Anreise: Auf nach Altdorf


Rückblick

Fourchi war ja gestern bekanntlich noch an der Hochzeit seiner Bruders Stefan und seiner neuen Schwägerin Mya unterwegs. Dazu durfte er am Samstagmorgen ins prächtige Wallis anreisen und anschliessend einen wirklich wunderschönen Tag mit vielen tollen Menschen verbringen. Lustigerweise hat der Pfarrer in der Felsenkirche in Raron in seiner Traurede die Ehe mit einer Wanderung verglichen und auf die kleinen Probleme hingewiesen, welche auftreten können (z.B. Blasen). Fourchi fand das äusserst amüsant und hat sich wohl innerlich gedacht, dass er mit Haude im Umkehrschluss eine Ehe führt, die jedes Jahr auf eine neue Probe gestellt wird… Aber belassen wir es doch einfach bei diesem Gedankenspiel, weil die Trauung war wunderschön, ebenso wie der anschliessende ausgiebige Apéro und dann auch noch das wahnsinnig leckere Abendessen. Bei prächtigem Wetter hat auch Fourchi seinen Durst gestillt und dann auch noch mit zwei kleinen Auftritten zu Ehren seines Bruders und seiner Mya geglänzt (gemeinsam mit seiner Familie und seinem neuen Schwager). An dieser Stelle wünschen Haude und Fourchi dem Brautpaar nur das Allerbeste für ihre Ehe und ihre Zukunft.

Am Sonntagmorgen ist also Fourchi dann ziemlich früh wieder mit seiner Ursi ins Auto gesessen und nach Luzern geflitzt, um zuhause noch den ganzen Rucksack vorzubereiten und sich ein wenig zu erholen…

Währenddessen Fourchi an der Hochzeit seines Bruders war, holte Haude seine geliebte Priska am Bahnhof in Hasle ab, um mit ihr einen gemütlichen Grillabend auf dem Balkon zu veranstalten und sich seriös auf die Wanderung vorzubereiten. Doch aus diesem Plan wurde nichts. Denn wie es der Zufall wollte, sassen Haude’s Eltern in der Gartenterrasse des Gasthauses Hirschen und luden zum Dazusitzen ein. Und wer Haude kennt, weiss, dass er solche Gelegenheiten gerne am Schopf packt. So gab es statt der grillierten Bratwurst eine Theilersbirne und den einen oder anderen 58er-Nagel (entlebucherisch für 58cl Eichhof Bierflasche). Zum Glück hatte Haude in weiser Voraussicht bereits am Samstagnachmittag seinen Rucksack gepackt…

Am späteren Sonntagnachmittag marschierte Haude mit Priska in Richtung Bahnhof Entlebuch los, um dort den 16:35 Uhr Zug in Richtung Luzern zu erwischen. Zu seiner grossen Freude traf er auf dem Weg dorthin auf „Josh“ und „Boosty“. Sie gehören zur treuen Wanderblog-Leserschaft und wurden vor kurzem zum ersten Mal Eltern. Wir gratulieren herzlich zum Nachwuchs und danken euch an dieser Stelle auch für eure Lesetreue.

Treffen in Luzern

Dann um 18.00 Uhr war es endlich wieder so weit. Haude und Fourchi treffen sich am Bahnhof Luzern. Diesmal bei strahlendem Sonnenschein und einer Affenhitze, aber wieder mit einem gut gepackten, schweren Rucksack. Eigentlich sollten wir das nicht sagen an dieser Stelle, aber wir finden beide, dass der Rucksack gar nicht so schwer wirkt. Hoffentlich bereuen wir diese Aussage nicht, aber es ist wirklich ein ganz anderes Gefühl als noch vor einem Jahr an gleicher Stelle. Jedenfalls hat Haude Fourchis Eintreffen beim Gleis 7 auch noch in Bildern festgehalten.

Nach einem ersten kurzen Austausch über die wichtigen Themen traf dann auch schon unser Zug ein und wir fanden ein schönes Plätzchen in der 2. Klasse, um nach Altdorf zu reisen. Während der Fahrt haben wir uns dann auch tatsächlich ziemlich bald über die anstehende Wanderung unterhalten. Es gibt da nämlich das eine oder andere relevante Thema, welches wir besprechen mussten.

Körperliche Verfassung

Beginnen wir mit Haude: Dieser Typ ist super in Form, wiegt vor der Wanderung stolze 74.5 kg (und somit 2.5 kg mehr als noch vor einem Jahr beim Start) und hat keinerlei körperliche Beschwerden. Haude hat seine Fussballsaison mit dem FC Entlebuch erfolgreich abgeschlossen und wird auch nächstes Jahr in der 4. Liga kicken. Als Vorbereitung hat Haude schon mal vorsorglich das Stanserhorn in einer Fabelzeit von rund 1.50 Stunden erklommen, natürlich ohne schweres Gepäck. Aber trotzdem ist das wirklich eine beachtliche Leistung und sie untermalt Haudes gute Form. Ansonsten hat er sich aber nicht speziell vorbereitet (wieso auch, hat ja letztes Jahr auch geklappt) und er ist zuversichtlich, dass der Tell Trail ein voller Erfolg wird.

Jetzt zu unserem Sorgenkind Fourchi: Leider hat er sich beim letzten Meisterschaftsspiel vor einer Woche etwas übernommen und seine lädierte Leiste nochmals in Leidenschaft gezogen. Am Montag konnte sich Fourchi noch sehr schlecht bewegen und kaum gerade sitzen; im Verlauf der Woche wurde es langsam – aber leider wirklich nur langsam – wieder besser. Fourchi läuft ziemlich normal, aber beim Sitzen oder auch anderen nicht allzu abwegigen Bewegungen zwickt es doch immer wieder in die Leiste. Haude wurde letzte Woche präventiv über diesen Umstand informiert und in seiner Funktion als Teamarzt des Elite Wanderteams hat er sich auch regelmässig nach dem Zustand erkundigt. Die erste Etappe wird Aufschluss darüber geben, wie stark diese Schädigung Fourchi beeinträchtigt. Aber wir sind mal vorsichtig optimistisch, da wir doch schon im letzten Jahr einige Strapazen überstanden haben. Ansonsten erfreut sich Fourchi aber auch einem guten Formstand mit zarten 76 kg (und somit 2 kg weniger als noch vor einem Jahr beim Start).
Fourchi war über die Feiertage um Fronleichnam mit Dübi und Broumi (auch aus der HSLU Elite) in Lausanne und von da aus sind sie einen Tag lang durch das Lavaux Gebiet flaniert. Letztendlich war es dann doch eine Strecke von 20 km, aber nicht dermassen viele Höhenmeter und auch nicht mit einem schweren Rucksack und auch nicht in einem Affentempo. Aber es gilt wohl doch als kleine Vorbereitungstour…

Wanderroute

Für die morgen geplante Etappe gibt es schon erste Schwierigkeiten, weil ein Teil der geplanten Laufstrecke gesperrt ist. Glücklicherweise wissen wir schon davon und sind dann nicht plötzlich überrascht, wenn wir an ein solches Schild heranlaufen – ist uns ja tatsächlich auch schon passiert… Jedenfalls haben wir kurzerhand eine Alternative ausgearbeitet. Und zwar werden wir morgen zwei Etappen der Via Suworow (Etappe 5 und Etappe 6) zusammenlegen und von Altdorf über den Chinzig nach Muotatal wandern. Der Unterschied zur eigentlich geplanten Route besteht darin, dass der Aufstieg erst ab Gründli beginnt und nicht ab Bürglen. Aus Sicht der Kilometer, Höhenmeter und Laufzeit wird das wohl keinen Unterschied machen.

Wenn wir also schon zwei Tagesetappen der Via Suworow absolvieren und anschliessend nochmals eine halbe Tagesetappe aus dem Tell Trail absolvieren sollten, um auf den Stoos zu unserem Tagesziel zu gelangen, dann wirkt das doch ziemlich sportlich. Wir behalten es uns vor, dass wir in Muotatal ein Postauto beanspruchen, um ein paar Kilometer zu sparen. Den Aufstieg zum Stoos möchten wir dann aber doch aus eigener Kraft zurücklegen.

Ankunft in Altdorf

Um 19.08 Uhr ist dann unser Zug in Altdorf angekommen und wir stiegen aus. Und schon hat es ein erstes Mal „gerumpelt“. Man kann es nicht mehr genau nachvollziehen, was sich abgespielt hat, aber auf einmal lag Fourchis Wanderstock am Boden (ja okay ist etwas dick aufgetragen für eine solche Banalität). Haude war sichtlich amüsiert und hat Fourchi den Stock an seinem Rucksack wieder richtig eingehängt. Aufgrund des schlecht abgestimmten Fahrplans der Postautos haben wir uns dann entschieden, den Weg bis zu unserer Unterkunft zu Fuss in Angriff zu nehmen. Und so haben wir tatsächlich bereits unseren ersten gemeinsamen Kilometer in einer sensationellen Zeit von weniger als 15 Minuten zurückgelegt – und das am Anreisetag. Die Unterkunft Zum Schwarzen Löwen war uns ja bestens bekannt und es kamen natürlich Erinnerungen auf. Vor einem Jahr sind wir ziemlich abgekrampft nach einer Postautofahrt vom Klausenpass in Altdorf angekommen und Haude hat noch den Weg in die Apotheke auf sich genommen, um Fourchi medizinisch zu versorgen. Diesmal war es halt einfach anders und total entspannt – so schön könnte es also sein… Jedenfalls war auch dieses Mal niemand hier für den Check-In, aber wir wussten ja vom letzten Mal Bescheid und haben uns eigenhändig Zutritt verschafft (keine Sorge, ihr müsst das nicht der Polizei melden, das war völlig legal).

Jetzt hatten wir noch einen ordentlichen Hunger und so begaben wir uns auf den Weg zur gleichen Pizzeria Wilhelm Tell, wo wir einen schönen Platz erhielten und auch zackig bedient wurden. Wir haben vermutlich dasselbe bestellt wie letztes Jahr, so gab es eine Pizza Calabrese für Fourchi und eine Pizza Wilhelm Tell für Haude. Beide waren sehr zufrieden und nach weniger als einer Stunde ging es auch schon wieder zurück zum Hotel.

Jetzt war es wieder an der Zeit, einen guten Blog aufzusetzen und eine Erholungsphase einzulegen. So liegen Fourchi und Haude nebeneinander auf dem Bett, und ja…

Haude hatte dann die Idee, dass er sich schon mal bettfertig machen könnte und wollte sich schon mal die Zähne putzen. Doch dann ist ihm doch noch in den Sinn gekommen, dass der traditionelle Elite Whisky geöffnet werden muss, um die Wanderung ordentlich einzuläuten. Also hat auch Haude schon den ersten Bock geschossen, einfach für die Buchhaltung.

Ausblick und Abschluss

Wir werden morgen unseren Wecker so gegen 06.30 Uhr stellen, damit wir gleich um 07.00 Uhr beim Frühstück vorstellig werden können. Im Idealfall können wir dann so standesgemäss gegen 08.00 Uhr unseren Weg nach Gründli einschlagen und dann den ersten Aufstieg zum Chinzig absolvieren. Alles weitere wird sich dann im Verlauf der Etappe ergeben und wir bleiben da auf jeden Fall flexibel.

Ah und noch ein paar Worte zum Wetter: Das sieht soweit tiptop aus.

Wir sind voller Vorfreude auf den morgigen Tag und hoffen sehr, dass das morgen Abend dann auch noch so ähnlich aussieht und sich die Stimmungslage nicht stark verändert. Wir werden sehen, bis bald…


2 Antworten zu „Anreise: Auf nach Altdorf”.

  1. Avatar von Elmer Lisa
    Elmer Lisa

    Liebe Wanderer
    Danke dass ich auch dieses Jahr wieder an eurem Abenteuer teilhaben darf. Habe den link per Mail und von Roman bekommen 😊.
    Freue mich schon auf eure lustigen Erzählungen und wünsche euch natürlich nur ein super Gelingen dieses, doch sportlichen, Unterfangens.
    Liebe Grüsse
    Lisa

    Like

    1. Avatar von gabler17
      gabler17

      Vielen Dank Lisa, es freut uns zu hören, dass du auch wieder mit von der Partie bist. Genau wegen Leuten wie dir macht es uns auch trotz manchmal schwierigen Zeiten immer Spass dabeizubleiben und zu berichten.

      Like

Hinterlasse einen Kommentar