Eckdaten zum heutigen Tag
Originalplanung
Die Originalplanung (Strecken und Laufzeit via Bahn abgezogen) für unsere heutige Etappe bestand aus etwas mehr als einer Etappe (zweite Etappe bis Brünig):
- Engelberg – Älggialp
- Distanz: 20 km
- Aufstieg: 560 m
- Abstieg: 1160 m
- Laufzeit: 06.00 h
- Älggialp – Brünig – Lungern
- Distanz: 18 km
- Aufstieg: 440 m
- Abstieg: 1390 m
- Laufzeit: 06.00 h
Mit unserer Planung für den gesamten Tag lagen folgende Werte zugrunde:
- Trübsee – Jochpass – Engestlenalp – Melchsee-Frutt – Älggialp – Brünig
- Distanz: 37 km
- Aufstieg: 1400 m
- Abstieg: 2210 m
- Laufzeit: 12.30 h
Link zur Übersicht des Tell Trails: 2023 – Tell Trail (6 Tage)
Unsere Ergebnisse
Anhand unserer Tracker haben wir folgende Durchschnittswerte erzielt (während der grossen Pause haben wir den Tracker gestoppt):
- Trübsee – Älggialp
- Startzeit: 08.15 Uhr
- Ankunftszeit: 13.45 Uhr
- Distanz: 24 km
- Aufstieg: 1050 m
- Abstieg: 1190 m
- Laufzeit: 05.45 h
- Anzahl Schritte: 31’000
- Tempo: 14.48 min/km
- Älggialp – Brünig
- Startzeit: 14.45 Uhr
- Ankunftszeit: 18.15 Uhr
- Distanz: 15 km
- Aufstieg: 520 m
- Abstieg: 1110 m
- Laufzeit: 03.30 h
- Anzahl Schritte: 19’000
- Tempo: 13.29 min/km
Tagesbericht
Wenn ihr den oberen Abschnitt jetzt nicht einfach mal überflogen habt, dann wisst ihr, dass wir heute doch gelaufen sind. Also alle diejenigen, die sich auf einen kurzen Beitrag gefreut haben, müssen wir leider enttäuschen. Es war ein wirklich langer Tag und entsprechend können wir auch wieder so einiges berichten. Der Tag startete ganz geschmeidig: um 07.00 Uhr sind wir aufgestanden und haben erste Vorbereitungen getroffen, bevor wir uns um 07.30 Uhr zum Frühstück begaben. Natürlich hatte es praktisch keine Leute in diesem sehr grossen Restaurant und so bepackten wir unsere Teller und hielten den Moment bildlich fest. Im Hintergrund ist auch noch zu sehen, dass das Wetter gar nicht so übel aussah.

Gut gefüllt verliessen wir das Restaurant und begaben uns auf unser Zimmer, um uns in die heutige Schale zu werfen. Bei diesem düsteren Wetter entschied sich Fourchi für ein langarmiges Oberteil, ansonsten blieb er seiner Linie treu. Haude zwängte sich quasi in einen Taucheranzug (langes Thermo für Arme und Beine) und war von oben bis unten tiptop eingepackt (inkl. Regenjacke). Trotz des schlechten Wetters schmierten wir uns beide auch noch Sonnencrème ins Gesicht – vielleicht hilfts ja der Sonne sich zu zeigen. Dann geschah auch noch ein Missgeschick: Haude hat aus unerklärlichen Gründen die Whiskygläser fallen gelassen und eines davon ging dabei in die Brüche. Vermutlich wollte er mit den Scherben einfach nur Glück herbeirufen.
Dann gings noch kurz zum Check-Out, wo wir noch eine Karte mit auf den Weg erhielten (also eine Nachricht). Diese würden wir dann erst am Ende der heutigen Etappe öffnen und euch auch da dann darüber berichten – aber es war echt süss – so viel schon mal vorweg. Es war 08.15 Uhr und aufgrund der Wettersituation entschieden wir uns dazu, zuerst einmal auf den Jochpass aufzusteigen.


Diesen Aufstieg kannten wir aus dem Vorjahr noch ganz genau und damals benötigten wir 45 Minuten dafür (am 6. Tag). Der Aufstieg war immer noch steil und schweisstreibend, aber die umliegenden Schneefelder haben dazu beigetragen, dass alles immer schön kühl blieb. Und tatsächlich sind wir wieder nach gut 45 Minuten Aufstieg ohne Pause oben angekommen – und die Sessellifte wurden wirklich gerade in diesem Moment gestartet. Also hatten wir quasi etwa 5-10 Minuten Vorsprung gegenüber der Variante, wenn wir den Sessellift zum Jochpass genommen hätten (Haude meinte, dass dieser schon um 08.30 Uhr fährt – Fourchi konnte das noch rechtzeitig auf 09.00 Uhr revidieren – es hätte aber eh keine Rolle gespielt, nur für die Buchhalter).


Nach dem Aufstieg fühlten wir uns soweit tiptop und deshalb liefen wir direkt weiter in Richtung Engstlenalp. Auch dieser Teil verlief auf der Via Alpina – nur hatten wir letztes Jahr hier noch prächtiges Wetter. Der Regen hatte aber den Vorteil, dass wirklich fast niemand unterwegs war und somit konnten wir zahlreiche Murmeli sehen. Haude ging gar einmal auf Murmelijagd und versuchte das in Form eines Videos festzuhalten. Er blieb aber erfolglos und plötzlich tauchte er wieder auf – Fourchi war schon auf der Suche nach ihm. Ansonsten war der Abstieg zur Engstlenalp ziemlich unaufgeregt, die Verhältnisse waren für uns super. Der Boden war nur leicht feucht und somit hatten wir besseren Halt als noch die vorherigen Tage.


Und so passierten wir mit dem Engstlensee nach dem Trüebsee bereits den zweiten See, bis wir nach gut 01.30 Stunden Laufzeit beim Hotel Engstlenalp am Ende des Sees ankamen. Auf der Via Alpina waren wir übrigens zu diesem Zeitpunkt noch 15 Minuten langsamer. Wir legten eine ganz kurze Pause ein und als wir uns hinsetzten, begann es in Haudes Rucksack zu surren. Da ist irgendwie sein Rasierapparat angesprungen – im letzten Jahr war es noch der Deospray gewesen. Wir haben uns beide köstlich amüsiert und wussten da schon, dass das heute im Blog Platz finden wird.

Alles wieder tiptop, zusätzlich haben wir beide unseren Rucksack in die Hülle gepackt und machten uns auf in Richtung Tannalp. Da setzte dann erstmals etwas stärkerer Regen ein, weshalb sich Fourchi dann auch noch entschied, seine Regenjacke überzuziehen – das Tenü würde fortan bis zum Ende der Etappe nicht mehr verändert werden. Unbeirrt legten wir einen Kilometer nach dem anderen zurück, hin und wieder mit einer kleinen Steigung, aber im Wesentlichen doch eher flach und über breite Wanderwege. Nach insgesamt 02.15 Stunden Laufzeit sind wir dann auch schon auf der Tannalp angekommen – die Pace stimmte und wir waren zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Etappe. Leider verpasste es Haude danach die letzte Fahrgelegenheit noch zu erwischen und so blieb uns nichts anders übrig, als ein weiteres Mal um den Tannensee zu watscheln (das war schon so vorgesehen, aber der Zug ist wirklich vor unserer Nase losgefahren).


Es hätte theoretisch einen kürzeren Weg um den Tannensee gegeben, aber wir sind da unserer geplanten Route gefolgt und legten somit noch leicht mehr Strecke zurück, trennten uns da dann aber endgültig von der Via Alpina, welche in eine andere Richtung weiterverlief. Unser nächstes Ziel war dann also die Melchsee-Frutt. Der Weg dahin war wiederum eher auf der flachen Seite und sehr gut begehbar, sodass wir auch da unser Tempo konstant hochhielten. Es war nicht ganz klar, was Haude da ritt, aber den Kilometer 14 legten wir in 09.13 Minuten zurück. Das ist eine ganz schön zackige Zeit und Fourchi hat ihn dann wieder etwas gebremst. Es gab nämlich die Möglichkeit, tolle Fotos im Nebel des Melchsees zu schiessen.


Und so kam es, dass wir um 11.30 Uhr nach gut 03.15 Stunden Laufzeit bei Melchsee-Frutt angekommen waren und uns eine kurze Pause genehmigten, weil da gerade so schön Bänke standen. Und diese befanden sich direkt vor einem kleinen Supermarkt, wo Haude gleich noch zwei Coca Cola und einen Nussgipfel gekauft hat. Nachdem er den Nussgipfel verdrückt hatte – anstandshalber hat er auch bei Fourchi nachgefragt, aber der wollte natürlich nicht – sprühte Haude vor Energie und zog dem gegenüberliegenden Steinbock an den Hörnern.

Nach dieser Pause nahmen wir mit der Älggialp unser erstes Etappenziel ins Visier. Fourchi meldete an dieser Stelle erstmals Knieschmerzen an. Haude meinte, dass wir jetzt noch die Gelegenheit hätten, etwas anderes zu planen, andernfalls müssen wir alles laufen. Aber Fourchi entgegnete ganz trocken, dass er sowieso nichts sagen würde – und Haude wusste das auch. Und so gingen wir also weiter unseres Weges und passierten weiterhin flache, schöne und nicht rutschige Wanderwege, obwohl es doch immer wieder leicht regnete. Übrigens haben wir auch regelmässig das Wetterradar gecheckt, ob da nicht Gewitter über uns ziehen würden – aber das war glücklicherweise nicht der Fall.


Irgendwann eröffnete sich vor uns dann ein wunderbarer Aufstieg – damit hatten wir ja mittlerweile doch schon Erfahrung. Dieser zog sich nicht mehr ganz eine halbe Stunde und wir waren auf dem höchsten Punkt unserer heutigen Etappe – Abgschütz auf 2229 m.ü.M – angekommen. Fourchi wirkte zuerst nachdenklich, dann ist es zu einem Novum gekommen. Erstmals musste sich Fourchi während eines Wandertages erleichtern. Haude tat es ihm in der Pause natürlich gleich und hatte dann auch noch genügend Zeit, das bildlich festzuhalten.


Nun stand uns also ein Abstieg nach Älggialp bevor, und zunächst war das alles ziemlich easy. Wir liefen über schmale Wege und von der Seite hingen jeweils Gräser und sonstiges Grünzeug in den Weg hinein. Wenn wir also da durchliefen, liessen sie all das aufgesetzte Wasser direkt an unsere Beine, über unsere Socken in unsere Schuhe plätschern. Es gibt wirklich schönere Gefühle – zumal wir noch mindestens 5 Stunden so weiterwandern mussten. Naja, gab’s halt mal ein bisschen nasse Füsse, aber es würde noch schlimmer kommen. Plötzlich ging es nicht mehr so leicht abfällig weiter, sondern es folgte eine steile Kraxelpassage. Es war nicht gerade förderlich, dass auch die Ketten, die Eisentritte und sowieso alles nass war. Entsprechend gingen wir da mit äusserster Vorsicht zu Werke, um da irgendwie wohlbekommen unten anzukommen. Diese Passage kostete uns ca. 15 Minuten, viele Meter haben wir dabei aber nicht wirklich zurückgelegt.


Es kamen später nochmals Ketten und Eisentritte, aber da waren wir etwas schneller unterwegs. Aber generell hat uns dieser Abstieg sehr viel abverlangt und das machte uns dann auch müde. Zudem verloren wir dabei doch auch einiges an Zeit, aber das konnten wir auch nicht ändern – wir wollten ja wohlauf am Ziel ankommen und somit setzten wir unseren Fokus auf gezielte Schritte. Das ist aber nicht immer gelungen, es gibt nämlich einen neuen Führenden in der Sturzstatistik. Und zwar hat es Fourchi nach dieser steilen Passage gleich zweimal hingelegt. Er kam aber deutlich glimpflicher davon, weil er nicht mehr auf der lädierten Hand, sondern auf dem Po gelandet ist. Das gab einen tollen Abdruck auf der schwarzen Hose und war fortan sein treuer Begleiter und Haudes Anblick, wenn er hinterher lief.
Natürlich durfte auch die obligatorische Begegnung mit einer Kuh auf dem Wanderweg nicht fehlen. Fourchi weicht da souverän aus, auch wenn es auf der Wiese eben auch ordentlich rutschig war. Generell mussten wir zu diesem Zeitpunkt eingestehen, dass der Regen jetzt definitiv die Abstiege sehr stark negativ beeinträchtigte. Ob grosse Steine, Dreck, Wiese oder nasse Wurzeln – alles war rutschig. Und übrigens sahen wir auch nicht besonders weit, hauptsächlich Nebel und so.


Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichten wir dann doch noch das Sachsler Seefeld, welches bei schönem Wetter wohl wahnsinnig schön wäre. Uns beeindruckte das nicht sonderlich und so ging es für uns immer weiter, die Älggialp liess nämlich auf sich warten. Als wir dann vor der Entscheidung standen, den Bergwanderweg oder den Wanderweg einzuschlagen, ging es über den Wanderweg weiter – Fourchi hat entschieden. Etwas später hat Haude dann doch nochmals auf seiner App geschaut und gesehen, dass wir da auf einem ordentlichen Umweg unterwegs waren (der blaue Punkt sind wir).


Wir nahmen es natürlich sportlich, diese paar Kilometer spielten definitiv auch keine Rolle mehr und immerhin war der Weg flach und breit. Nach 05.45 Stunden Laufzeit sind wir dann gegen 14.00 Uhr in der Älggialp eingetroffen und da gingen wir zielstrebig direkt ins Restaurant hinein. Natürlich waren wir auch hier wieder die Einzigen, aber wir wurden deshalb sehr schnell und wahnsinnig freundlich bedient. Und jetzt alle festhalten – Fourchi hat sich nicht nur ein 0.5l Rivella bestellt, sondern auch noch einen ganzen Wurst-Käse-Salat – Wahnsinn und ein absolutes Novum. Haude glänzte aber auch – neben seiner 0.5l Cola bestellte er sich ein Curry, in einer Alphütte… Das Essen kam auch schon wenig später und wir waren echt total zufrieden.
Übrigens konnten wir aufgrund der Stille im Restaurant dem Älpler Radio lauschen und da fielen uns zeitgleich folgende Textzeilen auf: „Am beschte nimmsch en Gartezwerg… De het nur gueti Siite“. Das hat uns total amüsiert und auch auf dem weiteren Weg ist uns das immer wieder in den Sinn gekommen.

Somit hatten wir also die erste Originaletappe des Tell Trails hinter uns gebracht, aber es stand ja noch eine Strecke nach Brünig bevor. Um 14.45 Uhr packten wir uns wieder ein und strebten noch ganz kurz die „Mitte der Schweiz“ an. Das lag wirklich in unmittelbarer Nähe und auf unserem Weg – und ein Foto musste ja mindestens noch drinliegen.


Mit dem Wissen, einmal im Leben im Mittelpunkt gestanden zu haben, wanderte es sich anschliessend wesentlich leichter – nicht… Es setzten heftige Regenfälle ein und wir marschierten über Wiesen und Waldwege in Richtung Brünig. Gemäss Beschriftung würde das nur noch schlappe 04.40 Stunden dauern, das war nicht sonderlich motivierend. Aber wir liessen uns nicht beirren und so legten wir die potenziell flachen Wege mit dem einen oder anderen kleinen Abstieg zügig zurück.


An dieser Stelle möchten wir euch noch kurz mal ein Video zeigen. Vielleicht nimmt es euch ja wunder, wie das jeweils tempomässig wirklich aussieht. Haude hat da ohne Fourchis Kenntnis mal gefilmt und somit kann man dieses Tempo schon als Referenz anschauen. Aber zur Erinnerung: Wir waren da schon über 6 Stunden unterwegs.
Übrigens gab es noch einen letzten kleinen Aufstieg von gegen 200 Höhenmetern zurückzulegen. Da ging es sehr regelmässig bergauf und mit unserer Pace konnten wir da schon sehr viel Zeit gutmachen. Oben angekommen startete für uns dann der viel ungemütlichere Teil, weil wir noch über 700 Höhenmeter bis Brünig absteigen mussten. Und hin und wieder fanden wir wirklich keinen Weg mehr über die Wiesen. Stattdessen kämpften wir uns irgendwie von Markierung zu Markierung – oder wie Fourchi neben den matschigen Wegen hindurch.


Beim Abstieg durften wir dann auch noch einige Brücken passieren. Zunächst mussten wir jeweils herausfinden, wie rutschig diese waren. Gestürzt ist zum Glück niemand mehr, Haude war im Gegenteil ganz übermütig und ist vor Freude gesprungen. Das war kein wirklicher Sprung, aber für den Bruchteil einer Sekunde waren beide Beine in der Luft und Fourchi hat tatsächlich mit einem einzigen Foto (ohne Zeitraffer) genau getroffen – Applaus dafür.


Der Weg bis nach Brünig war länger, als wir uns das erhofft hatten. Und die äusseren Bedingungen waren ja auch nicht gerade atemberaubend. Eigentlich sollte man auf dieser Route einen herrlichen Ausblick auf den Lungernsee haben – dieser blieb uns aber komplett verwehrt. Bis Haude dann doch noch plötzlich eine kurze Gelegenheit sah. Und zack haben wir unsere Handys gezückt und das in Form von schönen Fotos festgehalten.


Beim Abstieg bewegten wir uns zumeist auf schön breiten Wanderwegen, teilweise auch im Wald und da war es dann irgendwie ein total entspannendes Gefühl, den Regen auf die Blätter der Bäume klatschen zu hören. Aber immer wieder wurden uns Hindernisse in den Weg gelegt. Bisher hatten wir ja schon Steine und Hürden, neuerdings zählen auch Äste dazu. Aber den konnten wir mit all unserer Erfahrung natürlich problemlos überwinden und uns weiter unserem Ziel nähern.


Euch geht es jetzt vermutlich genau wie uns an dieser Stelle – wann kommen wir endlich in Brünig an? Wir verzichten auf weitere Räubergeschichten auf diesem Weg und kommen nun zum triumphalen Einmarsch in Brünig: Um 18.10 Uhr war es so weit und wenige Minuten später konnten wir dann bei unserer Unterkunft Gasthaus Brünig Kulm endlich einchecken – halt einfach pflotschnass, weil es nochmals so richtig geregnet hat.


Komplett durchnässt suchten wir zackig unser sehr kleines aber feines Zimmer auf und entledigten uns der nassen Schuhe und auch der übrigen nassen Kleidung. Dann gab es noch eine ordentlich heisse Dusche und wir fühlten uns schon mal wie neugeboren. Und wir hatten ja noch die Karte vom Berghotel Trübsee mit dabei und waren echt gespannt, wer da für uns eine Nachricht geschrieben hatte. Im Umschlag fanden wir einen einseitigen handgeschriebenen Brief von Fourchis Bruder Stefan und seiner Frau Mya. Ohne auf Details einzugehen, das hat uns wirklich sehr gefreut, dass ihr diese Mühe auf euch genommen habt und uns damit den Abend versüsst habt.
Zusätzlich möchten wir einen speziellen Dank an Fourchis Götti aussprechen, welcher sich wie schon bei der Via Alpina sehr an unserem Blog erfreut und uns gerne einen ausgeben möchte. Nach der heutigen Etappe war es noch nicht soweit, aber morgen nach Abschluss der Wanderung werden wir das liebend gerne einlösen und danken schon jetzt herzlich für den Beitrag.
Und jetzt auch noch an alle anderen Leserinnen und Leser, welche unser Abenteuer bis jetzt ebenfalls mitverfolgen und uns ebenfalls regelmässig mit Nachrichten und Kommentaren beglücken – auch an euch ein riesiges Dankeschön und wir freuen uns wirklich ungemein über jede einzelne Nachricht und lesen uns das gemeinsam vor.
Vielleicht nimmt es euch ja noch wunder, wie der Abend sonst noch verlaufen ist. Da gibt es aber gar nicht mehr so viel zu erzählen. Nach der Dusche sind wir dann zum Abendessen ins Restaurant runtergestiegen (also einen Stock, kein anderes Gebäude) und haben uns folgende Dinge gegönnt:
- 1 l Coca Cola (Haude & Fourchi)
- 0.5 l Hausgemachter Eistee (Fourchi)
- Fitnessteller mit Pouletbrust (Fourchi)
- Brünig Kulm Burger mit Pommes (Haude)

Das Essen war sehr lecker und wir waren ordentlich gesättigt, sodass wir uns dann ohne Dessert wieder auf unsere Zimmer begaben. Beim Abendessen haben wir uns noch nach alten Zeitungen erkundigt, um unsere durchnässten Schuhe auszustopfen und im Idealfall bis am nächsten Morgen zu trocknen. Und da haben wir tatsächlich 4 Blickzeitungen von heute und gestern erhalten – vielen Dank ans Hotel.
Zurück im Zimmer hat Haude dann freundlicherweise auch gleich Fourchis Schuhe ausgestopft, während dieser voller Elan den heutigen Beitrag verfasste. Und dann gab es natürlich auch noch einen Whisky – aufgrund des zerschlagenen Glases halt jetzt nacheinander. Aber die Flasche ist jetzt leer und Haude wird ihr in seiner Wohnung einen angemessenen Platz überlassen.
Fazit
Mit guten 39 km haben wir heute ordentlich viele Kilometer zurückgelegt und waren dafür über 9 Stunden unterwegs. Angesichts der gestern diskutierten Szenarien ist das sicher ein grosser Erfolg. Rein körperlich war es wohl trotzdem nicht die strengste Etappe, weil die Aufstiege verhältnismässig einfach waren. Aber die Abstiege gingen wirklich an die Substanz und wir legten da eine zusätzliche Schippe Vorsicht drauf, was natürlich letztendlich auch wieder Zeit kostete.
Die einzelnen Wanderungen (von Trübsee nach Älggialp und von Älggialp nach Brünig) sind auch total zu empfehlen. Bei schönem Wetter macht es sicherlich noch mehr Spass und man kann noch mehr sehen. Aber auf jeden Fall ist es sinnvoll, diese Wanderungen bei trockenen Bedingungen zu absolvieren. Es war für uns effektiv kein Zuckerschlecken.
Da das Wetter den ganzen Tag über ja nicht sonderlich gut war, trafen wir unterwegs fast keine Leute an. Deshalb haben wir eine kleine Rangliste erstellt, von welcher „Sorte“ wir wieviele Exemplare bestaunen konnten. Auf Platz 1 liegt die „Sorte“, welche uns am häufigsten aufgefallen ist:
- Alpinsalamander
- Angler (tatsächlich keine Anglerin, deshalb bitte keine Gender-Kommentare)
- Murmeli
- Wanderer
Ausblick
Morgen steht schon unsere letzte Etappe der diesjährigen Wanderung auf dem Programm. Von unserer Unterkunft aus werden wir voraussichtlich direkt in Richtung Turren wandern und nicht noch vorgängig nach Lungern hinabsteigen – Haude hat eine entsprechende Route ausgearbeitet (kommt sicher gut). Danach steht der letzte grosse Aufstieg auf das Brienzer Rothorn an, bevor wir dann den Abstieg nach Sörenberg in Angriff nehmen. Von da aus werden wir dann von Fourchis besserer Hälfte abgeholt und nach Hause chauffiert.
Das Wetter für morgen sieht noch durchzogen aus, womöglich regnet es noch ein wenig. Aber wir sind guter Dinge, dass wir den letzten Tag auch noch erfolgreich absolvieren können und im Idealfall auch nochmals ein paar Sonnenstrahlen unsere Gesichter kitzeln.

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