Eckdaten zum heutigen Tag
Originalplanung
Die Originalplanung für unsere heutige Etappe bestand aus zwei Etappen:
- St. Moritz Corviglia – Jenatschhütte
- Distanz: 11 km
- Aufstieg: 950 m
- Abstieg: 820 m
- Laufzeit: 04.50 h
- Jenatschhütte – Sur GR, Alp Flix
- Distanz: 14 km
- Aufstieg: 760 m
- Abstieg: 1450 m
- Laufzeit: 05.10 h
Mit unserer Planung für den gesamten Tag lagen folgende Werte zugrunde:
- Spinas – Jenatschhütte – Sur GR, Alp Flix
- Distanz: 25 km
- Aufstieg: 1710 m
- Abstieg: 2270 m
- Laufzeit: 10.00 h
Link zur Übersicht: 2024 – Alpenpässeweg Teil 1 (8 Tage)
Unsere Ergebnisse
Anhand unserer Tracker haben wir folgende Durchschnittswerte erzielt (während der grossen Pause haben wir den Tracker gestoppt):
- Spinas – Jenatschhütte
- Startzeit: 08.30 Uhr
- Ankunftszeit: 11.00 Uhr
- Distanz: 13 km
- Aufstieg: 880 m
- Abstieg: 130 m
- Laufzeit: 02.30 h
- Anzahl Schritte: 16’000
- Tempo: 11.44 min/km
- Jenatschhütte – Sur GR, Alp Flix
- Startzeit: 11.30 Uhr
- Ankunftszeit: 16.30 Uhr
- Distanz: 15 km
- Aufstieg: 900 m
- Abstieg: 1500 m
- Laufzeit: 05.00 h
- Anzahl Schritte: 16’000
- Tempo: 13.29 min/km
Tagesbericht
Wir möchten uns bereits im Voraus entschuldigen, dass ihr heute ganz viel lesen müsst, weil der Tag total ereignisreich war. Und sorry auch für die späte Publikation, aber wir hatten Probleme überhaupt Netz zu erhalten und da war ja auch noch der Schweizer Match… Also haltet euch fest und auf gehts.
Tagwache war wie vereinbart um 06.30 Uhr. Ein gemütliches Aufstehen, ohne Beschwerden und ein bisschen nervös vor der ersten Etappe. Wir waren schon bald bereit, bepackt und begaben uns zum vereinbarten Tisch, welcher tatsächlich um 07.00 Uhr schön vorbereitet war. Dafür sind wir äusserst dankbar und um 07.15 Uhr nahmen wir den Abstieg nach St. Moritz auch schon in Angriff.

Da wir zeitlich eher früh dran waren, haben wir uns Zeit gelassen und sind genau denselben Weg wie gestern wieder zurückgelaufen. Also nochmals 2.5 km in etwas unter 30 Minuten. Diesen Weg haben wir in obiger Auflistung nicht erwähnt. Wir hatten sogar Zeit die Aussicht nochmals so richtig zu geniessen und die war schon herrlich bei diesem prächtigen Wetter. Und auch die Ankunft am Bahnhof wurde frenetisch gefeiert.


Da wir wussten, dass der Zug in Spinas nur auf Verlangen anhält, suchten wir uns einen Platz direkt neben einem Halt-Knopf – sehr schlau. Auch sonst war die Stimmung sehr entspannt und wir freuten uns beide auf einen interessanten Tag. Wir hatten ja noch keine Ahnung, was uns alles erwarten würde.


Pünktlich um 08.02 Uhr fuhr der Zug los in Richtung Spinas und nach nicht mal 20 Minuten sind wir da auch schon angekommen. Aus dem Zug stiegen zahlreiche Wanderer aus, trödelten etwas, aber wir haben auf direktem Weg die Wanderschilder anvisiert. Irgendwie war es für uns ein ziemlich freudiger Moment, damit verbinden wir ja extrem viele interessante Erfahrungen.

Die Tracker wurden also gestartet und wir legten sehr motiviert los, die ersten paar Kilometer führten grösstenteils geradeaus auf schönen Schotterstrassen und teilweise auch schon über schön angelegte Wanderwege. Unser ständiger Begleiter während der Wanderung in Richtung Jenatschhütte war der Beverin, welcher teilweise sehr laut war, weil viel Wasser darin floss. Nachfolgend seht ihr eine Galerie der ersten Passagen.








Durch die flache Strecke und kleinen Anstiege konnten wir ein sehr konstantes Tempo durchziehen und legten Kilometer an Kilometer in einer Zeit von jeweils knapp 10 Minuten zurück. Ansonsten konnten wir die Landschaft wirklich geniessen, redeten nicht viel, sondern genossen einfach wirklich das Alleinesein. Auch das Wetter spielte natürlich super mit und da wir auf einer Höhe von ungefähr 2000 m. ü. M. unterwegs waren, war die Temperatur wirklich sehr angenehm. Natürlich hatten wir auch in diesem Jahr das Vergnügen, die eine oder andere Kuhherde zu kreuzen – immer mit dem nötigen Abstand und der entsprechenden Vorsicht.

Und so liefen wir immer tiefer ins Val Bever hinein, wo auch der Wind immer etwas zügiger wurde. Leider war es immer Gegenwind, und so konnten wir nicht von einem Turboboost profitieren. Bis zu dieser Zeit sind wir übrigens einzig zwei Älplern begegnet, welche mit dem Auto dann später wieder an uns vorbeigezogen sind. Ansonsten hatten wir keine Begegnung mit Menschen bis zur Jenatschhütte. Aber wir entdeckten unglaublich viele „Murmeli“, welche teilweise direkt vor uns den Weg querten und sich in einer Höhle verkrochen. Sind schon süsse Dinger, diese Flauschkugeln. Das Festhalten auf Fotos war hingegen eher schwierig, aber ihr könnt ja das Murmeli selber suchen (es ist wirklich auf beiden Bildern eines drauf):


Und dann folgte tatsächlich auch schon das erste Schneefeld, aber dieses konnten wir noch mit trockenen Füssen passieren. So hätte es dann später ruhig auch weitergehen können.

Es wurde aber um uns herum langsam winterlicher und nach 11 zurückgelegten Kilometern stand uns dann doch noch ein schweisstreibender, kurzer, knackiger Aufstieg hinauf zur Jenatschhütte bevor. Aber wir zogen alles ohne Pause durch.

Und ganz zum Ende des Aufstiegs erblickten wir dann auch das erste wirkliche Schneefeld, bei welchem wir unseren ersten Eindruck vom Schnee gewinnen konnten. Haude schreitete voran und posierte dann auch eindrucksvoll für den Abschluss den ersten Etappe nach nicht einmal 2.30 Stunden. Das war wirklich eine sehr ordentliche Pace für den Einstieg.


Bei der Hütte auf über 2600 m. ü. M. angekommen legten wir gleich unsere Mittagspause von gut 30 Minuten ein und genehmigten uns einen leckeren Aprikosenkuchen mit Streuseln und ein ordentliches Süssgetränk (Citro für Fourchi und Rivella für Haude). Haude hatte die Spendierhosen an und lud Fourchi zu diesem ersten Mittagsrast ein – Vielen Dank.

In der Hütte konnten wir uns dann auch noch direkt mit den Hüttenwarten austauschen und erkundigten uns nach dem Zustand der Route über die Fuorcla d’Agnel. Wir erhielten die Info, dass sie gestern noch einige Stunden lang Schneeschaufeln waren, um die ersten steilen Traverse-Passagen zu entschärfen. Aber es sei eigentlich bis nach oben alles schneebedeckt und auf der anderen Seite hatten sie keine Informationen. Aber anscheinend waren heute Morgen fünf weitere Wanderer (ohne Schneeschuhe) ebenfalls über diese Route zur Alp Flix losmarschiert und so dachten wir uns, dass es schon machbar sein sollte. Der Hüttenwart war derselben Meinung und sagte wir sähen doch fit aus.
Und so entschieden wir uns um 11.30 Uhr dieses Abenteuer in Angriff zu nehmen und hier beginnt wohl der Spass erst so richtig. Zunächst waren wir einmal froh, dass wir endlich auf der Route 6 und somit dem offiziellen Alpenpässeweg angekommen sind. Fourchi lächelt noch verschmitzt in die Kamera, es sind ja auch noch nicht wirklich Schneefelder zu sehen.

Es ist unschwer zu erkennen, dass sich Fourchi wärmer angezogen hat, auch Haude hat sich eine Jacke übergezogen. Nach nicht mal 10 Minuten Marsch haben sich beide ihrer neuen Kluft aber wieder entledigt, weil es halt doch auch auf dieser Höhe und trotz vielem Schnee ziemlich warm wurde beim Aufstieg. Diese Sicht präsentierte sich uns dann wenige Minuten später und ja, wir mussten genau durch diese Schneefelder hinauf.

Und schon bald mussten wir feststellen, dass dieser etwas über 1-stündige Aufstieg zur Fuorcla d’Agnel mühsam und streng werden würde. Zu Beginn gab es aber immer wieder einzelne Passagen, welche wir auf den offiziellen Wanderwegen zurücklegen konnten und nicht auf einem Schneefeld. Diese Momente wurden aber ziemlich rasch rarer und so fanden wir uns beinahe in einem Winterparadies wieder. Eindruck gefällig?






Der Aufstieg durch den Schnee war aus zwei Gründen äusserst strapaziös:
- Die Wanderwege waren wirklich nicht mehr erkennbar, auch die Spuren der Vorgänger waren nicht wirklich sichtbar. Somit mussten wir uns mit Offlinekarten orientieren, da wir da auch keinen Empfang hatten
- Beim Laufen durch den Schnee wussten wir nie, ob wir an der Oberfläche bleiben, ausrutschen oder gar einsinken. Jeder Schritt war anders und sowohl Ausrutscher als auch „Einsinker“ kosteten wahnsinnig viel Kraft
Haude hatte offensichtlich deutlich weniger Probleme und navigierte grossmehrheitlich sauber in Richtung der Fuorcla d’Agnel. Hin und wieder gab es sicherlich einen Umweg, aber das kann wirklich passieren. Wenigstens sind wir nicht in einem See oder Bach gelandet, weil auch das war ein durchaus denkbares Szenario. Von Fourchi hingegen hörte man immer mehr Mimimi, weil er deutlich häufiger einsank und auch zahlreiche Rutscher zu verzeichnen hatte. Die Gründe konnten wir nicht eruieren, am geringen Gewichtsunterschied wird es kaum gelegen haben. Aber es war schon etwas frustrierend, wie man diesen Bildern entnehmen kann.


Wir hatten zwar beide pflotschnasse Füsse, aber trotz dem ständigen Einsinken waren die Füsse oder Beine nicht dermassen kalt, dass es zu einem Problem wurde. Und bis auf ein paar kleine Schürfwunden an den Knien ist auch sonst nichts Gröberes passiert, obwohl auch das möglich wäre beim Überqueren dieses Geröllgeländes. Für uns war es dann immer wieder eine Erleichterung, wenn wir einen solchen Rand erreicht haben und im Trockenen waren. Aber leider waren es wirklich Wanderfelder im Schnee und nicht Schneefelder auf dem Wanderweg. Und hier noch ein Eindruck zur Steilheit, welche durchaus auch nicht unterschätzt werden darf, wenn man da ständig ausrutscht oder einsinkt.

Beim Aufstieg legten wir dann übrigens auch mal eine Pause ein, nachdem wir den ersten Alpinisten gekreuzt hatten. Dies war kurz vor dem Übergang der Fuorcla d’Agnel und da haben wir ein erstes Video mit einem Eindruck zur Umgebung.
Nach dieser kurzen Pause und einer kurzen Verpflegung mit Süssigkeiten und Wasser ging es weiter und so erreichten wir nach gut 01.30 Stunden (angeschrieben waren 01.15 Stunden) den Passübergang auf nicht ganz 3000 m. ü. M. Es blieb aber keine Zeit für ausgiebiges Feiern, weil der Wind mittlerweile sehr stark war und kühl wurde es durch die vielen Wolken langsam aber auch. Aber Zeit für ein Beweisfoto blieb natürlich allemal. Lustigerweise war da dann der Wanderweg kurze Zeit sehr gut ersichtlich, aber auf der anderen Seite sollte sich das schnell ändern.

Es ging gleich weiter, wie es aufgehört hatte – Schnee wohin das Auge reicht. Der Unterschied bestand darin, dass es jetzt steil bergab ging und da wussten wir noch nicht so recht, wie wir diesem Umstand begegnen sollten. Die Herausforderungen blieben nämlich dieselben (Orientierung und Einsinken). Und so stürzte sich Fourchi wagemutig den ersten Stutz hinunter. Leider konnte Haude nur den Schluss auf Video festhalten, die vorangehende Rutschpartie steht nicht zur Verfügung. Aber Fourchi hatte die ganze Zeit seine Hand im Schnee und das war nicht nur ordentlich kalt, sondern auch etwas schmerzhaft.
Haude folgte dann natürlich mit einem kleinen Sicherheitsabstand und rannte diese Passage gekonnt hinunter, bis er plötzlich einsank und stecken blieb. Aber er konnte sich aus dieser misslichen Situation selber befreien und dann ging es auch schon wieder weiter.
Wir kämpften uns also auf der anderen Seite wieder den Berg hinunter und legten immer wieder mehr oder weniger elegante Rutschpartien ein. Natürlich gab es da auch den einen oder anderen Sturz, aber immer ohne Folgen. Einmal sackte Fourchi dermassen in den Schnee ein, dass sein Wanderstock nebenan nur noch an der Spitze sichtbar war. Also die Schneehöhe betrug mindestens 1.25 Meter – ist schon krass.
Haude navigierte auch beim Abstieg gekonnt durch das Schneegestöber und wir hofften, so langsam aber sicher wieder ordentliche Wanderwege zu finden und auf diesen die letzten Kilometer zurücklegen zu können. Auf dem weiteren Weg begegneten wir dann noch ungefähr vier weiteren „Aufsteigern“, welche teilweise mit Schneeschuhen unterwegs waren. Als sich tatsächlich langsam wieder ordentliche Wanderwege abzeichneten, begegneten wir noch zwei Damen, welche den Aufstieg noch vor sich hatten und von La Veduta gestartet waren. Wir erzählten ihnen von unseren Erfahrungen und da waren sie wohl etwas eingeschüchtert und nicht mehr sonderlich optimistisch. Wir erklärten, dass wir noch zur Alp Flix laufen müssten und da entgegneten sie, dass wir dafür ja nochmals durch den Schnee aufsteigen müssten und das doch noch etwas dauern könnte. Aber wir sähen fit aus (zum zweiten Mal). Wir bedankten uns fürs Kompliment und setzen unseren Weg fort und schon bald sahen wir den nächsten Aufstieg, welcher aus viel Schnee und wenig Weg bestand. Mässig lässig…
Aber uns blieb nichts anderes übrig und so stiegen wir also wieder hoch. Die Beine wurden schwerer, die Schritte langsamer, aber das Ziel kam immer näher. Und dank einer ausgezeichneten Routenwahl konnten wir auch diese über 400 Höhenmeter erfolgreich zurücklegen. Fourchis Zielankunft auf der Fuorcla digl Leget auf über 2700 m. ü. M. haben wir auf Video festgehalten.
Und jetzt ging es wirklich nur noch abwärts, leider zunächst wieder durch viel Schnee, aber diesmal entschied sich Fourchi runterzurutschen und das war eine goldige Idee, auch wenn das Hinterteil ordentlich durchnässt war.
Haude wählte einen anderen Ansatz und versuchte sich als Odermatt 2.0. Wir müssen aber sagen, dass es da doch noch eine Differenz gibt. Fourchi amüsierte sich beim Filmen prächtig und fieberte mit dem Schneetänzer Haude mit.
Weitere Videos gibt es ab dieser Stelle nicht mehr – das habt ihr erfolgreich hinter euch gebracht. Unser Abstieg hingegen dauerte noch etwas an und da mussten wir mit den Ohren lauschen, wo das Wasser durchführte. Ansonsten wären wir plötzlich im Bach gelandet. Haude hat auch noch eine gute Stelle gefunden, wo man die Schneehöhe besser erkennen kann.

Ansonsten ändern sich die Bilder vorerst nicht, aber dann erreichten wir tatsächlich den Punkt, wo die Schneefelder endeten und wir nach über 3 Stunden im Schnee normale Wanderwege unter den Füssen hatten. Ab dann ergaben sich aber weitere Herausforderungen, weil dermassen viel Wasser über die Wanderwege floss. Und so mussten wir uns wirklich einige Male gut überlegen, wie wir diese teils reissenden Bäche queren wollten. Aber es ist niemand von uns im Bach gelandet – Gott sei dank. Stattdessen können wir die Eleganz von Haude zeigen, wie er einen solchen Bach überquert (dieser war aber wirklich unproblematisch).

Der weitere Abstieg war dann mehr oder weniger ereignislos und nicht sonderlich steil und so kamen wir endlich wieder in einem vernünftigen Tempo voran. Trotzdem legten wir hin und wieder eine kurze Verschnaufpause ein und da wir tatsächlich wieder Empfang hatten, konnten wie auch schon mal erste Informationen an unsere Liebsten übermitteln.


Und plötzlich kamen uns dann zahlreiche Trailrunner entgegen, als wir auf dem letzten Abstieg in Richtung Alp Flix unterwegs waren. Es findet nämlich in diesen Tagen der Irontrail mit Start in Savognin statt. Wir grüssten natürlich dann alle Läuferinnen und Läufer sehr freundlich und machten ihnen Platz auf dem Wanderweg. Wir würden ja behaupten, dass wir bei diesem Tempo auch hätten mitlaufen können, aber das wäre überheblich und deshalb lassen wir es einfach so stehen. Wir haben grossen Respekt vor allen Läuferinnen und Läufern.
Nach nicht ganz 5 Stunden Laufzeit sind wir dann unten angekommen und mussten noch einen kleinen Umweg über das Moor im Kauf nehmen, weil ja wegen dem Murgang der direkte Zugang zu unserer Unterkunft gesperrt war. Aber auch diese Meter legten wir noch erfolgreich zurück und so erreichten wir ziemlich erschöpft, aber bei Sonnenschein um 16.30 Uhr unsere Unterkunft Piz Platta in der Alp Flix. Es hat dann übrigens eine Stunde später um 17.30 Uhr hier so richtig zu gewittern begonnen. Da hatten wir ein sehr gutes Timing.

Dort angekommen wurden wir am Empfang von Mary äusserst freundlich begrüsst und sie bot uns sogleich an, bei der Planung des nächsten Tages zu helfen. Auch war sie etwas überrascht, dass wir in diesem Outfit von Spinas aus zu ihnen gelaufen waren – aber ist ja alles gutgegangen. Leider mussten wir dann auch erfahren, dass der Empfang wirklich grausam schlecht ist und das WLAN erst ab 19.30 Uhr zur Verfügung stehen würde. So konnten wir nicht am Blog arbeiten und auch der Schweizer Match lief an uns vorbei – immerhin erfuhren wir jeweils das Resultat.
Wir bezogen gleich unser Zimmer, gönnten uns eine Dusche und gingen hoch ins Restaurant. Dort erwartete und wirklich ein ausgezeichnetes Abendessen, welches uns von Tobi persönlich präsentiert wurde:
- Cesar Salat mit Onsen Ei
- Randen-Orangen Suppe mit Kurkuma
- Rindsentrecôte mit weisser Polenta und Gemüse
- Crème Brûlée mit Schokolade, Stracciatella Mousse und Vanilleeis
An Fourchis Ausdruck ist zu erkennen, dass das Menü nicht nur vom Hören gut tönte, sondern auch dermassen gut schmeckte:

Danach stand aber noch eine grosse Arbeit bevor und Fourchi widmete sich dem Blog. Ihr wisst selber, dass er wahnsinnig lang geworden ist und deshalb arbeitete auch Fourchi noch bis tief in die Nacht hinein am Esstisch, weil da eben das WLAN auch gut war. Wir waren natürlich auch die letzten beiden Personen hier… Alle gingen schon schlafen.

Fazit
Es war ein äusserst aufregender Tag für uns, welcher sehr geschmeidig gestartet ist, sich dann aber zu einem wahren Abenteuer entwickelte. Trotz allen Widrigkeiten konnten wir die angedachte Route durchlaufen und legten auch noch eine vernünftige Zeit an den Tag. Aber es war heute wirklich hart und wir wissen auch nicht, ob wir die Route so empfehlen würden. Ohne Schnee wäre das sicher eine ganz tolle Route – zumindest der Teil von Spinas zur Jenatschhütte war ein grosses Vergnügen.
Mittlerweile konnten wir auch unsere Wanderskills weiter ausbauen. Neu sind wir auch ausgewiesene Experten im Umgang mit viel Schnee und auch bei Bachüberquerungen kann man sich durchaus auf unsere Erfahrung verlassen. Heute waren schlichtweg andere Skills gefragt und diese Herausforderung haben wir erfolgreich gemeistert. Für uns ein Grund stolz zu sein.
Körperliche Beschwerden haben wir übrigens nicht. Zwar war das alles sehr anstrengend und wir benötigen sicher eine gute Nacht zur Erholung. Aber wir haben keine Blasen, noch keinen Muskelkater und auch keine Verspannungen im Rücken. Dies sind schon mal gute Voraussetzungen für den weiteren Verlauf der Route.
Ausblick
Morgen steht eine ziemlich grobe Etappe über Savognin bis nach Ausserferrera an. Das wären über 42 km und zahlreiche Höhenmeter. Das Wetter für morgen sieht nicht wirklich top aus und insbesondere im Verlaufe des Nachmittags drohen Regen und Gewitter.
Wir haben uns vorgenommen, dass wir morgen um 08.00 Uhr zum frühestmöglichen Zeitpunkt beim Frühstück erscheinen (wir hätten auch ausnahmsweise sogar ein kleines Frühstück für unterwegs erhalten). Danach planen wir um 08.15 Uhr ungefähr zu starten und die Originalroute nach Savognin in Angriff zu nehmen. Nach den ersten 22 km werden wir entscheiden, ob wir auch noch den Weg nach Ausserferrera auf uns nehmen oder ob wir da auf den ÖV zurückgreifen. Diese Möglichkeit möchten wir uns nach den heutigen Strapazen und der ungewissen Wettersituation offen halten.
Wir wissen auch noch nicht, ob wir wieder solch grosse Schneefelder befürchten müssen. Die Maximalhöhe auf dieser Etappe liegt aber unter 2600 m. ü. M. und so bleiben wir mal optimistisch, dass uns das nicht nochmals passiert.
So, ihr seid sicher müde wie wir auch. Danke für eure Geduld und auf ein Neues morgen Abend…

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