aber dennoch gemäss eigener Aussage „kräftiger als im letzten Jahr“.
Haude klagt über keinerlei körperliche Beschwerden und erfreut sich bester Gesundheit für die bevorstehenden Wandertage. Einziger Wermutstropfen: Haude hat dieses Jahr noch keine Wanderung und auch keinen Trailrun bestritten. Stattdessen ist er aufgrund einiger kleiner Joggingrunden doch optimistisch, dass dieser erste Teil des Alpenpässewegs erfolgreich zurückgelegt wird.
Fourchis Kampfgewicht liegt dieses Jahr bei starken 76 kg und ist somit exakt gleich wie noch vor einem Jahr. Die verlorenen Pfunde konnte er also erfolgreich wieder aufbauen. Und man glaubt es kaum, aber auch Fourchi erfreut sich bester Gesundheit und ist bereit, Grosses zu vollbringen. Leider hatte auch Fourchi keine Gelegenheit, eine grössere Wanderung zu absolvieren. Aber um die Smartwatch auf ihre Funktionsfähigkeit zu testen hat er diese einmal auf eine Runde mit seinem Neo angezogen und bärenstarke 2 km in 30 Minuten zurückgelegt (natürlich ohne Gepäck).
Viel mehr können wir leider nicht anbieten. Man hätte sich sicherlich besser vorbereiten können, aber wie schon in den vergangenen Jahren vertrauen wir unseren Körpern und insbesondere unseren Köpfen, welche uns schon durch so manch schwierige Situation geholfen haben.
Wanderroute
Im Verlauf der Anreise war natürlich auch nochmals die Wanderroute für den ersten Tag ein grosses Thema. Jedoch mussten wir gar nicht mal so viel darüber reden, weil wir uns ja einig waren. Und so macht es aus unserer Sicht am meisten Sinn, wenn wir uns für die pinke Alternativroute ohne Schneefelder entscheiden. Das heisst, wir müssen um 08.02 Uhr in St. Moritz den Zug nach Spinas erwischen (der nächste fährt eine Stunde später und macht einen riesigen Umweg). Deshalb haben wir auch das frühe Frühstück vereinbart, da wir mindestens 30 Minuten für den Weg an den Bahnhof St. Moritz benötigen. Von Spinas aus laufen wir dann durch das Val Bever zur Jenatschhütte und da werden wir dann mal in Richtung Fuorcla d’Agnel voranschreiten und den Entscheid unterwegs fällen. Entweder wir machen die Überquerung oder wir kehren um und laufen wieder nach Spinas zurück, von wo aus wir dann zur Alp Flix verschieben (via Zug und Postauto).
Natürlich finden wir es sehr schade, dass wir gleich zu Beginn von der Originalroute abweichen müssen und auch auf den ÖV zurückgreifen müssen. Aber man sieht auch auf den Bildern in St. Moritz, dass es weiter oben wirklich noch einiges an Schnee hat und mit dieser Alternative haben wir doch eine ziemliche Wanderung vor uns (auch wenn wir dann denselben Weg wieder zurücklaufen). Und das Wichtigste: Wir gefährden nicht unnötig unsere Sicherheit und den weiteren Verlauf der Wanderung.
Ausblick und Abschluss
Wir werden morgen unseren Wecker so gegen 06.30 Uhr stellen, damit wir wie vereinbart um 07.00 Uhr das Frühstück konsumieren können. Danach eilen wir nach St. Moritz und nach Spinas und legen los. Das Wetter für morgen sieht sehr gut aus. Es wird wohl ziemlich heiss, aber wir sind ja relativ hoch unterwegs (Start in Spinas bei gut 1800 m. ü. M. und danach geht es nur noch höher). Und so hoffen wir, dass wir vor dem Mittag bei der Jenatschhütte ankommen und von da aus die nächsten Schritte planen können.
Am Abend wollen wir sicher rechtzeitig in unserer Unterkunft auf der Alp Flix ankommen. Einerseits wollen wir natürlich unsere Schweizer Freunde in Berlin unterstützen und anderseits wollen wir vor den angesagten heftigen Gewittern und Sturmböen nicht mehr auf einem Gipfel unterwegs sein. Wir wissen übrigens noch nicht, ob wir da überhaupt das Spiel schauen können und auch ob wir einen Blog publizieren können. Der Netzempfang ist da nicht sonderlich berauschend, aber wir werden sehen was wir tun können.
Für den weiteren Verlauf der Wanderung sieht das Wetter zunächst nicht mehr super aus. Bis am Mittwoch wird es wohl wechselhaft sein mit etwas Regen und auch Gewittern. Wir bleiben natürlich wachsam und behalten das Wetter im Auge. Bis bald ihr Lieben…

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