Eckdaten zum heutigen Tag
Originalplanung
Die Originalplanung für unsere heutige Etappe bestand aus zwei Etappen:
- Lenk – Gstaad
- Distanz: 22 km
- Aufstieg: 1150 m
- Abstieg: 1150 m
- Laufzeit: 07.00 h
- Gstaad – L’Etivaz
- Distanz: 16 km
- Aufstieg: 1300 m
- Abstieg: 1200 m
- Laufzeit: 06.25 h
Unsere Ergebnisse
Anhand unserer Tracker haben wir folgende Durchschnittswerte erzielt (während der grossen Pause haben wir den Tracker gestoppt):
- Lenk – Turbach
- Startzeit: 08.30 Uhr
- Ankunftszeit: 12.45 Uhr
- Distanz: 18 km
- Aufstieg: 1000 m
- Abstieg: 800 m
- Laufzeit: 04.15 h
- Anzahl Schritte: 21’400
- Tempo: 14.26 min/km
- Gstaad – L’Etivaz
- Startzeit: 13.15 Uhr
- Ankunftszeit: 17.30 Uhr
- Distanz: 17 km
- Aufstieg: 1100 m
- Abstieg: 1100 m
- Laufzeit: 04.15 h
- Anzahl Schritte: 19’700
- Tempo: 16.02 min/km
Tagesbericht
Tag 11 und somit der zweitletzte Tag unseres Abenteuers stand heute auf dem Programm. Klingt toll… Wie geplant haben wir alle unsere Sachen bereits im Rucksack verstaut, damit wir dann unmittelbar nach dem Frühstück auf die Pirsch gehen konnten. Aber da waren ja noch die nassen Schuhe und wir hatten keine Lust, in nassen Schuhen zur heutigen langen Etappe zu starten. Vorsorglich hatte Haude gestern Abend bereits frühzeitig die Sohlen aus den Schuhen entfernt und in Toilettenpapier eingewickelt. Die Schuhe haben wir dann noch mit einem guten Gemisch aus Zeitung und ebenfalls Toilettenpapier ausgestopft. Die werden sich auch fragen wo das ganze Toilettenpapier bei nur einer einzigen Übernachtung hingekommen ist… Am Morgen war das Ganze aber jedenfalls noch nicht ausreichend trocken und so kam es zu einer ordentlichen Föhn-Session. Das macht zwar Lärm, aber es hilft. Zuerst die Sohlen geföhnt, danach waren auch noch die Schuhe dran und das Ganze fiel und an besser zu gefallen. Zum Frühstück sind wir dann aber um 08.00 Uhr dennoch mit unseren frisch ergatterten Schlappen aus dem Hotel Alfa Soleil angetreten.
Und wir müssen an dieser Stelle sagen, dass wir dieses Mal vom Frühstück echt überrascht waren. Das Parkhotel Bellevue machte uns bis dahin nicht den besten Eindruck. Die Sauberkeit überzeugte uns nicht vollends und auch sonst wirkten die Zimmer auf uns etwas „schmudelig“. Umso grösser war dann unsere Freude beim Frühstück, als wir alles vorfanden, was wir jetzt brauchen konnten. Da gabs leckere Gipfeli, feinen Zopf, Müsli, Joghurt, Orangensaft, eine funktionstüchtige Kaffeemaschine und dann wurde uns auch noch ein frisches Rührei angeboten, welches wir uns nicht entgehen liessen.
Ordentlich gestärkt ging’s zum Checkout und wir müssen also hier fairerweise auch sagen, dass das Preis-Leistungsverhältnis dann doch passt. Wir befanden uns in Lenk und den Preis für die Übernachtung erachten wir als sehr fair. An der Rezeption entdeckten wir dann noch ein paar Pokémon Figuren – wir kommen später nochmals darauf zurück. Jedenfalls war jetzt der Moment gekommen, die Wanderschuhe wieder anzuziehen und siehe da… alles trocken!
Bevor wir auf die heutige Etappe eingehen noch kurz ein Medical Update: Fourchis Schienbein schmerzte am Morgen noch ähnlich wie gestern Abend und er hat dieses noch mit der magischen Salbe bestrichen und dann leicht einbandagiert. Zudem ging es dem Vorrat an Schmerztabletten an den Kragen und ab damit in Fourchi hinein, damit er heute auch anständig läuft. Wir wissen nicht genau, woran es letztendlich lag, aber Fourchis Schmerzen wurden nach den ersten Schritten weniger. Dies kann auf einen leicht modifizierten Laufstil oder eben auf die Schmerztabellen zurückzuführen sein.
Also, los gings heute um 08.30 Uhr, Abmarsch von der Lenk in Richtung unseres ersten Tagesziels Gstaad über den Trütlisbergpass. Da gab es heute keine Einwärmphase, sondern es ging bereits ziemlich bald mal steil bergauf. Zuerst noch aus dem Dorf hinaus, dann über Wiesen und schon bald einmal in den Wald hinein. Die Sonne vermochte zu diesem Zeitpunkt noch nicht wirklich durchzudrücken, aber trotzdem kamen wir auch bei diesem idealen Wanderwetter schon wieder ordentlich ins Schwitzen. Den kleinen Umweg aufgrund der Umleitung (Sturmschäden) nahmen wir einfach mal so in Kauf…


Wir kamen relativ ordentlich vorwärts und so stellten uns bei diesem Aufstieg ganz andere Sachen vor die grössten Probleme: Brämen… Bisher hatten wir überhaupt keine Probleme mit Insekten irgendwelcher Art. Aber nach dem gestrigen Regenschauer und den warmen Bedingungen heute krochen die Brämen aus ihren Löchern und ärgerten vor allem Fourchi. Immer wieder begann er mit seinen Wanderstöcken zu fuchteln und fluchte. Haude sah das etwas gelassener, kassierte auch den einen oder anderen Stich und vermochte auch die eine oder andere Bräme zu eliminieren.


Im Verlauf dieses Aufstiegs hatten wir so ziemlich keine Orientierung, wo sich überhaupt der Trütlisbergpass befinden könnte. Vielleicht war das auch besser so… Wir glänzten ja bisher auch nicht wirklich damit, dass wir bereits frühzeitig die Passhöhe erkannten und uns entsprechend darauf einstellen konnten. Jedenfalls kam es dann kurz nach der ersten Pause – ungefähr 01.30 Stunden waren vergangen – zu einer kritischen Situation. Bei einer extrem steilen Stelle mit nassen Schiefersteinen erwähnte Fourchi noch, dass es extrem rutschig sei. Und kaum hat er das gesagt, lag er auch schon am Boden… Natürlich stürzte er dabei genau auf seinen lädierten Fuss und das bereitete ihm im ersten Moment grosse Schmerzen. Nach einem kurzen Verschnaufen und dem Abwischen des Drecks (Danke Haude!) bewältigten wir den Rest dieses miesen Aufstiegs und liessen alles hinter uns. Nach gut zwei Stunden sind wir dann doch noch auf dem Trüttlisbergpass angekommen, aber es war irgendwie komisch. Die Passhöhe wirkte total unscheinbar und so gab es nur ein kurzes Siegerfoto und weiter gings… Aber nicht etwa direkt wieder bergab, sondern noch ein Stück weiter den Berg hinauf, damit wir danach mit dem Abstieg in Richtung Gstaad loslegen konnten.

Der Abstieg nach Gstaad: Wunderbar! Gestern mussten wir wirklich noch fluchen, als wir von der Bunderchrinde nach Adelboden absteigen mussten. Aber heute hatten wir einen relativ flachen Abstieg auf meist breiten Wegen zu bewältigen und so kamen wir mal wieder in den Genuss eines Gesprächs untereinander. Heutige Themen: Pokémon, Gameboy, Dragonball, PC-Games. Klingt so, als ob wir totale Nerds sind. Aber wir betrachten uns eher als Retro-Gamer und so konnten wir über Stunden einzelne Pokémon der ersten Generation durchgehen, über knifflige Stellen sprechen, einen Switch zu Dragonball und dann zu weiteren Gameboy Spielen vornehmen und über Fourchis grandiose Tetris-Qualitäten diskutieren. Bei der Diskussion über Pokémon durfte natürlich auch nicht Karpador (Danke für den Hinweis Dustin) mit seinem legendären Platscher fehlen… Wir werden wohl nach unserer Heimkehr beide wieder unsere Gameboys auspacken und ein neues Pokémon Abenteuer starten. Jetzt dürft ihr Mitleid mit unseren Partnerinnen haben…


Wie wir gestern bereits geplant hatten, hielten wir nun Ausschau nach einem möglichen Postauto ab Turbach, welches uns dann die letzten 5 Kilometer nach Gstaad chauffieren würde. Dies würde uns eine Einsparung von ungefähr einer Stunde einbringen und zudem hätte es am Bahnhof von Gstaad eine weitere Umleitung und somit Extrameilen für uns gegeben. Das Timing passte perfekt und so legten wir am lange anhaltenden Uferweg noch einen Zacken zu, sodass wir rechtzeitig bei der Postauto Station erschienen. Bis zu diesem Zeitpunkt waren wir bereits 04.15 Stunden gelaufen und hatten 18 Kilometer zurückgelegt. Entsprechend zufrieden legten wir uns im Schatten kurz hin und genossen die Ruhe.

Wirklich lange hatten wir aber keine Ruhe, denn nach kurzer Zeit kam ein älterer Herr zu uns rüber, welchen wir zuvor noch mit unserem hohen Tempo überholt hatten. Er erkundigte sich, woher wir kamen und da haben wir ihm unsere Geschichte erzählt. Zuerst dachte er übrigens, wir wären Brüder… Naja. Er hat gestaunt und dachte an seine jungen Jahre zurück, als er auch noch solch lange Wanderungen gemacht hat (also so 6 Stunden an einem Tag). Jetzt war er jedoch in anderer Mission unterwegs. Gemeinsam mit seiner jüngeren Frau (hat er gesagt) verbrachte er ein paar erholsame Tage im Romantik Hotel Hornberg Saanenmöser. Dies täten sie schon seit einigen Jahren und er könne das wirklich empfehlen – das wollen wir deshalb hier mal festhalten und dann zu gegebener Zeit auch selber noch prüfen. Nach wenigen Minuten kam dann auch schon das Postauto und man sieht es Fourchi wirklich an, wie glücklich ihn das machte.

Und auch Haude hat es dann noch ins Postauto geschafft und so genossen wir eine rund 15-minütige Fahrt hinunter nach Gstaad, wo es für uns dann aber gleich weiterging. Die Fahrt hakten wir als unsere Mittagspause ab und so starteten wir um 13.15 Uhr den Timer für die zweite Etappe am heutigen Tag. Unser Ziel war es zu diesem Zeitpunkt, den Bus in L’Etivaz um 17.30 Uhr zu erreichen, damit uns dieser zu unserer Unterkunft nach Château-d’Oex bringen würde. Aber vor uns lagen dann doch nochmals 16 km und mit dem Col de Jable ein weiterer Alpenpass. Zuerst flanierten wir aber mal durch Gstaad und überlegten uns, eventuell noch ein paar frische Socken von Louis Vuitton zu besorgen. Da wir aber bereits genügend Socken in der Ausrüstung hatten, verzichteten wir darauf (ja genau, das war der Grund…). Ein paar wenige Touristen trafen wir auch hier an, aber wir hatten ja schon wesentlich Schlimmeres erlebt und so liess uns das relativ kalt.

Nach wenigen Minuten befanden wir uns aber auch schon wieder abseits von Gstaad, wo übrigens aktuell sehr viele Baustellen zu sehen und zu hören sind. So waren wir froh, dass wir uns schon bald wieder in einem steilen und schweisstreibenden Aufstieg finden würden. Hier war auch mal kurz die Idee, ein Bähnli zu nehmen um rund 500 Höhenmeter einzusparen. Irgendwie schien das Bähnli aber gar nicht zu fahren und so traten wir also den Aufstieg an, welcher sich glücklicherweise grösstenteils durch den Wald schlängelte, immer schön im Zick-Zack. Phu, da gewannen wir dann extrem schnell an Höhe und verloren sehr viel Wasser. Man hätte uns wohl wunderbar folgen können, indem man unseren Schweisstropfen auf dem Boden nachgerochen hätte. Da gönnten wir uns dann auch mal noch eine kurze Pause, wo wir fast eine ganze Packung saure Apfelringe verschlangen, um unseren Zuckerspiegel wieder anzuheben.


Nach dem ersten groben Anstieg wurde es dann auch wieder etwas flacher und so konnten wir uns bei weiterhin wunderbarem Wetter (eher etwas zu warm mit der Sonne) weiter Richtung Col de Jable bewegen. Einmal mehr hatten wir keine Ahnung, wo wohl dieser Pass liegen könnte. Natürlich gaben wir unsere Prognosen ab und man glaubt es kaum, diesmal lag Haude mit seiner ersten Prognose goldrichtig. Nur blöd, dass wir dann in der Zwischenzeit noch ca. drei weitere Ziele definiert hatten. Wie dem auch sei, kämpften wir uns Schritt für Schritt weiter in die beschilderte Richtung. Bereits zu diesem Zeitpunkt zeigte sich, dass es ein sehr knappes Unterfangen werden könnte, wenn wir um 17.30 Uhr in L’Etivaz eintreffen wollen. Aber das hielt uns nicht davon ab, immer weiterzulaufen und den Kampf anzunehmen. Die Erschöpfung war beiden anzusehen und so wurden die letzten Stunden und Kilometer zu einer Kopfsache.




Wir waren auf jeglichem Terrain zu Gange und es bot sich uns auf diesem kräftezehrenden Weg eine Vielseitigkeit, wie wir sie selten erlebt hatten. Wäre es nicht ganz so streng gewesen (wir waren doch schon 6 Stunden am Laufen), hätten wir es sicher auch noch ein wenig mehr geniessen können. Was wir uns dann aber trotz der Erschöpfung und des dezenten Zeitdrucks nicht nehmen liessen, war ein Gang durch den Felsspalt und da kamen wir dann glücklicherweise auch beide wieder ohne grössere Probleme wieder raus.


Nach dem kurzen Spass zogen wir weiter und wir konnten spüren, dass wir den Col de Jable wohl bald erreichen würden. Bis dahin gab es immer wieder kürzere Aufstiege und dann aber auch immer wieder längere gerade Passagen über wunderbare Weiden. Einmal mehr konnten wir zahlreiche Kühe hautnah erleben und sie liessen uns immer schön in Ruhe. Und nach einer Laufzeit von rund drei Stunden seit Gstaad konnten wir eine Mauer sehen, welche die Sprachgrenze zwischen der Deutschschweiz und der Romandie darstellt. Der Col de Jable war erreicht und damit hatten wir bereits unseren 13. Alpenpass erklimmt.

Für den Abstieg nach L’Etivaz verblieb uns also etwas mehr als eine Stunde, die Wegbeschreibung sprach da von knapp zwei Stunden. Trotz der Aussichtslosigkeit dieses Unterfangens begaben wir uns nach einem kurzen Abklatschen umgehend auf den Weg des Abstiegs. Aufgrund des Zeitdrucks setzten wir zu einem relativ hohen Tempo an, mussten uns aber weiterhin extrem konzentrieren, weil es doch wieder holprig war. Bitte verzeiht uns, dass wir dann während diesem Abstieg auch keine Fotopausen einlegten und uns wirklich komplett fokussierten, ohne auch nur einmal durchzuatmen. Es wäre eigentlich wiederum ein sehr schöner und sehenswerter Abstieg, welcher sich über Weiden, gegen Schluss aber mehrheitlich über Waldwege erstreckt. Und so erblickten wir um ungefähr 17.25 Uhr erstmals L’Etivaz und legten noch einmal eine Schippe auf unsere bisherige Pace. Das endete darin, dass wir eine grosse Wiese praktisch herunterrannten um zu erkennen, wie unser Bus langsam auf die Hauptstrasse einbog. Da hatten wir schlichtweg keine Chance mehr, rechtzeitig zur Station zu gelangen und wir gaben uns geschlagen… Der Bus war abgefahren…
In langsamem Tempo stiegen wir noch die letzten Meter hinunter und suchten nach einer Verpflegungsmöglichkeit. Aber leider sah so ziemlich alles geschlossen aus (bzw. es gab auch nicht sonderlich viel zu sehen). Beim Maison de l’Etivaz sahen wir aber eine Chance, etwas anderes als Käse zu ergattern und unseren Durst nach Süssgetränken zu stillen. So gönnte sich Haude eine Packung Paprika Chips, ein Snickers und eine Flasche 1.5 l Cola, um diese mit Fourchi zu teilen. Fourchi selber ging dann auch noch in den Laden und kaufte sich ein Oreo Glace und eine Tüte M&Ms. Wir machten es uns vor dem Laden gemütlich und begannen halt da mit der Erholung, bis der nächste Bus rund eine Stunde später eintreffen würde. Haude ging in dieser Zeit auch noch unter die E-Bike Fahrer und bediente sich dem Strom für die Beladung seines Smartphones.

Nach einer Stunde traf dann tatsächlich der nächste Bus ein und mit ihm nahmen wir den Weg nach Château-d’Oex in Angriff. Dabei haben wir einen Grossteil der nächsten Etappe bereits absolviert, welche morgen auf dem Plan stehen würde. Die Originaletappe würde von L’Etivaz nach Rossinière führen, steht aber mit 14 km und etwas über 700 Höhenmetern und einer Laufzeit von knapp über 4 Stunden eher bescheiden zu Buche. Deshalb fanden wir es auch in Ordnung, diese Strecke mit dem Bus zurückzulegen. Gegen 19.00 Uhr trafen wir dann in Château-d’Oex am Bahnhof ein und von dort aus legten wir noch 200 m zurück, um zu unserem Hotel de Ville zu gelangen. Es lag alles bereits für den Check-In und so füllten wir die Formulare aus, brachten unsere Sachen kurz ins Zimmer, um danach auf die Terrasse zu spazieren und uns dort noch einen kleinen Imbiss zum Abendessen zu gönnen. Naja, klein wäre anders… Fourchi war dann doch etwas überrascht von der Grösse seines Salats, während sich Haude saumässig über seinen Cheeseburger freute.


Dazu haben wir uns natürlich auch wieder ordentlich mit Süssgetränken eingedeckt (nachdem wir bereits 1.5 l Cola geleert hatten). Bei Fourchi gab es zweimal Citro und bei Haude einmal Cola und ein alkoholfreies Bier. Bestellen durften wir heute übrigens auf Französisch. Das klang sicher etwas komisch, aber wir haben dann doch das bekommen, was wir uns vorstellten und das reicht doch auch schon.
Aufgrund des engen Programms heute begann die Arbeit am Blog dann auch schon während des Abendessens und wurde nach einer angenehmen Dusche (da kam leider immer wieder Kaltwasser) fortgeführt. Währenddessen haben wir natürlich auch noch unseren obligatorischen Whisky konsumiert und man glaubt es kaum, aber die Flasche ist jetzt leer… Haude trägt also ab morgen eine leere Flasche Whisky als Erinnerungsstück mit, toller Junge.
Zum Abschluss des heutigen Tages werden wir nochmals medizinisch etwas vorsorgen. Fourchis Schienbein hat zwar heute während der Wanderung über knapp 35 Kilometer gut funktioniert, aber sobald es abkühlt, beginnt es gnadenlos zu schmerzen. Und so sieht man auch eine kleine Delle am unteren Ansatz des Schienbeins. Die wird jetzt morgen auch nochmals Schmerzen verursachen, aber da müssen wir jetzt durch.

Fazit
Heute stand ein wirkliches happiges Programm auf dem Plan, aber wir haben es ungefähr so absolvieren können, wie wir uns das vorgestellt hatten. Eine kleine Pause im Postauto, um von Turbach nach Gstaad zu gelangen und dann vom Zielort L’Etivaz zu unserer Unterkunft nach Château-d’Oex. Den Rest dieser beiden anspruchsvollen Etappen sind wir ordentlich durchgelaufen und erfreuten uns dabei bestem Wetter und guter körperlicher Verfassung.
Auch wenn uns der Trütlisbergpass nicht restlos zu überzeugen vermochte, ist die Etappe grundsätzlich doch ganz nett zu bewandern. Aber wenn wir uns entscheiden müssten, dann war der zweite Teil von Gstaad nach L’Etivaz über den Col de Jable definitiv schöner.
Nun ist für uns langsam aber sicher das Ziel in Sicht. Morgen müssen wir das letzte Mal aufstehen, um unsere Rucksäcke zu packen, die Wanderschuhe anzuziehen und einen beschwerlichen Weg in Angriff zu nehmen. Klar, wir haben uns das selber eingebrockt. Aber trotzdem freuen wir uns auf die Tage danach, wo das eben nicht mehr anfällt. Jetzt heisst es nochmals letzte Kräfte sammeln und dann „Grind runter und seklen“.
Ausblick
Für unseren letzten Tag morgen haben wir uns entschieden, dass wir um 07.30 Uhr direkt zum Frühstück gehen werden. Danach möchten wir um 08.00 Uhr den Zug erwischen, welcher uns nach Rossinière bringt, womit wir dann die gesamte 18. Etappe der Via Alpina ausgelassen hätten. Das spart uns rund eine Stunde Laufzeit und 5 km Strecke, womit morgen dann nur noch 33 km auf dem Plan stehen. Wir möchten unbedingt den Rochers de Naye komplett absolvieren und dann den triumphalen Abstieg nach Montreux bewältigen.
Das Wetter meint es auch morgen nochmals gut mit uns und so gehen wir jetzt mit einem tollen Gefühl schlafen, werden dann aber morgen früh wohl etwas in Stress geraten. Sobald wir aber in Rossinière angekommen sind und die Route gefunden haben, beginnt unser letzter Kampf des Abenteuers.
Und der Blog morgen wird vermutlich dann auch etwas später erscheinen… Ihr wisst schon, wir möchten das auch feiern…

Hinterlasse einen Kommentar