Heimreise: Zurück nach Luzern


Der letzte Morgen

Man hätte fast meinen können, dass heute ein weiterer Tag auf unserer Via Alpina ansteht. Kurz nach 07.00 Uhr lagen wir beide wach im Bett und schon bald überkam uns der Hunger. Also standen wir auf und bewegten uns zum Buffet. Und jetzt wurde es anders… Das Gefühl, mit welchem wir in den Lift stiegen (man muss ja nicht gleich wieder mit Treppensteigen loslegen) und dann kurze Zeit später das Buffet erblickten, war einfach um ein Vielfaches angenehmer. Und so setzten wir uns einmal mehr seelenruhig und ohne andere Hotelgäste an einen Tisch und begannen zu geniessen.

Speziell im Hotel La Rouvenaz: Wir fanden eine Eiermaschine vor, welche ohne kochendes Wasser Eier kochen konnte. Das hatten wir zuvor beide noch nie gesehen und so dachten wir uns, dass wir das ja mal probieren könnten. Haude ging gemäss Anleitung vor, füllte etwas Wasser in den Behälter und startete die Maschine. Danach konsumierten wir erstmals unser anderes Frühstück und nach ungefähr 15 Minuten ertönte das erwartete akustische Signal.

Was wir dann davon hatten… war ein hartgekochtes Ei. Aber trotzdem war es lecker und am heutigen Tag konnte uns sowieso nichts die gute Laune verderben. Nach ungefähr 30 Minuten hatten wir dann auch schon wieder genug und zogen uns nochmals auf Zimmer zurück, wo wir uns nochmals hinlegten und einfach die Ruhe genossen im Wissen, dass wir heute nur noch zum Bahnhof laufen müssen. Selten hat sich das so gut angefühlt…

Heimreise mit dem Zug

So nach 09.00 Uhr begannen wir dann langsam, unsere Sachen ein letztes Mal zusammenzupacken und im Rucksack zu verstauen. Auch die Wanderstöcke fanden sich wieder an ihrem ehemaligen VIP-Platz wieder und durften die Aussicht vom Rucksack aus geniessen. Danach ging es zum Check-Out – da wurden wir noch gefragt, ob wir das Jazz Festival besuchen (aber wir hatten sehr wohl unsere Rucksäcke auf dem Rücken inkl. Wanderstöcken) – und dann schlenderten wir zum Bahnhof. Jetzt fühlte es sich nach Ferien an… Montreux bietet sicher auch die entsprechende Atmosphäre dazu mit der Lage am Genfersee und den vielen Restaurants an der Promenade. Wir liessen es uns dann auch nicht nehmen, die Rolltreppe zu benutzen und eine gemütliche Art des Aufstiegs zu erleben.

Nachdem Haude auch mal noch kurz den Tourist in sich ausgelebt hatte und ein paar tolle Fotos vom Bahnhof in Montreux geschossen hatte, fuhr dann auch schon bald der Zug vor.

Dieser erste Zug brachte uns nach Lausanne, wo wir kurz mal ein paar Meter zurücklegen mussten, um dann endgültig Kurs Richtung Luzern zu nehmen. Und so sassen wir im Zug an unserem Stammplatz in der 1. Klasse und begannen uns wunderbar zu erholen. Zu diesem Zeitpunkt im Tag hatten wir in den vergangenen Tagen immer schon ordentlich geschwitzt und Kilometer zurückgelegt. Es tat gut, dass es jetzt mal wieder anders war.

Ansonsten lief die Heimfahrt ziemlich ereignislos ab. Fourchi begann mit dem Schreiben des heutigen letzten Beitrags und Haude begab sich nochmals zurück zum Beginn unserer Reise und las unsere Beiträge durch. Was für ein Rückblick… Währenddessen haben wir wohl das letzte Mal für die nächsten Tage noch eine Packung Süssigkeiten verdrückt und dann sind wir um 13.01 Uhr auch schon in Luzern angekommen. Es war wirklich schön, endlich wieder zuhause zu sein. Da gab es dann auch noch ein letztes gemeinsames Foto, eine innige Umarmung und so machte sich Fourchi mit seinen Flip-Flops hinkend auf den letzten Kilometer seines Abenteuers nach Hause.

Haude hingegen stieg noch in einen weiteren Zug Richtung Entlebuch ein, wo er dann eine Stunde später auch endlich zuhause ankam. Während der Fahrt musste er schmunzeln, als er ein Angebot für einen Ausflug nach Adelboden-Lenk entdeckte… Da wurden ganz schnell wieder Erinnerungen wach…

Übrigens war es kein Abschied für lange zwischen uns. Morgen werden wir uns schon wieder sehen, wenn Dübi (der Jogger aus dem vorletzten Beitrag) seinen 29. Geburtstag feiert. Und am Wochenende steht ja dann die Hochzeit von Schaggi und seiner bezaubernden Sabrina an und auch da werden wir uns wieder sehen. Darauf freuen wir uns sehr (also auf die Hochzeit).

Rückblick

Fakten

Beim Rückblick möchten wir zuerst mit ein paar Zahlen starten. Eigentlich hatten wir uns ja ursprünglich vorgenommen, dass wir keine Verkehrsmittel verwenden und jeden Kilometer aus eigener Kraft zurücklegen. Von diesem Grundsatz mussten wir dann bereits am vierten Tag abweichen und so ergaben sich über die Tage einige Einsparungen:

  • Tag 4 (Linthal – Altdorf): 20 km (Postauto nach Altdorf)
  • Tag 5 (Altdorf – Engelberg): 4 km (Bähnli bis Brüsti)
  • Tag 6 (Engelberg – Meiringen): 5 km (Bähnli bis Trübsee)
  • Tag 7 (Meiringen – Lauterbrunnen): 9 km (Bahn nach Lauterbrunnen)
  • Tag 8 (Lauterbrunnen – Griesalp): 5 km (Bähnli bis Mürren)
  • Tag 11 (Lenk – L’Etivaz): 5 km (Postauto nach Gstaad)
  • Tag 12 (L’Etivaz – Montreux): 14 km (Bus/Zug nach Rossinière)

In dieser Liste sieht das jetzt vielleicht auf den ersten Blick nach sehr vielen Einsparungen aus. Ingesamt lassen sich diese Angaben zu einer Verkürzung der Laufstrecke von 62 km addieren. Aber einen Teil dieser fehlenden Kilometer haben wir – manchmal aus Eigenverschulden (Verlaufen), manchmal wegen äusseren Bedingungen (Umleitung) – „freiwillig“ kompensiert, sodass wir schlussendlich in den letzten 12 Tagen insgesamt 342 der 390 Kilometer der Via Alpina aus eigener Kraft zurückgelegt haben.

Und wir wagen zu behaupten, dass viele dieser Verkehrsmittel auch beim Bewandern einzelner Etappen der Via Alpina auf grossen Anklang bei Wanderinnen und Wandern stösst. Die Etappen sind auch mit diesen Verkürzungen durchaus anspruchsvoll und es gebührt jedem und jeder Respekt, wer sich auf einzelne dieser Etappen einlässt.

Was unsere 12 Tage betrifft, so haben wir folgende zusätzliche Fakten für euch zusammengefasst, welche uns mit einigem Stolz erfüllen. Sämtliche Einsparungen haben wir rausgerechnet, womit dies effektiv unserer Leistung entspricht.

  • Distanz: 342 km (pro Tag 28.5 km)
  • Aufstieg: 20’800 m (pro Tag 1700 m)
  • Abstieg: 21’200 m (pro Tag 1800 m)
  • Laufzeit: 87 h (pro Tag 07.15 h)
  • Anzahl Schritte: 441’700 (pro Tag 36’800)
  • Tempo: 15.15 min/km

Bei der Laufzeit gilt es anzumerken, dass diese deutlich unterhalb der Angaben der Via Alpina liegt (135.15 h). Dies hängt in unserem Fall mit zwei Faktoren zusammen:

  1. Die Laufzeiten konnten wir wegen des hohen Tempos jeweils ziemlich deutlich unterbieten
  2. Durch die Einsparung einiger Kilometer verkürzte sich auch die Laufzeit entsprechend
Tracker

Wir möchten diese Gelegenheit auch dazu nutzen, die Ergebnisse zu relativieren. Unsere Tracker waren nicht wirklich immer zu 100% zuverlässig. So hatten wir dies bereits in einem früheren Beitrag angemerkt und es gibt da auch noch weitere Umstände, welche wir euch erläutern möchten. Haude war jeden Tag mit seiner Fitbit unterwegs. Und diese hatte nach einem ganzen Tag jeweils das Gefühl, dass Haude zahlreiche unterschiedliche Sportarten betrieben hat. So war er nicht nur als Basketballer und Schwimmer tätig (fairerweise muss man sagen, dass er einmal ja wirklich schwimmen ging), sondern konnte auch seine Aerobic Skills präsentieren. Auch das lässt sich wohl damit begründen, weil er mit einer solch galanten Art seine Wanderstöcke geschwungen hat. Natürlich haben wir solche Fehler jeweils korrigiert und bereinigt, aber ihr sollt da einfach Bescheid wissen.

Übrigens bei Fourchis Tracker gab es ein ganz anderes Problem. Seine Schrittlänge belief sich auf schätzungsweise 2 m – ein Ding der Unmöglichkeit bei solch kurzen Beinen… Vermutlich gab es auch da ein Problem mit den Wanderstöcken und nur jeder zweite Schritt wurde gezählt. Manchmal hat Fourchi nicht einmal 10’000 Schritte pro Tag erreicht, man weiss nicht genau, wo er sich genau rumgetrieben hat. Und entsprechend war auch sein Kalorienverbrauch mit teilweise nicht einmal 500 kcal pro Tag eher mässig. Bei diesen Mengen an Süssgetränken, die er in sich reingeschüttet hat, müsste er jetzt aufgegangen sein wie ein Weggli – ist er aber nicht…

Kosten

Bereits bei der Planung hatten wir einen Anhaltspunkt, was uns die Unterkünfte ungefähr kosten würden. Noch nicht enthalten war jeweils das Abendessen, welches zusätzliche Mehrkosten verursachte. Nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die entsprechenden Kosten je Zielort.

OrtUnterkunftPreisVerpflegung
VaduzVaduzerhof205.-66.-
WeisstannenGemse140.-78.-
ElmBergführer206.-75.-
LinthalRaben164.-81.-
AltdorfZum schwarzen Löwen183.-88.-
EngelbergFerienwohnung
MeiringenVictoria203.-122.-
LauterbrunnenB&B Chalet Rosa162.-20.-
GriesalpGriesalp Hotels196.-110.-
KanderstegAlfa Soleil200.-98.-
LenkParkhotel Bellevue145.-75.-
Château-d’OexHotel de Ville132.-65.-
MontreuxLa Rouvenaz250.-200.-
Total2186.-1078.-

Darin enthalten sind auch noch die Kosten für die Wäsche in der Griesalp sowie die jeweiligen Kurtaxen. Daraus ergibt sich ein total von nicht ganz 3’300 CHF für die 12 Tage. Hinzu kommen noch die Kosten für die Fahrbillete (Hin- und Rückreise sowie die einzelnen Bahnen und Postautofahrten). Und nicht zu vergessen sind die kleinen Kosten für die Zwischenverpflegungen im Volg und die Süssgetränke in Restaurants. Insgesamt würden wir die Kosten auf rund 3’500 CHF beziffern und somit pro Person 1’750 CHF. Ist sicher etwas paradox, dass wir für solche Ferien, wo wir uns doch grossmehrheitlich gequält haben, einen solchen Batzen hinlegen. Für uns war es dennoch eine sinnvolle Investition. Aber die nächsten 1’750 CHF investieren wir sicher wieder in etwas erholsamere Ferien.

Verpflegung

Im gestrigen Beitrag haben wir euch bereits einen Einblick in unsere tägliche Verpflegung untertags gewährt. Hier möchten wir jetzt zum Abschluss unseres Abenteuers noch ein paar Schätzungen abgeben, was wir vermutlich in den letzten 12 Tagen neben dem Abendessen und dem Frühstück verdrückt haben:

  • Ca. 2 kg Süssigkeiten (hauptsächlich Lachgummi)
  • Ca. 12 l Süssgetränke (Grossteil Cola, aber auch viel Citro und Rivella)
  • Ca. 3 l alkoholfreies Bier (ausschliesslich Haude)
  • Ca. 15 Proteinriegel
  • 6 Äpfel / 3 Bananen
  • 6 Landjäger / 1 Packung Trockenfleisch
  • 1 Packung getrockneter Äpfel

Fourchi hat sich zudem bei jeder sich ihm bietenden Möglichkeit etwas Schokolade reingestopft (er hatte bis vor kurzem seit fast 10 Jahren keine Schokolade mehr gegessen). Da hatte definitiv jemand etwas zu kompensieren…

Übrigens ist unser spezieller Via Alpina Whisky auch leer… Und Haude – welch ein Ehrenmann – hat die leere Flasche mit nach Hause genommen, um ihr dann einen gebürtigen Platz in der Hall of Fame zu gewähren.

Unsere Einschätzung

Im Rahmen unseres Blogs haben wir euch jeden Tag einen Einblick gegeben, was uns jeweils beschäftigt hat und womit wir am meisten zu kämpfen hatten. Wenn wir jetzt mit ein wenig mehr Distanz nochmals zurückblicken, dann war das wirklich einfach nur ein Kampf. Bereits nach dem ersten Tag mussten wir uns an den Kopf fassen und eingestehen: Phu, da haben wir uns wirklich etwas Tolles ausgedacht. Und nach diesen ersten Tagen fragten wir uns hin und wieder, ob wir das überhaupt schaffen können. Es folgten in den nächsten Tagen weitere Tiefschläge mit neuen Blessuren und teils schwerwiegenden körperlichen Problemen.

An diesem Punkt haben wir uns dann ja bekanntlich dazu entschieden, gegen unseren Grundsatz zu verstossen und teilweise Verkehrsmittel zur Abkürzung der Strecke zu nutzen. Wir sind der festen Überzeugung, dass wir ohne diesen Schritt gescheitert wären und unsere Tour hätten abbrechen müssen. Unsere Körper bewegten sich während dieser 12 Tage immer wieder am Limit und dieses durften wir nicht zu oft überschreiten.

Das hat auch ganz gut geklappt und für uns war es auch ein wenig erstaunlich, wie wenig Erholungszeit für unsere Körper ausreichte, um sich einigermassen zu regenerieren. Haude trug noch eine Massage Gun im Gepäck und diese hat uns bei den abendlichen Medical Sessions grosse Dienste erwiesen. Zudem hat sich Haude vorbildlich fast jeden Abend ausgiebig gedehnt (Fourchi nahm das leider nicht so ernst). Und zu guter letzt konnten wir auf jede Menge magischer Salben zurückgreifen, welche zumindest bei der Muskulatur ihre Dienste leistete. Und so hatten wir während den ganzen 12 Tagen nie Muskelkater und kamen konditionell sehr gut über die Runden.

Was wir nicht so wirklich bedacht hatten, waren die aufgetretenen Verletzungen. Mit Blasen hatten wir gerechnet und nach den ersten Tagen kamen zwar weiterhin neue dazu, aber wir waren daran gewöhnt und das war kein leistungseinschränkender Faktor für uns. Aber Schmerzen an Hüfte, Fuss, Schienbein oder auch eine fiebrige Phase hatten wir schlichtweg nicht berücksichtigt. Entsprechend mussten wir diesen Mangel mit einem starken Kopf (und ein paar Schmerztabletten) kompensieren und das ist uns glücklicherweise auch gelungen. Aber vermutlich hätte die Reise keine drei weiteren Tage mehr dauern dürfen; dann hätten unsere Körper wohl gestreikt.

Schlussendlich sind wir wahnsinnig stolz auf unsere Leistung und wie wir uns im Verlauf dieser letzten 12 Tage entwickelt haben. Wir konnten immer aufeinander zählen, es gab nie schlechte Stimmung zwischen uns und wenn es beim Einen mal nicht so toll lief, konnte der andere diese Phase überbrücken. Es war wahrlich ein ständiges Auf und Ab, aber es geklappt und das haben wir primär uns selber zu verdanken.

Übrigens hat Haude während der letzten 12 Tage und trotz der beschriebenen Verpflegung ganze 5 kg Gewicht verloren. Bei Fourchi liegen leider keine Werte vor, weil seine Waage kaputt ist… Aber vermutlich wird auch bei ihm das eine oder andere Kilo gepurzelt sein. Dies wollten wir noch festhalten, weil es folgenden Rückschluss zulässt: Du kannst Süssgetränke, Süssigkeiten, Schokolade und alles Mögliche konsumieren und dabei Gewicht verlieren, wenn du pro Tag über 35’000 Schritte auf einer Distanz von etwa 28 km mit einer Höhendifferenz von gegen 1700 m und einem Rucksack von knapp 15 kg gehst.

Lessons Learned

Als Erstes könnten wir uns fragen, ob wir eine solche Idee nochmals in Angriff nehmen würden. Und diese Frage müssten wir mit „Ja“ beantworten, auch wenn uns aktuell überhaupt nicht danach ist. Es war für uns eine sportliche Herausforderung und dieser würden wir uns sicher auch nochmals stellen (vielleicht nicht heute oder morgen). Aber wie schon gesagt, es war nicht wirklich ein Genuss. Und viele Leute begehen die Via Alpina, um die Schönheit der Natur und der Schweizer Berglandschaft zu geniessen. In diesem Fall ist ein solch überambitioniertes Programm wie unseres natürlich nicht der richtige Weg. Auf das Zusammenfassen von Etappen sollte man dann verzichten. Und einen solch doofen Grundsatz wir „keine Verkehrsmittel verwenden“ sollte man auch verzichten… Das war einfach nur doof…

Bezüglich Gepäck mussten wir zwei Sachen lernen: 1. An einen schweren Rucksack ist man sich nicht gewohnt und 2. Man braucht nicht alles, was man denkt, dass man braucht… Also es hätte sicher Sinn gemacht, wenn wir vorgängig mit einem ähnlich schweren Rucksack eine Wanderung von ca. 4-6 Stunden absolviert hätten. Da mussten wir dann halt auf der Tour erfahren und nach dem ersten Tag war das unser Hauptproblem. Mit der Zeit gehörte der Rucksack aber einfach dazu und er störte auch nicht mehr. Aber trotzdem kann man sich beim Packen auch noch etwas mehr Gedanken machen über die Beladung. Wir genossen den Luxus, in Engelberg einen Teil unseres Gepäcks liegen lassen zu können. Gerade bei den Kleidern kann man sicherlich sparen. Aber für uns war auch die Sonnenbrille beispielsweise total überflüssig. Und auch bei der Verpflegung waren wir viel zu euphorisch und hatten uns zu viel eingepackt.

Eine etwas besser ausgestattete Medizinabteilung hätte sicher auch nicht geschadet. Wir beschränkten uns da auf ein Minimum und legten den Fokus auf Compeed-Blasenpflaster. Sinnvoll wären sicher auch Schmerztabletten, eine ganz gute Salbe gegen Entzündungen und ausreichend Verbandsmaterial, um hin und wieder eine Bandage anlegen zu können.

Und dann natürlich auch noch ein Wort zu den Wanderstöcken: Egal wie jung ihr seid, nehmt Wanderstöcke mit und braucht sie. Sie bieten so viel Komfort, welchen ihr bisher noch gar nicht so kanntet. Wir mussten uns nach dem ersten Tag auch eines Besseren belehren lassen. Aber das war auch ein Schlüssel zu unserem Erfolg, dass wir bereits ab dem zweiten Tag konsequent mit den Wanderstöcken gelaufen sind.

Wir könnten hier noch viele weitere Punkte aufschreiben, welche ihr bereits in den vergangenen Beiträgen lesen konntet. Beispielsweise war ja Fourchi ein Held, dass er mit ungetragenen Socken zum Abenteuer angetreten ist… Oder aber dass wir Umleitungen in Kauf nehmen mussten, weil wir uns nicht frühzeitig über die Route informiert hatten… Wir setzen hier jetzt einen Punkt.

Ausblick und Abschluss

Unser Abenteuer ist nun definitiv zu Ende und ab nächster Woche werden wir wieder bei unserer Arbeit anzutreffen sein. Aber wir können extrem stolz auf die vergangenen zwei Wochen zurückblicken und da werden wir sicher noch das eine oder andere Mal darüber sprechen.

Unser Lebensstil wird sich ab jetzt auch rasch wieder verändern. Süssgetränke werden wohl kaum mehr konsumiert (dafür aber mal wieder eine richtige Ponete) und auch die Schmerztabletten werden wieder verstaut. Leider wird uns wohl auch nicht mehr jeden Morgen ein solch cooles Frühstücksbuffet erwarten…

Es ist übrigens nicht unsere Absicht, dass wir ein ähnliches Vorhaben nochmals anreissen. Es gäbe ja zahlreiche weitere Wanderrouten in der Schweiz oder natürlich auch ausserhalb, aber für uns war das so eine einmalige Sache, welche wir innerhalb von weniger als einem Jahr in die Realität umgesetzt haben. Vielleicht nochmals zur Erinnerung: Weder Haude noch Fourchi hatten bisher eine Mehrtageswanderung absolviert…

Somit geht mit diesen letzten Worten auch der letzte Beitrag unseres Blogs zu Ende. Wir hatten einen riesigen Spass und viel Freude, mit euch dieses Abenteuer zu bestreiten. Und es war unglaublich toll für uns, dass ihr so aktiv dabei wart, uns regelmässig Nachrichten habt zukommen lassen und uns immer wieder motiviert habt.

Und hey, es würde uns freuen, wenn einige von euch auch einzelne Etappen der Via Alpina in Angriff nehmen würden. Oder wenn ihr gleich alles auf einmal machen wollt, umso besser. Wir stehen euch sehr gerne mit Rat und Tat zur Verfügung – sofern ihr das dann auch wirklich wollt (überlegt es euch wirklich gut…).

Vielen Dank und bleibt gesund!

Haude & Fourchi


Eine Antwort zu „Heimreise: Zurück nach Luzern“

  1. Avatar von Lisa Elmer
    Lisa Elmer

    Lieber Haude & Lieber Fourchi

    Ihr kennt mich zwar nicht, bin eine Arbeitskollegin von Roman Schmid, aber ich möchte Euch herzlich zu Eurer abgeschlossenen Tour gratulieren. Wirklich grandios was ihr in 12 Tagen geschafft habt. Mein Mann und ich haben jeden Abend mit grosser Erwartung auf euren Report gewartet und dann gemeinsam gelesen. Es war immer sehr amüsant und wir haben auch ein bisschen mit Euch gelitten…. Ich habe selber im 2020 mit der Via Alpina angefangen und werde diesen September die letzten Etappen von Kandersteg nach Montreux absolvieren. Ich weiss also ein bisschen, wovon ihr jeweils geschrieben habt. Ich habe die Touren allerdings nicht zusammengefasst, bin aber noch nie mit einem Bähnli oder Zug gefahren, sondern wirklich alles gelaufen und so jeweils an den Wochenenden eine Tour absolviert. Aber das Bähnli bei Etivaz oder Rossinière macht schon ein bisschen Gluscht….
    Ich wünsche Euch gute Erholung und ihr könnt stolz auf das Erreichte sein.

    Liebe Grüsse
    Lisa Elmer

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