Eckdaten zum heutigen Tag
Originalplanung
Die Originalplanung für unsere heutige Etappe bestand aus einer Etappe:
- Weisstannen – Elm
- Distanz: 23 km
- Aufstieg: 1400 m
- Abstieg: 1450 m
- Laufzeit: 08.00 h
Unsere Ergebnisse
Anhand unserer Tracker haben wir folgende Durchschnittswerte erzielt (während der grossen Pause haben wir den Tracker gestoppt):
- Weisstannen – Elm
- Startzeit: 08.15 Uhr
- Ankunftszeit: 16.00 Uhr
- Distanz: 24.8 km
- Aufstieg: 1470 m
- Abstieg: 1400 m
- Laufzeit: 07.00 h
- Anzahl Schritte: 32’600
- Tempo: 17.16 min/km
- Kalorien: 2040 kcal
Tagesbericht
Wie gestern geplant sind wir um 07.00 Uhr zum Frühstück angetreten. Dabei ist Haude aufgefallen, dass das Hotel Gemse scheinbar kürzlich erst renoviert wurde, wobei er sich auf das Holz der Türen bezog. Fourchi ergänzte, dass es auch noch frisch gestrichen riecht. Weshalb wir das erwähnen? Beim Frühstück haben wir dann erfahren, dass es sich um Fliegengift handelt, um die Plage in den Griff zu bekommen. Und so hatten wir beim Frühstück nur noch die Gesellschaft von 2-3 Fliegen (evtl. waren die anderen aber auch einfach noch am schlafen…). Jedenfalls war das Frühstück sehr lecker und wir begaben uns frisch gestärkt nochmals ins Zimmer, wo wir unsere Sachen wieder im geliebten Rucksack verstauten.
Zudem mussten wir uns noch medizinisch versorgen und haben erstmals vom grossen Vorrat an Compeed-Blasenpflastern geschnaust. Haude hat sich seine kleinen Zehen eingepflastert und danach war er auch noch Fourchi bei seinen diversen Blasen behilflich. Dr. Haude legte ausgezeichnete Arbeit hin und die Schmerzen konnten teilweise gelindert werden. Haude hatte zusätzlich weiterhin mit Hüftbeschwerden zu kämpfen, während bei Fourchi zusätzlich ein Schmerz an der Aussenseite des rechten Fusses sich bemerkbar machte und ein sehr unangenehmes Stechen bei jedem Schritt verursachte.
Trotz körperlicher Beschwerden ging der Spass mit einer kleinen Verspätung dann um 08.15 Uhr los und im Kurzarm-Tenü bei wiederum prächtigem Wetter bewegten wir uns in Richtung der Alp Siez. Zwei Sachen möchten wir hier noch erwähnen:
- Fourchi hat seine Schuhe gewechselt und war heute mit seinen Trekking-Schuhen unterwegs (aber wieder frische Socken)
- Haude und Fourchi machten erstmals in ihrem Leben Gebrauch von Wanderstöcken
Bereits nach den ersten absolvierten Kilometern war die Euphorie über den Gewinn des Einsatzes der Wanderstöcke gross. Sowohl Haude als auch Fourchi konnten dadurch ihre Probleme entlasten und auch der Rucksack wirkte nicht mehr ganz so schwer. Wir waren zuvor wirklich beide kritisch gegenüber Wanderstöcken eingestellt, aber es erleichtert halt das Wandern schon sehr, insbesondere mit solch schwerem Gepäck. Wir wissen nicht 100%, dass wir die Wanderstöcke richtig eingesetzt haben und bei einer Stilstudie wären wir sicher nicht das Paradebeispiel, aber immerhin war der spitzige Teil bei beiden unten und wir fühlten uns damit sehr wohl.
Genug aber von den Wanderstöcken und zurück zur heutigen Etappe. Auf dem Weg zur Alp Siez haben wir erstmals andere Wanderer angetroffen. Die drei Herren kannten sich aus dem Turnverein und waren im Rheintal ortsansässig. Ihr heutiges Tagesziel war ebenfalls Elm (aber ein anderes Hotel) und so sind wir uns dann immer wieder begegnet und haben uns bei ein paar sehr netten Gesprächen ausgetauscht.
Wir befanden uns also auf dem Weg zum Foopass und passierten dabei die Alp Siez. Es ging kontinuierlich bergauf, aber wir konnten das verhältnismässig gut vertragen, auch wenn wir beide mit Schmerzen zu kämpfen hatten (Fourchi hatte offensichtlich weniger Freude als Haude am Ganzen).

Nach gut 2 Stunden Wanderzeit erreichten wir die Pforte zum Foopass und dann begann ein wirklich heftiger Aufstieg. Nach einem Zwischenhalt auf der Alp Foo, wo wir uns mit Getränken aus der Selbstbedienung auffrischten, nahmen wir die letzten nicht mehr ganz so steilen Kilometer in Angriff. Und nach gut 2 Stunden Aufstieg haben wir den Foopass erreicht und damit unseren ersten von 14 Alpenpässen erklommen.
Auf dem Gipfel angekommen wurde es dann immer kühler und wir schmeissten uns kurzzeitig in unser Langarm-Tenü während einer weiteren längeren Pause. Dabei haben wir uns auch noch mit Gabriel aus Israel unterhalten, welcher die Via Alpina ebenfalls an einem Stück absolviert, jedoch wegen der zu hohen Preise der Hotels jeweils in seinem Zelt nächtigt. Entsprechend ist sein Rucksack mit schätzungsweise 20 kg etwas schwerer, das ist echt hart und wir wissen wovon wir reden. Wir haben ihm auch von unserem Blog erzählt und durften von ihm ein Foto machen. Wir hoffen sehr, dass er das auch liest.


Auf dem Foopass fühlten wir uns schon ein wenig wie Könige… Aber wir wussten eben auch, dass wir erst die Hälfte der Etappe bezüglich Kilometern absolviert hatten und uns noch ein kräftezehrender Abstieg nach Elm bevorstand.
Trotzdem haben wir uns natürlich auf den Weg begeben (uns blieb ja nichts anderes übrig), aber wir litten beide wirklich sehr. Das führen wir auf unsere Beschwerden in der Hüfte (Haude) bzw. am Fuss (Fourchi) zurück. Dies zwang uns dann auch zu etwas mehr kleinen Pausen. Trotzdem haben wir uns beide durchgebissen und konnten irgendwann einen Blick auf die Elmer Citro Fabrik erhaschen. Das Ziel war also nahe, dachten wir…

Als wir dann endlich im Zentrum von Elm angekommen sind, mussten wir noch zu unseren Hotel finden. Dabei zeigte sich, dass das Hotel Bergführer keine schlaue Auswahl war, obwohl dieses empfohlen wurde. Wir mussten nämlich knapp 2 zusätzliche Kilometer bewältigen (leicht steigend und der Strasse entlang), bis wir endlich am Ziel ankamen. Zuerst dachten wir, dass wir damit bereits einen Teil der morgigen Etappe absolvieren, aber das war nicht so… Wir werden morgen wieder 1.5 km zurücklaufen müssen bis zum Wegweiser der Via Alpina.
Sehr kaputt und sichtlich gezeichnet von den Strapazen dieser verhältnismässig einfachen Etappe auf unserem Programm, bezogen wir im Hotel Bergführer dann doch ein sehr schönes Zimmer. Nach dem Duschen legten wir unsere Füsse hoch (wortwörtlich) und begannen mit der Erholungsphase. Fourchi stellte dabei noch fest, dass er seine Beine nicht mit Sonnencreme eingeschmiert hatte und so strahlten die Beine in einer wunderbaren Röte. Aber das Aprés Soleil von Haude verspricht Linderung und wurde entsprechend grosszügig aufgetragen.
Um ca. 19.00 Uhr begaben wir uns wie schon in Weisstannen hinkend und in ausgesprochen elegantem Tenü (Haude mit Socken und Fourchi mit Flip-Flops) zum Abendessen. Auch im Hotel Bergführer gibt es aus kulinarischer Sicht überhaupt nichts zu beanstanden und wir waren beide mit dem Essen sehr zufrieden. Für das morgige Frühstück konnten wir noch unseren Sonderwunsch platzieren, dass wir schon um 06.30 Uhr anstatt um 08.00 Uhr frühstücken würden. Diesem Wunsch kam das Hotel Bergführer freundlicherweise nach und wird uns entsprechend ein Frühstück vorbereiten. Grossartiger Service und vielen Dank.
Fazit
Also die heutige Etappe war eher auf der „leichten“ Seite unserer Tour. Aufgrund unserer Beschwerden kam uns das jedoch entgegen und wir konnten doch schon erstmals erfolgreich durchbeissen. Wir sind aber doch etwas vorsichtig mit einem zu optimistischen Ausblick auf die nächsten Tage, weil dann übermorgen doch eine happige Etappe auf dem Programm steht.
Wanderstöcke sind wirklich cool. Das müssen wir schlichtweg so anerkennen und dem gibt es nichts mehr anzufügen. Sie haben uns heute die Tortur wesentlich erleichtert und auch die nächsten Tage werden wir wohl kaum darauf verzichten.
Der Rucksack wirkte heute bei uns beiden irgendwie leichter. Das wird wohl kaum wirklich so passiert sein, weil wir haben nur die Wanderstöcke entfernt und noch einen kleinen Whisky getrunken. Aber es war auf jeden Fall heute kein Problemfaktor mehr und das stimmt uns doch vorsichtig zuversichtlich für die weiteren Etappen.
Die Etappe an und für sich war eigentlich sehr schön. Man kann die Natur bestaunen, die Stille geniessen und die perfekt präparierten Wanderwege unter die Füsse nehmen.
Vielleicht zum Abschluss noch ein kleiner Einblick, was wir während einer Etappe so bereden… Eigentlich so ziemlich gar nichts. Zu Beginn der Etappe gibt es noch ein paar aufmunternde Worte, ein paar dumme Witze, aber irgendwann haben wir uns nichts mehr zu sagen und jeder ist auf seine Arbeit fokussiert. Wir wechseln uns auch mit der „Führungsarbeit“ schön regelmässig ab, das ergibt sich immer irgendwie. Und wenn einer von uns leidet, reicht ein kurzes „Gohds?“ auch schon aus, um das Ganze zu klären. Weil eigentlich wissen wir beide, welche Probleme den anderen gerade beschäftigen. Aber wir wissen auch beide, dass niemand auf diese Frage mit „Nein“ antworten würde.
Während den Pausen besprechen wir dann doch noch das eine oder andere, was uns so in den Sinn kommt. Aber grundsätzlich ist der Anteil an Dialogen relativ gering, stimmt aber so für uns beide. Wir sind weiterhin beide mit dem Partner zufrieden und leben – wie man so schön sagt – in Harmonie.
Ausblick
Morgen steht eine ähnliche Etappe wie heute an, jedoch vermutlich noch ein Spürchen strenger. Wir überqueren den Richtelipass und versuchen danach im scheinbar endlosen Abstieg Linthal zu erreichen. Das Wetter könnte gegen Nachmittag langsam gewittrig werden, weshalb wir wohl schon um ca. 07.15 Uhr losmarschieren wollen. So können wir sicher den Richetlipass überqueren, bevor die Gewitter aufkommen.
Jetzt gehen wir über in den Erholungsmodus, gönnen uns noch den obligatorischen Whisky, um Haudes Rucksack weiter zu erleichtern und warten, bis unser Wecker um 06.15 Uhr wieder losgeht.

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